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Felice Schragenheim

Fotografie von Felice Schragenheim © GDW / PB Christel Becker-Rau
Foto: Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf
VERLEGEORT
Friedrichshaller Str. 23

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Schmargendorf
VERLEGEDATUM
22.10.2004

GEBOREN
09.03.1922 in Berlin
DEPORTATION
am 05.09.1944 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 09.10.1944 nach Auschwitz
WEITERE DEPORTATION
im Februar 1945 nach Groß-Rosen
ERMORDET
in Bergen-Belsen

Felice Rahel Schragenheim wurde am 9. März 1922 in Berlin geboren. Ihre Eltern Erna und Albert Schragenheim waren Zahnärzte. Felice besuchte das Bismarck-Lyceum im Grunewald, das gegen Ende ihrer Schulzeit in Johanna-von-Puttkamer-Lyzeum umbenannt wurde. Noch bevor sie das Abitur machen konnte, musste sie nach der Reichspogromnacht die Schule verlassen. Ihr Abgangszeugnis ist mit dem 15. November 1938 datiert.

Zu diesem Zeitpunkt waren beide Eltern schon tot. Ihre Mutter starb 1930 bei einem Autounfall, ihr Vater 1935 an einem Herzinfarkt. Felices Bemühungen, zu ihrem Onkel in die Vereinigten Staaten auszuwandern, scheiterten endgültig im Juli 1941, knapp bevor die USA in den Krieg eintraten. Zu diesem Zeitpunkt lebte ihre Schwester Irene bereits seit einigen Jahren in England, ihr Stiefmutter Käte Hammerschlag in Palästina.

Felice musste in einer Flaschenverschlussfabrik Zwangsarbeit leisten. Am 6. August 1942 wurden ihre Großmutter Hulda Karewski (74) und deren Bruder Julius Philipp (78) nach Theresienstadt deportiert, wo sie im September starben. Als auch Felice Anfang Oktober 1942 den Deportationsbescheid erhielt, tauchte sie unter.

Im November 1942 lernte Felice über Vermittlung einer Freundin Lilly Wust kennen, eine Mutter von vier Söhnen, deren Mann in der Wehrmacht war. Zwischen den beiden entspann sich eine Liebesbeziehung. Im April 1943 zog Felice zu Lilly nach Berlin-Schmargendorf. Über ein Jahr lebte sie mit ihr in relativer Sicherheit, bis sie am 21. August 1944 von der Gestapo abgeholt und in das Weddinger „Judensammellager“ gebracht wurde.

Von dort wurde sie nach Theresienstadt und von dort am 9. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. Nach einer Woche ging es zu Fuß weiter nach Groß-Rosen im heutigen Polen. Zusammen mit 1000 Frauen wurde Felice in das 25 Kilometer von Breslau entfernte Nebenlager Kurzbach (Bukołowo) gebracht, wo die Frauen Baumstämme schleppen und Panzerfallen graben mussten. Im November erkrankte Felice an Scharlach und kam ins Krankenhaus nach Trachenberg (Żmigród). Von dort konnte sie Lilly mehrere Briefe schreiben und hoffte, im Krankenhaus die Befreiung zu erleben.

Doch Mitte November wurde Felice ins Lager zurückgeschickt. Am 25. Januar 1945 begann die Evakuierung von Kurzbach. Acht Tage marschierten die Frauen in Eiseskälte nach Groß-Rosen, wo sie zwei Wochen blieben. Danach ging es in offenen Viehwaggons nach Bergen-Belsen. Dort verliert sich Felices Spur.

Nach den Unterlagen ihres Verwandten Martin Feuchtwanger starb sie im März 1945. Der offizielle Totenschein nennt als Todesdatum den 31. Dezember 1944, als Todesursache „Embolie“.

Siehe dazu auch: Erica Fischer, Aimée & Jaguar. Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943, Köln 1994, 2002, 2005: Kiepenheuer & Witsch.

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Erica Fischer