Georg Braun wurde am 22. Juli 1872 in Magdeburg geboren. Seine Frau Emmy Braun geb. Grün, kam am 22. April 1882 in Berlin zur Welt. Ihr Sohn Herbert wurde 1906 geboren. Die Familie lebte ab 1919 mit Emmys Eltern Oskar und Franziska Grün in der „Villa Jaffé" in der Wallotstraße 10. Oskar Grün, Besitzer eines Eisenhüttenwerks in Schöneweide, hatte die Villa 1919 von Edgar Jaffé (1866–1921), Professor für Nationalökonomie an der Universität München, erworben.
Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten waren die Brauns zur Vermietung einzelner Räume ihrer Villa an Pensionsgäste gezwungen. Herbert Braun war im Widerstand (SPD) aktiv, wurde vermutlich schon 1934 in Tegel inhaftiert und 1938 in das KZ Sachsenhausen überführt. Im Dezember 1938 wurde er freigelassen unter der Bedingung, Deutschland binnen 48 Stunden zu verlassen. Er floh nach Schanghai. Den Eltern Georg und Emmy gelang 1940 ebenfalls die Flucht nach Shanghai. Die Genehmigung zur Ausreise aus Deutschland hatten sie durch den Zwangsverkauf der Villa an die von Hermann Göring geleitete „Reichsjägerschaft" erlangt, die sie als Geschäftsstelle des Reichsjagdmuseums nutzte.
In Shanghai herrschten desaströse Lebensbedingungen: Bis zu 10 Menschen lebten in einem Raum. Alle litten ständig an Hunger und den katastrophalen hygienischen Bedingungen. Georg Braun starb am 29. März 1941. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour verschlechterten sich die Verhältnisse weiter. Die aus Europa geflüchteten Juden mussten in dem von den Japanern eingerichteten Ghetto leben. Dort starb Emmy Braun am 24. Dezember 1943.
Herbert Braun arbeitete nach Ende des Krieges in Shanghai als Speditionskaufmann und emigrierte 1946 nach Palästina. Von dort kam er 1952 nach Berlin zurück und wurde im Rahmen der "Wiedergutmachung" wieder rechtmäßiger Eigentümer der „Villa Jaffé“.
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