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Malwine Steiner (geb. Lehmann)

Malwine Steiner © OTFW
VERLEGEORT
Handjerystr. 1

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Friedenau
VERLEGEDATUM
03.06.2013

GEBOREN
02.03.1860 in Kruschwitz / Kruszwica
DEPORTATION
am 10.03.1944 nach Theresienstadt
TOT
15.11.1944 in Theresienstadt

Malwine Lehmann wurde am 2. März 1860 in Kruschwitz in der Provinz Posen (heute: Kruszwicy in Polen) geboren. Über ihre Kindheit, ihre Jugend und auch den Zeitpunkt ihrer Ankunft in Berlin ist nichts bekannt. Vielleicht war sie eine der vielen jungen Frauen, die aus den Provinzen des Ostens in die Hauptstadt Berlin gekommen sind.

Verheiratet war sie spätestens seit Mitte der 1890er Jahre mit dem Kaufmann Markus Steiner. Er war kein Jude. Das Ehepaar hatte zwei Töchter, die am 2. März 1897 in Berlin geborene Nelly und Charlotte, deren Lebensdaten unbekannt sind. Im Jahr 1920 starb der Ehemann von Malwine Steiner. Die Witwe zog nach seinem Tod in die Hähnelstraße 17 und lebte dort bis Mitte der 1930er Jahre, zuletzt mit ihrer Tochter Nelly und deren Ehemann, dem Kaufmann Erich Neumann.

Als sich Nelly und Erich Neumann eine eigene Wohnung in der Handjerystraße 1 nahmen, zog Malwine Steiner 1934 zu Tochter und Schwiegersohn. Ihre zweite Tochter Charlotte, verheiratete Bartel, wohnte mit ihrem Ehemann in der Nähe. Beide Töchter führten so genannte privilegierte Mischehen. Sie waren – mit einem nichtjüdischen Vater – durch ihre ebenfalls nichtjüdischen Ehemänner zusätzlich geschützt.

Malwine Steiner wurde im Februar 1943 krank und kam in das Jüdische Krankenhaus in der Iranischen Straße 2 im Bezirk Wedding. Am 10. März 1944 wurde sie mit einem Alterstransport in das Ghettolager Theresienstadt deportiert. Der Transport bestand aus 56 Personen, die in einem gesonderten Waggon eines „normalen“ Personenzuges den Anhalter Bahnhof verließen. 20 Insassen dieses späten Transports sollten überleben. Malwine Steiner starb am 15. November 1944 im Alter von 84 Jahren in Theresienstadt.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Dietlinde Peters auf der Grundlage der Recherchen der Paten, der Vorarbeiten von Hannelore Emmerich und eigener Recherchen