Alfred Pinkus kam am 31.01.1879 im brandenburgischen Prenzlau als Sohn des Händlers Moses Pinkus und dessen Ehefrau Lina, geb. Arndt, zur Welt. Vermutlich um 1900 ging er von Prenzlau nach Weißensee, welches damals noch vor den Toren Berlins lag.
Im März des Jahres 1910 heiratete er dort die am 3. November 1878 in Berlin geborene Selma Gabriel. Laut Eheurkunde war er von Beruf Leichenträger (vermutlich auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee) und wohnte in der Sedanstr. 47 (heute Bizetstr.) in Weißensee. Selma war Näherin und wohnte zum Zeitpunkt der Hochzeit in der Prenzlauer Allee 17.
Im November 1910 kam ihre Tochter Edith zur Welt.
1927 zog die Familie Pinkus in die Sedanstr. 52 (heute Bizetstr. 122). Ab der Ausgabe 1928 des Berliner Adressbuches wird Alfred Pinkus unter dieser Anschrift geführt. Sein Beruf wird mit Friedhofsbeamter angegeben.
Nach ihrer Hochzeit mit Siegfried Link 1936 lebte Alfreds und Selmas Tochter Edith weiter im Haus Sedanstr. 52.
1938 zogen die Haushalte Pinkus und Link – vermutlich aufgrund der nationalsozialistischen Repressionen gegen Jüdinnen und Juden im Bereich des Mietrechts – in das Verwaltungsgebäude auf dem Jüdischen Friedhof mit der damaligen Anschrift Weißensee, Lothringenstr. 22 (heute Herbert-Baum-Str.).
Mit dieser Anschrift werden Alfred und Selma Pinkus sowie Schwiegersohn Siegfried und Tochter Edith Link sowie das Ehepaar Joseph und Regina Rosenthal in den Zusatzfragebögen der am 17. Mai 1939 erfolgten Volkszählung erfasst.
Noch im Adressbuch des Jahres 1941 werden Alfred Pinkus als Friedhofsaufseher, Siegfried Link als Angestellter, und Joseph Rosenthal als Obergärtner unter dieser Anschrift genannt.
Im Juli 1941 wurden Alfred und Selma Großeltern. Ihre Tochter Edith brachte im Jüdischen Krankenhaus im Wedding die Enkeltochter Gittel Link zur Welt.
Im Oktober desselben Jahres begannen die Nazis mit der systematischen Deportation und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Berlins.
Am 12.03.1943 wurden alle Bewohner der Lothringenst. 22 mit dem „36. Osttransport“ ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert.
Von den sieben Menschen im Alter von 20 Monaten bis 64 Jahren – Gittel, Edith und Siegfried Link, Alfred und Selma Pinkus sowie Joseph und Regina Rosenthal – wurde nur der 36-jährige Schwiegersohn Siegfried in Auschwitz als „arbeitsfähig“ selektiert.
Alle anderen wurden – vermutlich unmittelbar nach ihrer Ankunft – in Auschwitz ermordet.
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