Fanny Durst

Location 
Rückerstr. 7
District
Mitte
Stone was laid
2011
Born
23 June 1922
Escape
Flucht nach Polen
Deportation
on 24 July 1939
Later deported
nach Auschwitz
Murdered
in Auschwitz
  • Stolpersteine für Moshe Leib, Esther, Fanny und Jenny Durst
    Stolpersteine für Moshe Leib, Esther, Fanny und Jenny Durst © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

    Stolpersteine für Moshe Leib, Esther, Fanny und Jenny Durst © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

Fanny Durst kam am 23. Juni 1922 in Berlin zur Welt. Ihre Eltern Esther (geb. Glatt) und Moshe Durst besaßen beide die polnische Staatsangehörigkeit. Fanny wuchs mit ihren drei Geschwistern in Berlin-Mitte auf. Ihre Schwester Channe war ein Jahr älter als sie. Die jüngeren Geschwister Jenny und Nathan wurden geboren, als Fanny drei bzw. acht Jahre alt war.<br />
Mit ihrer Familie wohnte Fanny Durst in der Linienstraße 97, dann in der Kleinen Rosenthaler Straße 10 und schließlich in einer 4-Zimmer-Wohnung in der Rückerstraße 6 (heute Hausnummer 7).<br />
Im Frühling 1928 wurde Fanny in der Privatschule der Israelitischen Synagogengemeinde Adass Jisroel am Siegmundshof eingeschult. 1932 wechselte sie auf das Lyzeum der Gemeinde. Sie hatte vor, nach dem Abitur zu studieren. <br />
Fannys Vater betrieb in der Wohnung der Familie einen Großhandel für Stoffe und Schneiderbedarf. Aufgrund der antisemitischen Boykotte musste er das Geschäft Anfang 1935 aufgeben. Familie Durst wollte in die USA auswandern, doch die Pläne scheiterten. Ende Oktober 1938 wurde Fannys Vater im Zuge der sogenannten Polenaktion abgeschoben und im Grenzort Zbąszyń (Bentschen) interniert. <br />
Wenig später beschloss die Familie, dass die Kinder versuchen sollten, in die Niederlande zu fliehen. Ende 1938 machte sich zunächst die älteste Schwester Channe, die damals 17 Jahre alt war, mit dem erst knapp achtjährigen Nathan auf den Weg. Ihnen gelang es im zweiten Anlauf, bei Aachen die Grenze zu überqueren und sich bis nach Amsterdam durchzuschlagen. Wenig später versuchten es die 16-jährige Fanny und ihre zwölfjährige Schwester Jenny auf demselben Weg. Doch sie wurden an der Grenze gestoppt und zurück nach Berlin geschickt. Von dort wurden die beiden Schwestern mit ihrer Mutter im Frühjahr oder Sommer 1939 nach Polen ausgewiesen. Sie kamen ebenfalls ins Sammellager in Zbąszyń, wo sie ihren Vater wiedertrafen. <br />
Nach Kriegsbeginn wurde Fanny zusammen mit ihrem Vater ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) verschleppt, bevor sie schließlich ins Ghetto Tarnów kamen, wo auch ihre Mutter und ihre Schwester interniert worden waren. In Amsterdam bekamen Fannys Geschwister im Juni 1942 das letzte Mal Post von ihren Angehörigen. <br />
Fanny, ihre Schwester Jenny und ihre Eltern wurden in Auschwitz ermordet.<br />
Ihre Geschwister Channe und Nathan überlebten die deutsche Besatzung der Niederlande im Versteck. Beide gingen später nach Israel, wo Nathan in Haifa klinischer Direktor des psychosozialen Zentrums für Überlebende des Holocaust wurde. <br />

Fanny Durst kam am 23. Juni 1922 in Berlin zur Welt. Ihre Eltern Esther (geb. Glatt) und Moshe Durst besaßen beide die polnische Staatsangehörigkeit. Fanny wuchs mit ihren drei Geschwistern in Berlin-Mitte auf. Ihre Schwester Channe war ein Jahr älter als sie. Die jüngeren Geschwister Jenny und Nathan wurden geboren, als Fanny drei bzw. acht Jahre alt war.
Mit ihrer Familie wohnte Fanny Durst in der Linienstraße 97, dann in der Kleinen Rosenthaler Straße 10 und schließlich in einer 4-Zimmer-Wohnung in der Rückerstraße 6 (heute Hausnummer 7).
Im Frühling 1928 wurde Fanny in der Privatschule der Israelitischen Synagogengemeinde Adass Jisroel am Siegmundshof eingeschult. 1932 wechselte sie auf das Lyzeum der Gemeinde. Sie hatte vor, nach dem Abitur zu studieren.
Fannys Vater betrieb in der Wohnung der Familie einen Großhandel für Stoffe und Schneiderbedarf. Aufgrund der antisemitischen Boykotte musste er das Geschäft Anfang 1935 aufgeben. Familie Durst wollte in die USA auswandern, doch die Pläne scheiterten. Ende Oktober 1938 wurde Fannys Vater im Zuge der sogenannten Polenaktion abgeschoben und im Grenzort Zbąszyń (Bentschen) interniert.
Wenig später beschloss die Familie, dass die Kinder versuchen sollten, in die Niederlande zu fliehen. Ende 1938 machte sich zunächst die älteste Schwester Channe, die damals 17 Jahre alt war, mit dem erst knapp achtjährigen Nathan auf den Weg. Ihnen gelang es im zweiten Anlauf, bei Aachen die Grenze zu überqueren und sich bis nach Amsterdam durchzuschlagen. Wenig später versuchten es die 16-jährige Fanny und ihre zwölfjährige Schwester Jenny auf demselben Weg. Doch sie wurden an der Grenze gestoppt und zurück nach Berlin geschickt. Von dort wurden die beiden Schwestern mit ihrer Mutter im Frühjahr oder Sommer 1939 nach Polen ausgewiesen. Sie kamen ebenfalls ins Sammellager in Zbąszyń, wo sie ihren Vater wiedertrafen.
Nach Kriegsbeginn wurde Fanny zusammen mit ihrem Vater ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) verschleppt, bevor sie schließlich ins Ghetto Tarnów kamen, wo auch ihre Mutter und ihre Schwester interniert worden waren. In Amsterdam bekamen Fannys Geschwister im Juni 1942 das letzte Mal Post von ihren Angehörigen.
Fanny, ihre Schwester Jenny und ihre Eltern wurden in Auschwitz ermordet.
Ihre Geschwister Channe und Nathan überlebten die deutsche Besatzung der Niederlande im Versteck. Beide gingen später nach Israel, wo Nathan in Haifa klinischer Direktor des psychosozialen Zentrums für Überlebende des Holocaust wurde.