Kurt Guttentag

Location 
Torstr. 126
Historical name
Elsässer Str. 95
District
Mitte
Stone was laid
2010
Born
09 June 1877
Deportation
on 29 November 1942 nach Auschwitz
Murdered
in Auschwitz
  • Stolperstein Kurt Guttentag © OTFW
    Stolperstein Kurt Guttentag © OTFW

    Stolperstein Kurt Guttentag © OTFW

Kurt Guttentag wurde am 9. Juni 1877 in der Kolonie Neudorf, Kreis Gleiwitz, (heute: Nowa Wies/Polen) )geboren. Aus der Ehe mit Elsa, geb. Kramer, gingen Sohn Edwin und Tochter Gerda hervor. Die Familie wohnte bis Ende der 1930er Jahre in einer geräumigen 3-Zimmer-Wohnung in der Elsässer Str. 95. <br />
<br />
Kurt Guttentag hatte nach einer Lehre zum Textilkaufmann ein eigenes Geschäft für Herrenkonfektion geführt, das er kurz nach Kriegsausbruch 1914 schließen musste. Nach dem Ersten Weltkrieg war er zunächst als Einkäufer im bekannten Berliner Kaufhaus Jandorf beschäftigt, 1923 bis 1928 als Geschäftsführer im Modegeschäft Hermann Vortrefflich, Friedrichstraße 143, und bis 1935 dann wieder als Einkäufer für Herrenkonfektion im Kaufhaus H. Joseph & Co. in Neukölln. Sein Monatsgehalt betrug in diesen Positionen bis 600 RM, jährliche Gewinnbeteiligungen kamen hinzu. <br />
<br />
Die zunehmende Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ab 1933 trieb die beiden Kinder der Guttentags – wahrscheinlich nach dem Novemberpogrom 1938 – ins Ausland. Sohn Edwin flüchtete nach Shanghai, seiner Schwester Gerda gelang die Emigration nach Palästina. <br />
<br />
Kurt und Gerda Guttentag blieben – wie viele ältere jüdische Einwohner – in Berlin. Ende der 1930er Jahre mussten sie ihre Wohnung aufgeben und zogen als Untermieter in ein möbliertes Zimmer der Wohnung Lewinski, An der Spandauer Brücke 10, II. OG. Kurt Guttentag war zu dieser Zeit – wahrscheinlich als Zwangsarbeiter – in einem Betrieb für Laborbedarf eingesetzt. <br />
<br />
Ende November 1942 wurde das Ehepaar festgenommen und in das Sammellager Große Hamburger Straße gebracht. Die von Kurt Guttentag unterzeichnete Vermögenserklärung des zurückgelassenen Besitzes datiert vom 27. November 1942. Zwei Tage später befanden sich Kurt und Elsa Guttentag im Deportationszug des „23. Osttransports“ in das Vernichtungslager Auschwitz. <br />
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Bei dessen Befreiung im Januar 1945 waren sie nicht unter den Überlebenden.

Kurt Guttentag wurde am 9. Juni 1877 in der Kolonie Neudorf, Kreis Gleiwitz, (heute: Nowa Wies/Polen) )geboren. Aus der Ehe mit Elsa, geb. Kramer, gingen Sohn Edwin und Tochter Gerda hervor. Die Familie wohnte bis Ende der 1930er Jahre in einer geräumigen 3-Zimmer-Wohnung in der Elsässer Str. 95.

Kurt Guttentag hatte nach einer Lehre zum Textilkaufmann ein eigenes Geschäft für Herrenkonfektion geführt, das er kurz nach Kriegsausbruch 1914 schließen musste. Nach dem Ersten Weltkrieg war er zunächst als Einkäufer im bekannten Berliner Kaufhaus Jandorf beschäftigt, 1923 bis 1928 als Geschäftsführer im Modegeschäft Hermann Vortrefflich, Friedrichstraße 143, und bis 1935 dann wieder als Einkäufer für Herrenkonfektion im Kaufhaus H. Joseph & Co. in Neukölln. Sein Monatsgehalt betrug in diesen Positionen bis 600 RM, jährliche Gewinnbeteiligungen kamen hinzu.

Die zunehmende Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ab 1933 trieb die beiden Kinder der Guttentags – wahrscheinlich nach dem Novemberpogrom 1938 – ins Ausland. Sohn Edwin flüchtete nach Shanghai, seiner Schwester Gerda gelang die Emigration nach Palästina.

Kurt und Gerda Guttentag blieben – wie viele ältere jüdische Einwohner – in Berlin. Ende der 1930er Jahre mussten sie ihre Wohnung aufgeben und zogen als Untermieter in ein möbliertes Zimmer der Wohnung Lewinski, An der Spandauer Brücke 10, II. OG. Kurt Guttentag war zu dieser Zeit – wahrscheinlich als Zwangsarbeiter – in einem Betrieb für Laborbedarf eingesetzt.

Ende November 1942 wurde das Ehepaar festgenommen und in das Sammellager Große Hamburger Straße gebracht. Die von Kurt Guttentag unterzeichnete Vermögenserklärung des zurückgelassenen Besitzes datiert vom 27. November 1942. Zwei Tage später befanden sich Kurt und Elsa Guttentag im Deportationszug des „23. Osttransports“ in das Vernichtungslager Auschwitz.

Bei dessen Befreiung im Januar 1945 waren sie nicht unter den Überlebenden.