Laura Weishaus née Halpern

Location 
Solinger Straße 10
District
Moabit
Stone was laid
2003
Born
1860
Deportation
on 03 October 1942 nach Theresienstadt
Dead
im Ghetto Theresienstadt
  • Stolperstein für die Bewohner der Solinger Str. 10.

    Stolperstein für die Bewohner der Solinger Str. 10. Fotorechte: OTFW.

  • Stolperstein zum Schicksal der Bewohner Solinger Str. 10.

    Stolperstein zum Schicksal der Bewohner Solinger Str. 10. Fotorechte: OTFW.

Laura Lea Halpern wurde am 5. August 1860 in Bolechau (Bolechiw, heute Ukraine) im damals österreichischen Galizien geboren. Sie war die Tochter des jüdischen Ehepaares Fanni (geb. Grabscheid) und Isaak Halpern.<br />
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Sie heiratete den Kaufmann Moritz Moses Weishaus, geboren in Stanislau, Galizien (heute Iwano-Frankiwsk, Ukraine). 1887 und 1889 kamen in Berlin ihre Söhne Alfred und Siegfried Maximilian zur Welt. Ihre Tochter Feodora wurde im November 1891 geboren. Inzwischen war die Familie von ihrer früheren Wohnung in der Schönhauser Allee 182 in den Weinbergsweg 6 umgezogen. Später lebten sie im Prenzlauer Berg in der Weißenburger Straße 28 (heute Kollwitzstraße), wo Laura Weishausʼ Mann eine Fischbeinfabrik betrieb. Er starb im Alter von 60 Jahren am 14. Oktober 1915. Fast genau ein Jahr später starb Laura Weishausʼ 29-jähriger Sohn Alfred, der als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg an der Front war, in Frankreich im Lazarett an einer schweren Verwundung. <br />
<br />
In den 1920er- und 1930er-Jahren wohnte Laura Weishaus in Berlin-Charlottenburg in der Schlüterstraße 25 in der vierten Etage. Dort wohnte bis zu ihrer Heirat im Juni 1919 auch ihre Tochter Feodora, die als Kontoristin tätig war. Laura Weishausʼ Sohn Siegfried, der Banker und Fondsmakler war, wohnte im selben Haus eine Etage tiefer. Später lebte er in der Wielandstraße 25, von wo er im August 1939 nach Belgien floh. Er wurde im Oktober 1940 im Lager Gurs in Frankreich interniert und starb dort am 5. Dezember 1940.<br />
<br />
Laura Weishaus zog 1939 zu ihrer Tochter Feodora und ihrem Schwiegersohn Sally Mendheim in die Solinger Straße 10, die dort eine geräumige Wohnung mit Dachgarten in der vierten und fünften Etage bewohnten. Wenige Monate zuvor waren Laura Weishausʼ Enkelkinder Doris und Hans, die damals 19 und 14 Jahre alt waren, nach New York geflohen. Dorisʼ knapp zweijähriger Sohn Ernst Eduard blieb bei den Großeltern zurück. Im August 1942 musste die Familie ihre Wohnung räumen, die einem NSDAP-Mitglied zugewiesen wurde. Mit ihrer Tochter, ihrem Schwiegersohn und ihrem Urenkel zog Laura Weishaus in die Tile-Wardenberg-Straße 19, wo sie kurze Zeit im Vorderhaus im 3. Stock in einem möblierten Zimmer zur Untermiete wohnten.<br />
<br />
Am 2. Oktober 1942 wurde Laura Weishaus gezwungen, eine Vermögenserklärung abzugeben. Am folgenden Tag wurde sie mit dem „3. großen Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Die 82-Jährige kam wenig später, am 31. Dezember 1942, im Ghetto Theresienstadt ums Leben.<br />
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Im folgenden Frühjahr wurden ihre Tochter, ihr Schwiegersohn und ihr fünfjähriger Urenkel nach Auschwitz deportiert. Auch sie wurden ermordet.

Laura Lea Halpern wurde am 5. August 1860 in Bolechau (Bolechiw, heute Ukraine) im damals österreichischen Galizien geboren. Sie war die Tochter des jüdischen Ehepaares Fanni (geb. Grabscheid) und Isaak Halpern.

Sie heiratete den Kaufmann Moritz Moses Weishaus, geboren in Stanislau, Galizien (heute Iwano-Frankiwsk, Ukraine). 1887 und 1889 kamen in Berlin ihre Söhne Alfred und Siegfried Maximilian zur Welt. Ihre Tochter Feodora wurde im November 1891 geboren. Inzwischen war die Familie von ihrer früheren Wohnung in der Schönhauser Allee 182 in den Weinbergsweg 6 umgezogen. Später lebten sie im Prenzlauer Berg in der Weißenburger Straße 28 (heute Kollwitzstraße), wo Laura Weishausʼ Mann eine Fischbeinfabrik betrieb. Er starb im Alter von 60 Jahren am 14. Oktober 1915. Fast genau ein Jahr später starb Laura Weishausʼ 29-jähriger Sohn Alfred, der als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg an der Front war, in Frankreich im Lazarett an einer schweren Verwundung.

In den 1920er- und 1930er-Jahren wohnte Laura Weishaus in Berlin-Charlottenburg in der Schlüterstraße 25 in der vierten Etage. Dort wohnte bis zu ihrer Heirat im Juni 1919 auch ihre Tochter Feodora, die als Kontoristin tätig war. Laura Weishausʼ Sohn Siegfried, der Banker und Fondsmakler war, wohnte im selben Haus eine Etage tiefer. Später lebte er in der Wielandstraße 25, von wo er im August 1939 nach Belgien floh. Er wurde im Oktober 1940 im Lager Gurs in Frankreich interniert und starb dort am 5. Dezember 1940.

Laura Weishaus zog 1939 zu ihrer Tochter Feodora und ihrem Schwiegersohn Sally Mendheim in die Solinger Straße 10, die dort eine geräumige Wohnung mit Dachgarten in der vierten und fünften Etage bewohnten. Wenige Monate zuvor waren Laura Weishausʼ Enkelkinder Doris und Hans, die damals 19 und 14 Jahre alt waren, nach New York geflohen. Dorisʼ knapp zweijähriger Sohn Ernst Eduard blieb bei den Großeltern zurück. Im August 1942 musste die Familie ihre Wohnung räumen, die einem NSDAP-Mitglied zugewiesen wurde. Mit ihrer Tochter, ihrem Schwiegersohn und ihrem Urenkel zog Laura Weishaus in die Tile-Wardenberg-Straße 19, wo sie kurze Zeit im Vorderhaus im 3. Stock in einem möblierten Zimmer zur Untermiete wohnten.

Am 2. Oktober 1942 wurde Laura Weishaus gezwungen, eine Vermögenserklärung abzugeben. Am folgenden Tag wurde sie mit dem „3. großen Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Die 82-Jährige kam wenig später, am 31. Dezember 1942, im Ghetto Theresienstadt ums Leben.

Im folgenden Frühjahr wurden ihre Tochter, ihr Schwiegersohn und ihr fünfjähriger Urenkel nach Auschwitz deportiert. Auch sie wurden ermordet.