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Max Drucker

Max Drucker © OTFW
VERLEGEORT
Carmerstraße 2

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
08.06.2013

GEBOREN
12.03.1851 in Neuruppin
DEPORTATION
am 16.06.1943 nach Theresienstadt
ERMORDET
16.08.1943 in Theresienstadt

Max Drucker ist am 12. März 1851 in Neuruppin (Brandenburg) geboren. Er war Ziegeleibesitzer und wohnte viele Jahre, mindestens seit 1910, später als „Privatier“, der also von seinem Vermögen leben konnte, im Erdgeschoss der Carmerstraße 2. Als er am 16. Juni 1943 zusammen mit seiner Frau Ida nach Theresienstadt deportiert wurde, war er 92 Jahre alt und damit wohl einer der Ältesten, die aus Berlin verschleppt worden sind. Fast alle der 429, die in diesem Zug mitfahren mussten, waren Patienten oder Patientinnen des Jüdischen Krankenhauses an der Iranischen Straße 2. Max Drucker war einer von ihnen, ebenso seine Frau Ida. Er war in Theresienstadt als „Witwer“ und als „Rentner“ registriert. Deutschen jüdischen Senior/innen war meistens versprochen worden, das Theresienstädter Ghetto sei ein Kurort.

In dem Totenschein http://www.holocaust.cz/de/datenban... , der im Archiv von Theresienstadt aufbewahrt ist, wurde als Todestag der 16. August 1943 angegeben, also hat er noch zwei Monate in dem völlig überfüllten Lager und unter grauenvollen Umständen aushalten müssen. Er war untergebracht in der Bahnhofstraße 6 im Zimmer 118. Ein von Häftlingen erbautes Gleis wurde am 1. Juni 1943 in Betrieb genommen. Vom Bahnhof in Bohušovice führte es zu einer alten Kaserne.

Als Todesursachen wurden bei Max Drucker ein „Darmkatarrh“, die in Theresienstadt übliche Umschreibung für die Folgen der entsetzlichen unhygienischen Zustände, und „Altersschwäche“, bei einem Mann dieses hohen Alters eher glaubhaft, eingetragen.


Biografische Zusammenstellung

Helmut Lölhöffel (Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf)