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Margit Fabian

Stolperstein für Margit Fabian. Foto: OTFW.
VERLEGEORT
Stirnerstr. 1

BEZIRK/ORTSTEIL
Steglitz-Zehlendorf – Steglitz
VERLEGEDATUM
03.07.2010

GEBOREN
03.02.1935 in Berlin-Steglitz
DEPORTATION
am 02.03.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Margit Fabian wurde am 3. Februar 1935 in Steglitz als Tochter von Ruth Fabian (geborene Loschinski, verwitwete Fabian, verheiratete Kantor) geboren. Ihr Vater Hans Fabian war Vertreter und starb Anfang bereits 1937 in Steglitz. 1939 lebte Margit mit ihrer Mutter und Großmutter Johanna Loschinski, geborene Lewin,und dem Bruder ihrer Mutter, Ernst Loschinski, in Steglitz in der Gerhard-Weber-Straße 1 (heute Stirnerstraße).

Am 22. April 1941 wurde Margit in die 8. jüdische Volksschule in der Joachimsthaler Straße eingeschult, im September 1941 wechselte sie dann auf die jüdische Schule in der Kaiserstraße 29/30 (heute Jacobystraße) nahe dem Alexanderplatz. Auf einer der beiden überlieferten Karteikarten der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland ist als ihre Adresse Kommandantenstraße 56 in Kreuzberg vermerkt, die sehr viel näher zur Schule in der Kaiserstraße 29/30 lag. Vermutlich handelt es sich dabei um einen Zahlendreher und Margit wohnte bei ihrer Tante Hildegard Toller, der Schwester ihrer Mutter Ruth, in der Kommandantenstraße 65. Schon zum 1. Mai 1942 durfte Margit die Schule nicht mehr besuchen.

Vermutlich 1942 zogen Margit und ihre Mutter Ruth dann von Steglitz nach Moabit in die Jagowstraße 16 zu Fritz Kantor (geboren am 7. Februar 1886 in Wien). Ihre Mutter Ruth hatte den früheren Sportreporter geheiratet. Die Jagowstr. war ihre letzte Adresse: Margit und ihre Mutter Ruth wurden am 2. März 1943 von dort zusammen nach Auschwitz deportiert und sofort ermordet. Zehn Tage später wurde Fritz Kantor am 12. März 1943 von derselben Adresse nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Ihre Großmutter Johanna Loschinski musste bereits am 1. Januar 1942 von Steglitz in die Kreutziger Straße 10 nach Friedrichshain umziehen. Von dort wurde sie 10 Monate später, am 3. Oktober 1942, nach Theresienstadt deportiert. Johanna Loschinski kam dort am 11. November 1942 zu Tode, offiziell an „Herzmuskelentartung“.

Margits Tante Hildegard, die Schwester ihrer Mutter Ruth, wurde am 1. März 1943 aus der Kommandantenstr. 65 in Kreuzberg nach Auschwitz deportiert und ermordet. Ihr Ehemann, Paul Toller (geboren am 27. November 1886 in Königsberg in Ostpreußen), war bereits 1938 im KZ Buchenwald inhaftiert, von dort in das KZ Mauthausen deportiert und am 25. März 1942 ermordet.

Das Schicksal von Margits fast gleichaltrigem Kusin Siegfried (geboren am 24. Mai 1934 in Berlin), dem Sohn ihrer Tante Hildegard, ist ungeklärt; er ist bislang in keiner Liste der Opfer des Holocaust zu finden. Siegfried wurde am 1. April 1940 in die Jüdische Knabenvolksschule der Jüdischen Gemeinde Berlin nahe dem Alexanderplatz in der Kaiserstraße 29/30 (heute Jacobystraße) eingeschult. Auf der Karteikarte ist als seine Adresse Berlin-Kreuzberg, Ritterstraße 53 bei Urspringer genannt. Der Vater Paul Toller stand bis 1940 als Kaufmann in der Ritterstraße 53 im Berliner Adreßbuch und hatte vermutlich die Witwe Auguste Urspringer (geborene Bamberger am 5. Mai 1878 in Markelsheim/Württemberg) gebeten, seinen Sohn Siegfried aufzunehmen. Auguste Urspringer wurde am 19. Januar 1942 aus der Ritterstr. nach Riga deportiert und ermordet.

Margits Onkel, Ernst Loschinski, überlebte als Einziger der Familie den Holocaust. Er konnte untertauchen und war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst in der Brandenburgischen Str. 12 und dann in der Sächsischen Str. 35 in Wilmersdorf gemeldet.1946 suchte er in "Der Weg. Zeitschrift für Fragen des Judentums" in einer Anzeige nach seinen Schwestern und deren Kindern. 1955 führte er eine Klage auf Wiedergutmachung.


Biografische Zusammenstellung

Miklas Weber hat 2019 die ausführliche Biografie von Margit Fabian recherchiert.
2010 zur Verlegung der Stolpersteine gab es nur wenige Daten zur Biografie, die von der Initiative Steglitz zusammengestellt worden waren.