Manfred Sommerfeld

Location 
Luitpoldstr. 42
District
Schöneberg
Stone was laid
2020
Born
1882
Occupation
Rechtsanwalt
Deportation
on 29 October 1941 nach Łódź / Litzmannstadt
Murdered
1942 in Łódź / Litzmannstadt

Manfred Sommerfeld kam am 26. Juni 1882 im damals preußischen Schneidemühl (heute: Piła / Polen) als Sohn des Kaufmanns Gustav Sommerfeld und seiner Frau Ida, geb. Sommerfeld, zur Welt. Seine Geschwister waren Arthur, geboren am 10. September 1883, Adeline, geboren am 18. April 1893, und Helene, geboren am 25. Mai 1894. Eine Schwester namens Fanny war bereits 1890 gestorben. Manfred und Arthur besuchten das Königliche Gymnasium in Schneidemühl. <br />
Manfred studierte nach dem Abitur in Berlin Jura und wurde Rechtsanwalt. 1930 hatte er sein Büro in Berlin NO 55, Weißenburgerstraße 1, und war bereits Rechtsanwalt am Kammergericht. Nach der Machtübernahme der Nazis im Frühjahr 1933 wurde er aus der Anwaltsliste gelöscht. Von 1933 bis Anfang 1939 wohnte er in der Luitpoldstraße 42 und betrieb eine Praxis als Rechtskonsulent. Ab Mai 1939 wohnte er als RA a.D. Manfred „Israel“ Sommerfeld in der Wielandstraße 22 in Friedenau, ab dem 1. Juni 1940 dann als Untermieter in der Emserstraße 18 II bei Stupel in einem teilmöblierten Zimmer.<br />
Die Vermögenserklärung musste er am 16. Oktober 1941 abgeben.<br />
Er war geschieden und kinderlos, seine frühere Ehefrau war verstorben. 1941 besaß er noch ca. 500 Bücher sowie sieben kleine Bilder, die er selbst gemalt hatte, aber als wertlos einschätzte. An Schmuck besaß er einen Trauring, eine silberne Taschenuhr und eine Uhrkette (Doublée). <br />
Sein Kontoguthaben betrug 2.868 RM, sein Depot hatte einen Wert von 12.625 RM, das Bargeld betrug 324 RM. Den Wert seines Gesamtvermögens gab er mit ca. 30.000 RM an. <br />
Die Verfügung, wonach sein Vermögen zugunsten des Deutschen Reichs eingezogen wurde, erhielt er bereits in der Sammelstelle Levetzowstraße 7/9. Von dort wurde er am 27. Oktober 1941 nach Litzmannstadt, Ghetto, deportiert, wo er am 20. April 1942 ermordet wurde.<br />
Seine Schwester Adeline konnte nach England emigrieren, die Schwester Helene in die USA. Beide starben, ohne Nachkommen zu hinterlassen. Sein Bruder Arthur, der in Berlin einen Im-und Export zahnmedizinischer Geräte betrieben hatte, starb 1937. Dessen Frau Gertrud, geb. Unruh, geboren am 9. August 1895 in Hersfeld, Hessen-Nassau, wurde am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Ihre Tochter, Inge-Lore Sommerfeld, geboren am 22. Dezember 1926, kam 1938 mit einem Kindertransport nach England. Als Erwachsene arbeitete sie für die BBC und als Modedesignerin für Marks & Spencer. Sie hatte keine Kinder und starb 2008.<br />

Manfred Sommerfeld kam am 26. Juni 1882 im damals preußischen Schneidemühl (heute: Piła / Polen) als Sohn des Kaufmanns Gustav Sommerfeld und seiner Frau Ida, geb. Sommerfeld, zur Welt. Seine Geschwister waren Arthur, geboren am 10. September 1883, Adeline, geboren am 18. April 1893, und Helene, geboren am 25. Mai 1894. Eine Schwester namens Fanny war bereits 1890 gestorben. Manfred und Arthur besuchten das Königliche Gymnasium in Schneidemühl.
Manfred studierte nach dem Abitur in Berlin Jura und wurde Rechtsanwalt. 1930 hatte er sein Büro in Berlin NO 55, Weißenburgerstraße 1, und war bereits Rechtsanwalt am Kammergericht. Nach der Machtübernahme der Nazis im Frühjahr 1933 wurde er aus der Anwaltsliste gelöscht. Von 1933 bis Anfang 1939 wohnte er in der Luitpoldstraße 42 und betrieb eine Praxis als Rechtskonsulent. Ab Mai 1939 wohnte er als RA a.D. Manfred „Israel“ Sommerfeld in der Wielandstraße 22 in Friedenau, ab dem 1. Juni 1940 dann als Untermieter in der Emserstraße 18 II bei Stupel in einem teilmöblierten Zimmer.
Die Vermögenserklärung musste er am 16. Oktober 1941 abgeben.
Er war geschieden und kinderlos, seine frühere Ehefrau war verstorben. 1941 besaß er noch ca. 500 Bücher sowie sieben kleine Bilder, die er selbst gemalt hatte, aber als wertlos einschätzte. An Schmuck besaß er einen Trauring, eine silberne Taschenuhr und eine Uhrkette (Doublée).
Sein Kontoguthaben betrug 2.868 RM, sein Depot hatte einen Wert von 12.625 RM, das Bargeld betrug 324 RM. Den Wert seines Gesamtvermögens gab er mit ca. 30.000 RM an.
Die Verfügung, wonach sein Vermögen zugunsten des Deutschen Reichs eingezogen wurde, erhielt er bereits in der Sammelstelle Levetzowstraße 7/9. Von dort wurde er am 27. Oktober 1941 nach Litzmannstadt, Ghetto, deportiert, wo er am 20. April 1942 ermordet wurde.
Seine Schwester Adeline konnte nach England emigrieren, die Schwester Helene in die USA. Beide starben, ohne Nachkommen zu hinterlassen. Sein Bruder Arthur, der in Berlin einen Im-und Export zahnmedizinischer Geräte betrieben hatte, starb 1937. Dessen Frau Gertrud, geb. Unruh, geboren am 9. August 1895 in Hersfeld, Hessen-Nassau, wurde am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Ihre Tochter, Inge-Lore Sommerfeld, geboren am 22. Dezember 1926, kam 1938 mit einem Kindertransport nach England. Als Erwachsene arbeitete sie für die BBC und als Modedesignerin für Marks & Spencer. Sie hatte keine Kinder und starb 2008.