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FAQ zum Gesamtprojekt

Für wen werden Stolpersteine verlegt?

Stolpersteine können für alle Menschen, die in den Jahren 1933 bis 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, verlegt werden. Also für Jüdinnen und Juden, Sinti und Sintezze, Romnija und Roma, Menschen aus dem politischen oder religiös motivierten Widerstand, Homosexuelle, Zeuginnen und Zeugen Jehovas, Opfer der „Euthanasie“-Morde und Menschen, die als „Asoziale“ galten. Die Stolpersteine sollen dabei immer auch einen familiären Zusammenhang abbilden. Es ist daher nicht im Sinne des Projektes, Stolpersteine nur für einzelne Familienmitglieder verlegen zu lassen, wenn die gesamte Familie verfolgt wurde.

Wo werden Stolpersteine verlegt?

Stolpersteine werden grundsätzlich vor dem letzten frei gewählten Wohnort eines Menschen verlegt. Meist waren Menschen bereits Jahre vor ihrer Deportation oder Verhaftung Repressionen ausgesetzt, verloren ihre finanzielle und berufliche Existenzgrundlage und damit auch ihre gesellschaftliche Stellung. Aus diesem Grund ist genau zu prüfen, ob der letzte Wohnort tatsächlich noch frei gewählt oder bereits mit Zwangsmaßnahmen verbunden war.

In Ausnahmefällen können Stolpersteine auch an Orten, die besonders mit dem Lebensweg eines Menschen verbunden waren, verlegt werden.

Was ist für die Anmeldung eines Stolpersteins erforderlich?

Stolpersteine werden für Menschen verlegt, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Auch an Menschen, denen es gelang, die nationalsozialistische Verfolgung zu überleben, kann mit einem Stolperstein erinnert werden. Für die Anmeldung eines Stolpersteines ist es erforderlich, den vollen Namen (inklusive des Geburtsnamens bei verheirateten Frauen), das Geburtsdatum und die Stationen der Verfolgung zu kennen. Wenn möglich, sind Orte und Daten der Inhaftierung/Deportation/Flucht zu nennen, ebenso wie Todesdatum und -ort. Unerlässlich ist die letzte freiwillig gewählte Adresse des Wohnortes, weil vor dieser der Stolperstein verlegt wird. Stolpersteine werden nicht an Orten der Verfolgung wie Gefängnissen, Sammellagern oder „Judenwohnungen“ verlegt. Bevor Sie einen Stolperstein beantragen, überprüfen Sie bitte sowohl auf der Seite www.stolpersteine-berlin.de als auch bei Wikipedia, dass es in Berlin oder in anderen Orten noch keinen Stolperstein für die betreffende Person gibt.

Wie kommt die Inschrift auf dem Stolperstein zustande?

Die Inschrift auf einem Stolperstein informiert immer über eine Person und die wichtigsten Fakten über ihre Verfolgung im Nationalsozialismus. Der Raum auf einem Stolperstein ist allerdings begrenzt, und um die eindeutige Identifizierbarkeit mit dem Projekt Stolpersteine zu gewährleisten, gibt es wenig Spielraum für individuelle Wünsche für Inschriften. Die Inschriften werden gemeinsam mit den lokalen Stolperstein-Initiativen entworfen, die letzte Entscheidung liegt jedoch bei Gunter Demnig, dem Initiator des Projektes, und seinem Team.

Wie lange dauert es, bis ein angemeldeter Stolperstein in Berlin verlegt wird?

Der Künstler Gunter Demnig kommt drei- bis viermal im Jahr nach Berlin, um Stolpersteine zu verlegen. Da diese Verlegungen mit einem größeren zeitlichen Vorlauf geplant werden müssen, dauert es auf jeden Fall mehrere Monate, bis ein Stolperstein verlegt werden kann. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Berliner Stolperstein-Initiativen die Verlegungen in ihren Bezirken eigenständig betreuen. Aus diesem Grund variiert die Wartezeit bis zu einer Verlegung erheblich und kann in Bezirken, in denen besonders viele Stolpersteine beantragt werden, mehrere Jahre betragen. Die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Mitte erhalten so viele Anfragen für Verlegungen, dass Sie derzeit mit einer Wartezeit bis zu vier Jahren rechnen müssen.

Genaue Informationen zur aktuellen Wartezeit bis zu einer Verlegung können Ihnen nur die lokalen Initiativen geben.

Wobei kann die Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin mir helfen?

Die Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin ist für alle Fragen, die das Gesamtprojekt der Stolpersteine in Berlin betreffen, zuständig. Die konkreten Stolperstein-Verlegungen werden von den lokalen Initiativen eigenständig betreut. Die Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin kann Angehörige bei der Suche nach der zuständigen Stolperstein-Initiative unterstützen, wenn es etwa Unklarheiten über den letzten frei gewählten Wohnort gibt. Da die biografische Recherche zum Kern der Gedenk- und Erinnerungsarbeit im Stolpersteinprojekt gehört, soll diese jedoch von denjenigen erbracht werden, die einen Stolperstein beantragen. Die Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin gibt gerne erste Hinweise und Hilfestellungen bei der Recherche, kann aber diese nicht übernehmen und besitzt zudem kein eigenes Archiv. Manche der ehrenamtlichen Stolperstein-Initiativen helfen Angehörigen bei den erforderlichen Recherchen.

In regelmäßigen Abständen organisiert die Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin Workshops zur Online-Recherche, dem Schreiben von Biografien sowie inhaltliche Veranstaltungen, die den ehrenamtlich Tätigen Hilfestellungen bei der Recherche geben.

Die Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin hat keinen Einfluss darauf, wie lange es dauert, bis ein Stolperstein verlegt wird, da die lokalen Stolperstein-Initiativen eigenständig arbeiten.

Warum ist ein bestimmter Stolperstein noch nicht auf der Website zu sehen?

Die Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin betreibt zwar diese Homepage, die lokalen Stolperstein-Initiativen betreuen jedoch eigenverantwortlich die Einträge in die Datenbank. Es kann daher nach Verlegungen mitunter etwas dauern, bis ein Stolperstein auf der Homepage zu finden ist, etwa weil zuerst noch eine ausführliche Biografie geschrieben wird.

Gibt es für diesen spezifischen Stein schon eine Putzpatenschaft?

Putzpatenschaften werden sehr unbürokratisch gehandhabt und nicht alle Menschen, die Stolpersteine in ihrer Umgebung reinigen, melden sich bei uns. Sie können jedoch im internen Bereich unserer Webseite www.stolpersteine-berlin.de als Putzpatin bzw. Putzpate für bestimmte Stolpersteine eingetragen werden. Tipps für das konkreten Putzen finden Sie in diesem Leitfaden der Stolperstein-Initiative Bremen.

Bezüglich der Putzmittel gibt es gute Erfahrungen mit allen gängigen Reinigungsmitteln für Metall. Die Frage nach der nötigen Häufigkeit ist nicht allgemein zu beantworten, da die Stolpersteine je nach Verlegeort sehr unterschiedlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind. Für uns ist es aber sehr hilfreich, wenn Sie uns über (mutwillige) Beschädigungen oder das Entfernen von Stolpersteinen informieren.