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Ilse Cohn

Ilse Cohn © OTFW
VERLEGEORT
Am Heizkraftwerk Mitte

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Mitte

GEBOREN
03.04.1929 in Berlin
DEPORTATION
am 25.01.1942 nach Riga
ERMORDET

In der Michaelkirchstr. 27 wohnten die jüdischen Familien Gombertz und Cohn: Karl Gombertz, seine beiden Töchter Charlotte und Käthe, verheiratete Cohn, sein Schwiegersohn Hans Cohn sowie die beiden Enkelkinder Ilse und Gerhard Gombertz.

Ebenfalls in diesem Haus wohnte auch Franziska Tietze, die hier ein Seifengeschäft führte. Nach Aussagen von Charlotte Gombertz, die als einziges Familienmitglied den Holocaust überlebte, hat Frau Tietze die jüdischen Mitbewohner des Hauses laufend mit Lebensmitteln unterstützt. So vermittelte sie für Charlotte Gombertz und deren Schwager Hans Cohn – vermutlich in den Jahren 1942/43 – eine Unterkunft bei einer Frau Katein, einer Putzfrau aus Berlin-Treptow. Dort versorgte sie die beiden ebenfalls mit Lebensmitteln. Frau Tietze warnte Charlotte Gombertz außerdem vor ihrer bevorstehenden Verhaftung im Rahmen der „Fabrik-Aktion“ Ende Februar 1943 und hielt Hans Cohn zeitweilig auf ihrem Laubengrundstück in Fredersdorf/Brandenburg versteckt.

Karl Gombertz starb mit 83 Jahren unter nicht bekannten Umständen 1942 in Berlin. Die Eheleute Käthe und Hans Cohn wurden mit ihrer Tochter Ilse am 24. Januar 1942 nach Riga deportiert und gelten als verschollen. Gerhard Cohn starb laut Aussage seiner Tante Charlotte Gombertz 1944 in Berlin in der Illegalität.


Biografische Zusammenstellung

Bürgerverein Luisenstadt