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Käthe Gorzelanczyk (geb. Eppstein, verh. Jacob)

Käthe Gorzelanczyk © OTFW
VERLEGEORT
Sentastr. 3

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Friedenau
VERLEGEDATUM
19.12.2014

GEBOREN
14.01.1899 in Berlin
DEPORTATION
am 02.03.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Käthe Eppstein ist die Tochter des Oberingenieurs Georg und seiner Frau Margarete Eppstein, geborene Mahn. Sie wurde am 14. Januar 1899 in Berlin geboren. Sie war in erster Ehe verheiratet mit einem Mann namens Jacob. Aus der Ehe ging am 10. Mai 1925 die Tochter Ingeborg hervor. Vermutlich wurde die Ehe bald danach bereits wieder geschieden, denn Ende der 1920er Jahre heiratete sie den selbstständigen Tabakhändler Siegbert Gorzelanczyk, der ebenfalls schon einmal verheiratet gewesen und mit seiner Frau Gertrud Lublin einen Sohn Heinrich hatte, der im Jahre 1924 zur Welt gekommen war. Am 16. Mai 1929 wurde der gemeinsame Sohn Hans in Velten geboren. Ab 1933 führte Siegbert Gorzelanczyk als selbstständiger Kaufmann ein Zigarren-, Zigaretten- und Tabakgeschäft in der Bernhardstraße 14 in Wilmersdorf. 1934 und 1935 wohnte die Familie in der Stierstraße 20 und ab 1936 in der Sentastraße 3. Zu diesem Zeitpunkt hatte Siegbert Gorzelanczyk bereits seinen Tabakladen aufgeben müssen. Er sah sich nun gezwungen, den Lebensunterhalt für seine Familie als Handelsvertreter zu verdienen. Seit 1936 lebten ihre Mutter Margarete Eppstein (s. dort) und ihr Vater Georg mit ihnen in einem gemeinsamen Haushalt in der Sentastraße 3. Am 11. Dezember 1940 starb der Vater. Ihre Mutter Margarete wurde am 9. September 1942 abgeholt und mit dem 60. Alterstransport nach Theresienstadt und anschließend nach Treblinka deportiert, wo sie vermutlich unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet wurde. Käthes Tochter Ingeborg musste zur gleichen Zeit Zwangsarbeit verrichten. Ende Februar 1943 wurde ihre erst knapp 18jährige Tochter im Rahmen der so genannten "Fabrikaktion" verhaftet und mit dem 31. Transport vom 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Zuletzt wohnten die Gorzelanczyks in der Frobenstraße 27. Dort wohnten auch Frieda und Arthur Herzfeld (s. dort), die ursprünglich in der Schwerinstraße 16-17 gelebt hatten. Frieda Herzfeld wurde zusammen mit Ingeborg Jacob deportiert, ihr Mann musste ihr am darauf folgenden Tag folgen.
Käthe, Siegbert und Hans Gorzelanczyk sowie Arthur Herzfeld wurden nur einen Tag später mit dem 32. Transport vom 2. März 1943 nach Auschwitz überführt. Von der gesamten Familie und den Herzfelds gibt es seitdem keinerlei Lebenszeichen mehr. Nur der Sohn Heinrich aus der ersten Ehe von Käthes Mann mit Gertrud Lublin, der noch rechtzeitig mit einem Kindertransport Deutschland verlassen konnte, überlebte. Er lebt heute (Dezember 2014) in Oslo/Norwegen.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Judith Hahn

Weitere Quellen

Volkszählungsdaten 1939; Deportationsliste