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Nelly Kaliski (geb. Wolfsohn)

Fotografie von Nelly und Kurt Kaliski. Fotorechte: Jüdisches Museum/Archiv
Foto: Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf
VERLEGEORT
Zikadenweg 39

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
08.09.2009

GEBOREN
05.09.1895 in Berlin
DEPORTATION
am 17.03.1943 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 04.10.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
15.10.1944 in Auschwitz

Nelly Kaliski, geboren am 5. September 1895 in Berlin als Nelly Wolfsohn, war 11 Jahre alt, als ihr Vater starb. Ihre Mutter zog sie und ihre jüngeren Geschwister – Hella, geboren am 1. Mai 1899, und Alfred, geboren am 23. September 1896 – allein groß. Seit etwa 1928 lebte Nelly Kaliski im Zikadenweg 39. Von 1932 bis ca. 1941 war sie Eigentümerin des Hauses. Zuletzt wohnte Nelly mit ihrem Ehemann Kurt Kaliski, geboren am 17. Dezember 1896, den sie Ende der 1930er Jahre geheiratet hatte, in der Solinger Straße 7 in Berlin-Moabit. Von dort wurden beide am 17. März 1943 nach Theresienstadt und am 4. Oktober 1944 weiter nach Auschwitz deportiert. Nelly Kaliski war 49 Jahre und Kurt Kaliski 48 Jahre, als sie am 15. Oktober 1944 ermordet wurden. Ihre Schwester Hella konnte 1938 nach Israel flüchten. Eine Halbschwester, Bertha Kallis, geboren am 5. Juni 1880 als Bertah Wolfsohn, wurde Januar 1942 nach Riga deportiert und ermordet.

Ihr Bruder Alfred Wolfsohn, der sich zum Gesangslehrer und Stimmexperimentator herangebildet hatte, konnte 1939 nach England emigrieren. Nach dem Krieg unterrichtete er dort seine Art der Stimmentwicklung und gelangte in den 50er Jahren auch zu internationaler Anerkennung. Er starb am 5. Februar 1962 in London; sein Vermächtnis wird von seinen Schülern weitergeführt (Nachlass im Jüdischen Museum Berlin). Er gab der bekannten Sängerin Paula Lindberg, der Mutter der Malerin Charlotte Salomon (siehe dort), Gesangsunterricht. So lernte die Tochter ihn kennen und verliebte sich in ihn. In ihrem Werk „Leben? oder Theater?“ ist er in der Figur des Daberlohn dargestellt. Charlotte Salomon wurde nach Auschwitz deportiert und ermordet.


Biografische Zusammenstellung

Stolperstein-Initiative Eichlamp