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Leo Klein

Stolperstein für Leo Klein © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin
VERLEGEORT
Essener Straße 20

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Moabit
VERLEGEDATUM
Mai 2004

GEBOREN
01.12.1908 in Labischin (Posen) / Łabiszyn
DEPORTATION
am 04.08.1943 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 16.10.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Leo Klein wurde am 1. Dezember 1908 in Labischin in Posen (heute Łabiszyn/Polen) geboren. Er war verheiratet mit Rita Klein, geborene Jacob. Sie hatten eine Tochte Daisy, die 1938 zur Welt kam.

Die Schwester seiner Frau Lizzi emigrierte zusammen mit ihrem Mann 1939 nach Shanghai. Leo Klein seine Frau Rita und deren Elterm Margarete (Grete genannt) und Moritz Jacob hatte zu diesem Zeitpunkt die Einreise nach England beantragt. Sie hofften bald nach England ausreisen zu können, zu­mal die Eltern von Leo bereits dort lebten. So lehnten sie es auch ab, gemeinsam mit Lizzi und Kurt nach Shanghai zu gehen. Lizzi hätte ihre Nichte Daisy gerne mit nach Shanghai genom­men, Rita konnte sich aber nicht von ihrer kleinen Tochter trennen. Zur Einreise nach England kam es nicht, da ihnen nach Kriegsbeginn 1939 die Erlaubnis dazu nicht mehr erteilt wurde.

Aus der Essener Straße 20 musste die Familie in das Judenhaus in Alt Moabit 82 b Gar­tenhaus II in eine 1-Zimmer-Wohnung zwangsumsiedeln. Aus Briefen Rita Kleins an ihre Cousine in Zürich ist bekannt, dass Grete Jacob in einer Rüstungsfabrik Zwangsarbeit leisten musste. Von einer Nachtschicht kam sie nicht mehr zurück – das war der Tag der Fabrik-Aktion. Margarete Jacob wurde mit dem sogenannten 31. Osttransport vom 01.03.1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

Moritz Jacob versorgte sein Enkelkind Daisy, da Rita und Leo wie zuvor schon Grete ebenfalls Zwangsarbeit leisten mussten. Dass Moritz nicht sofort nach Auschwitz, sondern zunächst in das „Ehrenlager Theresienstadt“ deportiert war eine „bevorzugte Behandlung“ aufgrund seiner besonderen Verdienste für das Vaterland im Ersten Welt­krieg. Am 19.05.1943 wurde Moritz Jacob mit dem 89. Alterstransport nach Theresienstadt deportiert. Er starb im Ghetto offiziell an einem Herzinfarkt. Rita, Leo und Daisy wurden zweieinhalb Monate später am 04.08.1943 mit dem 95. Alterstransport in das Ghetto Theresienstadt deportiert.

Rita Klein war in Theresienstadt die Sekretärin des Rabbiners Dr. Leo Baeck war, der 1933 zum Präsidenten der Reichsvertretung der deutschen Juden berufen wurde und während des nationalsozialistischen Regimes geistiges Oberhaupt der deutschen Ju­den war. Rita, Leo und Daisy wurden am 16.10.1944 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert, was ihr Todesurteil war. Daisy war zu diesem Zeitpunkt erst fünf Jahre alt.


Biografische Zusammenstellung

Bürgerverein Luisenstadt e. V.