- Location
- Trautenaustr. 10
- District
- Wilmersdorf
- Stone was laid
-
29 April 2012
- Born
- 09 October 1887 in Neuenrade
- Deportation
- on 12 January 1943 to Auschwitz
-
Murdered
- in Auschwitz
Berthold Lewin wurde am 9. Oktober 1887 in Neuenrade, Märkischer Kreis in Westfalen geboren. Für seine Eltern, den Großkaufmann Louis Lewin (*1841) und seine aus Bork, Kreis Lüdinghausen stammende Ehefrau Eugenie Lewin geborene Stern (*1859), war er das zweite von insgesamt sechs Kindern. Richard (*1886) war ein Jahr älter als er. Zwei Jahre nach Berthold wurde Simon Friedrich (*1889) geboren. 1891 kam ein Bruder zur Welt, der schon nach einem Tag starb. Sein Bruder Rudolf (*1893) war sechs Jahre jünger als er. Seine Schwester Bertha kam 1896 zur Welt.
Durch Auslandshandel erwarb Bertholds Vater ein beträchtliches Vermögen. Er nahm innerhalb der jüdischen Gemeinde eine herausragende wirtschaftliche und soziale Stellung ein. Sein Vater, sein ältester Bruder Richard und der jüngste Bruder Rudolf, starben 1917 im Ersten Weltkrieg. So blieben nur noch seine Mutter, sein Bruder Friedrich und er, sowie seine kleine Schwester Bertha, die 1923 Max Vasen heiratete und mit ihm 1928 nach Uruguay auswanderte. 1933 lebte nur noch seine Mutter Eugenie in Neuenrade.
Friedrich – genannt Fritz – Lewin heiratete Alice Lewin geborene Löwenherz. Sie wurden am 19. August 1932 in Frankfurt am Main Eltern von Zwillingen, Herbert und Doris.
Wann Berthold nach Berlin ging, ist unbekannt. In Neuenrade mussten Fritz und Berthold 1936 und 1940 mehrere Grundstücke unter Wert an die Stadt verkaufen, um Steuerschulden bezahlen zu können. Ihre Mutter hatte als letzte jüdische Einwohnerin im September 1936 die Stadt verlassen und zog zu ihrer Tochter nach Uruguay.
Das letzte Eigentum, welches Berthold in Neuenrade an die Stadt verkaufen musste, war der jüdische Friedhof. Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 wurde Berthold in der Trautenaustraße 10 registriert. Im Januar 1941 musste er hier ausziehen und zur Untermiete in ein möbliertes Zimmer einer Zwangswohnung des Hauptmieters Robert Ollendorf in die Nassauische Straße 61 ziehen.
Am 10. Januar 1943 wurde er gezwungen, eine Vermögenserklärung auszufüllen, die ihm am gleichen Tag in der Sammelstelle in der Großen Hamburger Straße 26 wieder zugestellt wurde. Die Angabe seiner Forderungen aus Darlehensverträgen aus den Jahren 1936 und 1939 waren mit einem blauen Kopierstift gestrichen worden. Das Finanzamt interessierte sich nur für Guthaben.
Mit dem 26. Osttransport wurde der ledige 55-jährige Berthold Lewin am 12. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Sein Bruder Friedrich Lewin wurde im Oktober 1942 von Mechelen, Belgien nach Auschwitz deportiert und ermordet.
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