Harri Szydlo

Location 
Linienstr. 44
District
Mitte
Stone was laid
2002
Born
1930
Deportation
on 15 August 1942 nach Riga
Murdered
1942 im Ghetto Riga
  • Stolperstein für Harri Szydlo  © OTFW
    Stolperstein für Harri Szydlo © OTFW

    Stolperstein für Harri Szydlo © OTFW

Harri Szydlo war das zweitjüngste der sieben Kinder von Ester (geb. Jungermann) und Jankel (Jakob) Szydlo. Er wurde am 23. Januar 1930 in Berlin geboren. Als Harri ein Jahr alt war, starb sein Vater, der Schuhmacher war, aus unbekannten Gründen. Im selben Jahr kam im Oktober Harris jüngere Schwester Paula zur Welt. Die Mutter Ester versuchte, nach dem Tod des Vaters die Familie mit dem Betrieb eines Marktstandes zu ernähren, doch 1936 musste sie ihn schließlich aufgeben.<br />
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Harri lebte mit seiner Mutter und seinen Geschwistern, die zum Teil aber auch in Kinderheimen und bei Pflegeeltern untergebracht waren, anfangs in der Barnimstraße 32 in Friedrichshain und dann in der Grenadierstraße 19 (heute Almstadtstraße). Am 1. April 1936 wurde Harri in der 3. Volksschule der jüdischen Gemeinde in der Rykestraße eingeschult, die auch mehrere seiner Geschwister besuchten. Von der Wohnung in der Greandierstraße zog die Familie in die Linienstraße 44 um. Dort wohnte auch Harris Tante Jochewed Goldschal, deren Mann Israel Goldschal (später zwangsweise umbenannt in Goldszal) und Sohn Avrom nach Polen abgeschoben wurden. Ihre Töchter, Harris Cousinen Rosa und Betti, konnten mit Kindertransporten nach Schottland fliehen. Auch Harris Schwester Jetti gelang es Ende der 1930-er Jahre nach Dänemark zu entkommen. Sie lebte später ebenfalls in Schottland.<br />
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Über Harris letzte Lebensjahre sind nur bruchstückhafte Informationen erhalten. So wechselte er als 9-Jähriger im September 1939 die Schule, damals wohnte er der Schulkartei zufolge noch in der Linienstraße 44. Im Juni 1940 folgte dann ein erneuter Schulwechsel zur 5. Volksschule. In der Schülerkartei ist vermerkt, dass er damals in der Schönhauser Allee wohnte und aus Pankow zugezogen war. Offenbar lebte er nicht mehr bei seiner Mutter, die mit mehreren seiner Geschwister zuletzt ganz in der Nähe in der Alten Schönhauser Straße 5 wohnte. Vermutlich war der inzwischen 10-Jährige in einer Pflegefamilie untergebracht. Zwei Jahre später verließ Harri die Schule nach nur sechs Schuljahren. Wenige Monate später wurde er mit dem „18. Osttransport“ nach Riga deportiert. Als Anschrift ist in der Deportationsliste die Schönhauser Allee 188 angegeben und sein Geburtsdatum abweichend als 27.10.30. Mit dem selben Transport wurden auch Harris Mutter, sein 17-jähriger Bruder Salomon und seine 10-jährige Schwester Paula verschleppt. Sie alle wurden nach der Ankunft am 18. August 1942 ermordet.<br />
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Auch Harris Brüder Karl, Adolf und Leo wurden deportiert und ermordet, seine Schwester Jetti überlebte als Einzige.

Harri Szydlo war das zweitjüngste der sieben Kinder von Ester (geb. Jungermann) und Jankel (Jakob) Szydlo. Er wurde am 23. Januar 1930 in Berlin geboren. Als Harri ein Jahr alt war, starb sein Vater, der Schuhmacher war, aus unbekannten Gründen. Im selben Jahr kam im Oktober Harris jüngere Schwester Paula zur Welt. Die Mutter Ester versuchte, nach dem Tod des Vaters die Familie mit dem Betrieb eines Marktstandes zu ernähren, doch 1936 musste sie ihn schließlich aufgeben.

Harri lebte mit seiner Mutter und seinen Geschwistern, die zum Teil aber auch in Kinderheimen und bei Pflegeeltern untergebracht waren, anfangs in der Barnimstraße 32 in Friedrichshain und dann in der Grenadierstraße 19 (heute Almstadtstraße). Am 1. April 1936 wurde Harri in der 3. Volksschule der jüdischen Gemeinde in der Rykestraße eingeschult, die auch mehrere seiner Geschwister besuchten. Von der Wohnung in der Greandierstraße zog die Familie in die Linienstraße 44 um. Dort wohnte auch Harris Tante Jochewed Goldschal, deren Mann Israel Goldschal (später zwangsweise umbenannt in Goldszal) und Sohn Avrom nach Polen abgeschoben wurden. Ihre Töchter, Harris Cousinen Rosa und Betti, konnten mit Kindertransporten nach Schottland fliehen. Auch Harris Schwester Jetti gelang es Ende der 1930-er Jahre nach Dänemark zu entkommen. Sie lebte später ebenfalls in Schottland.

Über Harris letzte Lebensjahre sind nur bruchstückhafte Informationen erhalten. So wechselte er als 9-Jähriger im September 1939 die Schule, damals wohnte er der Schulkartei zufolge noch in der Linienstraße 44. Im Juni 1940 folgte dann ein erneuter Schulwechsel zur 5. Volksschule. In der Schülerkartei ist vermerkt, dass er damals in der Schönhauser Allee wohnte und aus Pankow zugezogen war. Offenbar lebte er nicht mehr bei seiner Mutter, die mit mehreren seiner Geschwister zuletzt ganz in der Nähe in der Alten Schönhauser Straße 5 wohnte. Vermutlich war der inzwischen 10-Jährige in einer Pflegefamilie untergebracht. Zwei Jahre später verließ Harri die Schule nach nur sechs Schuljahren. Wenige Monate später wurde er mit dem „18. Osttransport“ nach Riga deportiert. Als Anschrift ist in der Deportationsliste die Schönhauser Allee 188 angegeben und sein Geburtsdatum abweichend als 27.10.30. Mit dem selben Transport wurden auch Harris Mutter, sein 17-jähriger Bruder Salomon und seine 10-jährige Schwester Paula verschleppt. Sie alle wurden nach der Ankunft am 18. August 1942 ermordet.

Auch Harris Brüder Karl, Adolf und Leo wurden deportiert und ermordet, seine Schwester Jetti überlebte als Einzige.