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Ephraim Broh

Stolperstein für Ephraim Broh. Foto: OTFW.
VERLEGEORT
Falkentaler Steig 16

BEZIRK/ORTSTEIL
Reinickendorf – Hermsdorf
VERLEGEDATUM
12.12.2007

GEBOREN
20.08.1866 in Schrimm / Śrem
BERUF
Gutsbesitzer
DEPORTATION
am 14.09.1942 von Albrechtstr.10 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 16.05.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
Mai 1944 in Auschwitz

Ephraim Broh wurde am 20. August 1866 in Schrimm (heute: Śrem/Polen) im gleichnamigen Landkreis in der damals preußischen Provinz Posen geboren. Ephraim war der ältere von zwei Brüdern. Zusammen mit seinem sechs Jahre jüngeren Bruder Adolf erwarb er um 1900 das Gut Kussenow im Landkreis Pommern. Dort betrieben die Brüder Broh mit moderner Technik auf ungefähr 131 Hektar eine fortschrittliche und erfolgreiche Land- und Viehwirtschaft.

Ephraim und Adolf Broh heirateten die Schwestern Rosa und Regina Noah. Auch sie stammten aus dem Landkreis Schrimm.

Seit der Machtergreifung 1933 litten die Geschäfte des Gutes, die Einnahmen gingen rapide um 30 Prozent zurück. In der Provinz Posen war der Boykott gegenüber jüdischen Unternehmen besonders stark. Zudem sabotierten die eigenen Arbeiter das Gut und erschwerten die tägliche Arbeit. 1937 mussten die Brüder Broh das Gut auf Druck der ortsansässigen Nationalsozialistischen Parteistellen weit unter Wert verkaufen.

Ephraim Broh floh daraufhin mit seiner Frau sowie seinem Bruder und dessen Familie nach Berlin. Dort bezogen sie alle zusammen eine 6-Zimmer-Wohnung in Hermsdorf im Falkentaler Steig 16 (früher Albrechtstr. 10), einem von der Jüdischen Gemeinde genutzten Haus. Da sie nach den Nürnberger Gesetzen als „Volljuden“ bezeichnet wurden, waren die Familien Broh zunehmend gefährdet. Durch die Reichspogromnacht wurde die Bedrohung offensichtlich und die Kinder von Ephraim Brohs Bruder Adolf, Heinz und Ruth, wanderten aus.

Am 14. September 1942 wurden Ephraim Broh und seine Frau Rosa mit dem „2. großen Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Mit ihnen Adolf und Regina Broh. Mit einem als „Arbeitseinsatztransport“ bezeichneten Deportationszug wurden am 16. Mai 1944 die beiden Familien weiter nach Auschwitz gebracht. Dieser Transport vom 16. Mai 1944 mit der Bezeichnung „Ea“ umfasste 2447 Menschen und gilt als „Todestransport“, da weniger als 10 Prozent überlebten. Auch Ephraim Broh und seine Familie wurden ermordet.


Biografische Zusammenstellung

AG Stolpersteine Reinickendorf