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Selma Schubert (born Krone)

Foto: A. Bukschat & C. Flegel
LOCATION
Pestalozzistr. 15

DISTRICT
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
STONE WAS LAID
04/26/2012

BORN
04/17/1894 in Berlin
DEPORTATION
on the 19th of October 1942 to Riga
MURDERED
10/22/1942 in Riga

Selma Krone war die Älteste von fünf Geschwistern. Sie wurde am 17. April 1894 in Berlin geboren. Die Eltern, der 25-jährige Schneider Salomon Krone aus Witkowo in Posen und die zwei Jahre ältere Hedwig geb. Lewin aus Schwerin an der Warthe (heute polnisch Skwierzyna), waren vermutlich kurz vor Selmas Geburt nach Berlin gezogen, im Adressbuch wird Salomon Krone zunächst nur 1894 erwähnt. Offenbar konnte die Familie in Berlin nicht Fuß fassen und kehrte in Hedwigs Heimatstadt Schwerin/Warthe zurück. Dort wurde 1896 die zweite Tochter, Margarete geboren, gefolgt 1898 von Anni, dem Bruder Sally (Dezember 1899) und Katharina im August 1901. Valeria, die jüngste Tochter, kam am 28. Oktober 1903 in Stettin auf die Welt, wo sich die Familie für fast ein Jahrzehnt aufhielt. Dann entschloss sich Salomon Krone, inzwischen Schneidermeister, noch mal nach Berlin zu ziehen. Im Adressbuch findet man ihn erstmals wieder 1912 verzeichnet, wohnhaft in Charlottenburg, Krumme Straße 68. 1914 war die Familie in die Pestalozzistraße 6 gezogen, ein Jahr später um die Ecke, in die Schlüterstraße 68. 1914 war Selma 20 Jahre alt, hatte die Schule in Schwerin und Stettin absolviert, die Haushaltsschule in Ahlem/Hannover besucht und eine Büroausbildung gemacht. Im Oktober 1915 heiratete sie den aus Leipzig stammenden Rudolph Schubert. Die Ehe wurde aber um 1927 herum geschieden und war offenbar kinderlos geblieben. Selma musste auf ihre Büroausbildung zurückgreifen um ihren Unterhalt zu verdienen. Mehrere Jahre arbeitete sie für die Jüdische Telegraphen Agentur (JTA), bis diese im Herbst 1937 von der Gestapo aufgelöst wurde. Die JTA war damals die führende Jüdische Pressenagentur, mit Sitz in London und New York. 1922 wurde auch ein Berliner Büro gegründet. Selma, die laut ihrer Schwester Valeria in der Weimarer Straße (wohl zur Untermiete) wohnte, sah sich nach dem Verbot der JTA gezwungen, zu ihrer Mutter in die Leibnizstraße 87 zu ziehen. Dort hatte, folgt man dem Adressbuch, Salomon Krone 1934 seine Schneiderei. 1935 sind sowohl Salomon wie seine Frau Hedwig, auch als Schneiderin, an dieser Adresse eingetragen. In diese Zeit fällt vermutlich die Scheidung von Hedwig und Salomon, denn in den folgenden Jahren ist nur Hedwig Krone, Schneiderin, in der Leibnizstraße aufgeführt. Mit ihr lebte ihre zweite Tochter Margarete, die am 7. Dezember 1896 in Schwerin an der Warthe geboren worden war. Die Volksschule hatte sie in Stettin besucht und anschließend eine Schneiderlehre gemacht, die sie mit dem Gesellenbrief abschloss. Margarete war ledig geblieben, arbeitete mit der Mutter und führte auch deren Haushalt. 1939 musste auch die dritte Tochter, Anna, in die Leibnizstraße ziehen.


Biographical Compilation

Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf

Additional Sources

Gedenkbuch. Bundesarchiv Koblenz, 2006; Gedenkbuch Berlin der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus 1995; Berliner Adressbücher; Akten des Landesentschädigungsamtes Berlin; Gottwaldt/Schulle, Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945, Wiesbaden 2005; Yad Vashem, Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer (zu Anna Krone)