Efraim Adlerfliegel

Location 
Tucholskystr. 37
District
Mitte
Stone was laid
2018
Born
1891
Abgeschoben
1938 nach Bentschen / Zbąszyń ("Polenaktion")
Deportation
nach Treblinka
Murdered
  • Stolperstein Efraim Adlerfliegel © OTFW
    Stolperstein Efraim Adlerfliegel © OTFW

    Stolperstein Efraim Adlerfliegel © OTFW

Ephraim Adlerfliegel wurde am 06. Mai 1891 in Sieniawa (Jaroslaw), Galizien, geboren. Seine Frau Scheindla Carlotte, geborene Fürstenfeld, kam am 10. Februar 1891 im russischen Siewierz (Piotrkow) zur Welt.<br />
Es ist nicht nachzuvollziehen wann genau das Paar nach Berlin kam, doch zunächst lebten sie vermutlich in der Dircksenstraße. Dort kam auch ihre einzige Tochter Pnina als Perna Paula am 08. Juli 1918 zur Welt. Nach drei Jahren zog die Familie zum Bruder Scheindla Carlotte Adlerfliegels, Bernard Fürstenfeld nach Dresden. <br />
1925 kamen sie zurück nach Berlin, lebten zunächst in der Swinemünder Straße 99 um dann in die Artillerie Straße 7, die heutige Tucholsky Straße 37, zu ziehen. Hier im Bezirk Mitte, lebten und arbeiteten sie. Das Ehepaar betrieb eine Herrenschneiderei, in der sie vier Gesellen beschäftigten. <br />
Ihr Tochter Perna Paula besuchte die Mädchen-Mittelschule in der Schwedterstraße bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten. Ab 1933 war es ihr nicht mehr erlaubt dort zur Schule zu gehen, weshalb sie ihren Wunsch Chemielaborantin zu werden wohl nie erfüllen konnte.<br />
1934 wanderte Perna Paula Adlerfliegel, spätere Sonnenberg, mit der jüdischen Jugendorganisation Alijat HaNoar aus, in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina. In ihrer Erinnerung war der Abschied von ihren Eltern am Bahnhof in Berlin nur ein vorläufiger, ein kurzes „auf Wiedersehen“. Bei der Überfahrt über das Mittelmeer, entschied sie sich einen hebräischen Namen anzunehmen. So wurde aus Perna Paula Adlerfliegel, Pnina Adlerfliegel, was im Hebräischen Perle heißt. In Israel gründete sie den Kibbuz Alonim mit und lernte ihren späteren Ehemann Malachi Sonnenberg kennen. Die beiden heirateten 1938 und hatten gemeinsam vier Kinder. Während der vielen Kämpfe im Vorfeld der Ausrufung des israelischen Staates, sah Pnina Adlerfliegel viele ihrer Freunde sterben. Aus diesem Grund entschied sie sich eine Ausbildung zur Krankenschwester zu machen, was ihr erst durch den Kibbutz genehmigt werden musste. <br />
In dieser Zeit sah Pnina ihre Mutter ein letztes Mal. Scheindla Carlotte Adlerfliegel kam in das damalige Mandatsgebiet Palästina um das noch unverheiratete Paar zu besuchen. Sie lernte Malachi Sonnenberg kennen und sagte ihrer Tochter zum Abschied, dass sie sie in guten Händen lassen werde. <br />
Scheindla Carlotte Adlerfliegel kehrte nach Berlin zurück zu ihrem Mann Ephraim. Spätestens ab 1938 war ihnen eine Ausübung ihres Gewerbes und somit der Erhalt ihrer Herrenschneiderei nicht mehr möglich. Aufgrund ihrer polnischen Staatsangehörigkeit wurden sie am 28. Oktober 1938 im Zuge der sogenannten „Polenaktion“ zum Grenzort Zbąszyń (Bentschen) in Polen deportiert. Bis Sommer 1939 waren sie im dortigen Internierungslager.<br />
Ephraim und Scheindla Carlotte Adlerfliegel wurden im Vernichtungslager Treblinka ermordet. <br />

Ephraim Adlerfliegel wurde am 06. Mai 1891 in Sieniawa (Jaroslaw), Galizien, geboren. Seine Frau Scheindla Carlotte, geborene Fürstenfeld, kam am 10. Februar 1891 im russischen Siewierz (Piotrkow) zur Welt.
Es ist nicht nachzuvollziehen wann genau das Paar nach Berlin kam, doch zunächst lebten sie vermutlich in der Dircksenstraße. Dort kam auch ihre einzige Tochter Pnina als Perna Paula am 08. Juli 1918 zur Welt. Nach drei Jahren zog die Familie zum Bruder Scheindla Carlotte Adlerfliegels, Bernard Fürstenfeld nach Dresden.
1925 kamen sie zurück nach Berlin, lebten zunächst in der Swinemünder Straße 99 um dann in die Artillerie Straße 7, die heutige Tucholsky Straße 37, zu ziehen. Hier im Bezirk Mitte, lebten und arbeiteten sie. Das Ehepaar betrieb eine Herrenschneiderei, in der sie vier Gesellen beschäftigten.
Ihr Tochter Perna Paula besuchte die Mädchen-Mittelschule in der Schwedterstraße bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten. Ab 1933 war es ihr nicht mehr erlaubt dort zur Schule zu gehen, weshalb sie ihren Wunsch Chemielaborantin zu werden wohl nie erfüllen konnte.
1934 wanderte Perna Paula Adlerfliegel, spätere Sonnenberg, mit der jüdischen Jugendorganisation Alijat HaNoar aus, in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina. In ihrer Erinnerung war der Abschied von ihren Eltern am Bahnhof in Berlin nur ein vorläufiger, ein kurzes „auf Wiedersehen“. Bei der Überfahrt über das Mittelmeer, entschied sie sich einen hebräischen Namen anzunehmen. So wurde aus Perna Paula Adlerfliegel, Pnina Adlerfliegel, was im Hebräischen Perle heißt. In Israel gründete sie den Kibbuz Alonim mit und lernte ihren späteren Ehemann Malachi Sonnenberg kennen. Die beiden heirateten 1938 und hatten gemeinsam vier Kinder. Während der vielen Kämpfe im Vorfeld der Ausrufung des israelischen Staates, sah Pnina Adlerfliegel viele ihrer Freunde sterben. Aus diesem Grund entschied sie sich eine Ausbildung zur Krankenschwester zu machen, was ihr erst durch den Kibbutz genehmigt werden musste.
In dieser Zeit sah Pnina ihre Mutter ein letztes Mal. Scheindla Carlotte Adlerfliegel kam in das damalige Mandatsgebiet Palästina um das noch unverheiratete Paar zu besuchen. Sie lernte Malachi Sonnenberg kennen und sagte ihrer Tochter zum Abschied, dass sie sie in guten Händen lassen werde.
Scheindla Carlotte Adlerfliegel kehrte nach Berlin zurück zu ihrem Mann Ephraim. Spätestens ab 1938 war ihnen eine Ausübung ihres Gewerbes und somit der Erhalt ihrer Herrenschneiderei nicht mehr möglich. Aufgrund ihrer polnischen Staatsangehörigkeit wurden sie am 28. Oktober 1938 im Zuge der sogenannten „Polenaktion“ zum Grenzort Zbąszyń (Bentschen) in Polen deportiert. Bis Sommer 1939 waren sie im dortigen Internierungslager.
Ephraim und Scheindla Carlotte Adlerfliegel wurden im Vernichtungslager Treblinka ermordet.