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Fritz Siedentopf

Fotografie von Siedentopf. Fotorechte: GDW.
VERLEGEORT
Willibald-Alexis-Str. 15

BEZIRK/ORTSTEIL
Friedrichshain-Kreuzberg – Kreuzberg

GEBOREN
14.04.1908 in Güsten
BERUF
Schlosser
INHAFTIERT
im Polizeipräsidium Alexanderplatz
INHAFTIERT
in Sachsenhausen
INHAFTIERT
ab August 1943 in Berlin-Plötzensee
INHAFTIERT
ab September 1943 bis November 1943 in Landsberg/Warthe
INHAFTIERT
ab November 1943 im Berlin-Plötzensee
INHAFTIERT
ab Juni 1944 in Zuchthaus Brandenburg-Görden
ERMORDET
28.08.1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden

Fritz Siedentopf wurde am 14. April 1908 in Güsten, Kreis Bernburg, geboren. Nach dem Tod seiner Eltern zog der gelernte Schlosser Anfang der 1930er Jahre nach Berlin. Ab Dezember 1938 wohnte er am Maybachufer in Neukölln. 1939 heiratete er seine Frau Hedwig, die als Näherin arbeitete. Seit Ende 1940 wohnte das Paar in der Willibald-Alexis-Str. 15.

Im Jahr 1932 trat Fritz Siedentopf in die KPD ein. 1933 wurde er von seiner Partei beauftragt, illegal Flugblätter, Zeitungen und anderes Material in Kleinformat herzustellen und wohnte deshalb illegal unter dem Decknamen Krüger bei der ebenfalls im Widerstand tätigen Schneidermeisterin Emma Beyer in Tempelhof, wo das Material hergestellt und gelagert wurde.

Am 18. August 1934 wurde er zusammen mit Emma Beyer verhaftet und im Polizeipräsidium am Alexanderplatz inhaftiert. Die Untersuchungshaft verbrachte er in der Haftanstalt Berlin-Charlottenburg danach bis zum Prozess im KZ Lichtenstein.

Am 13. Dezember 1934 verurteilte ihn das Kammergericht Berlin wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Diese Strafe verbüßte er in den Zuchthäusern Luckau und Brandenburg-Görden, im Lager Dessau/Roßlau, in Torgau sowie auf dem Gefangenenwohnschiff Piesteritz.

Am 22. Dezember 1938 wurde er aus der Haft entlassen und arbeitete danach als Stahlbauschlosser bei der Fa. Erwin Auert in Weißensee. Ab 1939 hatte er Kontakt zu den kommunistischen Widerstandskämpfern Robert Uhrig und Franz Mett, die er aus der Haftzeit kannte. Er war Instrukteur der Uhrig-Gruppe und unterstützte Franz Mett bei der Anleitung von Widerstandsgruppen in Betrieben, u. a. bei der Knorr-Bremse AG in Lichtenberg und der Bamag-Meguin AG in Moabit. Auch in der Firma Auert gründete er eine Widerstandsgruppe.

Am 4. Februar 1942 wurde er erneut verhaftet und im Gestapo-Keller Burgstraße, im Polizeipräsidium Alexanderplatz und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Ab August 1943 war er in Untersuchungshaft in Plötzensee und von September bis Mitte November 1943 im Arbeitseinsatz in Landsberg/Warthe. Danach kam er wieder nach Plötzensee, wurde am 15. Februar angeklagt und am 6. Juli 1944 vom „Volksgerichtshof“ in Potsdam wegen „Vorbereitung zum Hochverrat unter erschwerenden Umständen und Feindbegünstigung im Kriege“ zum Tode verurteilt. Am 28. August 1944 wurde er im Zuchthaus Brandenburg-Görden mit dem Fallbeil hingerichtet.

Seine Frau Hedwig hatte er offensichtlich in der Firma von Emma Beyer kennengelernt, bei der sie beschäftigt war. Sie betreute Fritz Siedentopf ab 1934 während seiner ersten Inhaftierung. Im selben Jahr war sie von Emma Beyer auch für die Verbreitung illegalen Materials gewonnen worden. Später stellte sie ihre Wohnung für geheime Besprechungen der Uhrig-Gruppe zur Verfügung und sicherte illegale Treffen ihres Mannes mit Betriebsgruppen ab. Außerdem bewahrte sie in ihrer Wohnung Propagandamaterial wie Fotoabzüge der „Roten Fahne“ in Kleinformat und Wachsplatten für Vervielfältigungen auf.

Nach 1945 war Hedwig Siedentopf im Bezirksamt Kreuzberg tätig, bis sie dort entlassen wurde und 1951 nach Hohenschönhausen verzog.


Biografische Zusammenstellung

Burkhard Hawemann; bearbeitet/ergänzt:

Wilfried Burkard Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin