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Irene Wulff (geb. Fürst)

Stolperstein Irene Wulff Bild: H.-J. Hupka
VERLEGEORT
Nassauische Str. 59

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
VERLEGEDATUM
06.08.2014

GEBOREN
14.01.1878 in Graz
DEPORTATION
am 28.03.1942 von Berlin, Joachimsthaler Str. 22/23 nach Trawniki / Piaski
ERMORDET
in Piaski, Landkreis Lublin

Irene Wulff wurde am 14. Januar 1878 als Tochter von Moritz und Laura Fürst in Graz in der Steiermark in Österreich geboren. Sie war in erster Ehe mit Max Biro verheiratet. Der Sohn Ludwig Biro war nach Israel geflohen, kehrte aber später nach Graz zurück. Seit 1920 oder 1921 war sie mit dem Kaufmann Siegmund Wulff, geboren am 28. Dezember 1868 in Geestemünde bei Bremerhaven, verheiratet.

Irene Wulff war Hausfrau und nicht vermögend. Ihr Mann besaß wertvollen Grundbesitz und besaß nach den Akten der Entschädigungsbehörde mindestens bis Ende 1938 ca. 200 000 Reichsmark, von denen er 25 % als Judenvermögensabgabe abführen musste.

1938/39 wurden sie zum Umzug aus der 5-Zimmerwohnung in der Nassauischen Straße 9-10 in eine 1-Zimmerwohnung in der Meinekestraße 22 gezwungen.

In den letzten Jahren seines Lebens war Siegmund Wulff, mutmaßlich durch die dauernde Verfolgung durch das Naziregime, schwer krank, so dass er nach zahlreichen Krankenhaus- und Sanatorien-Aufenthalten am 23. Juni 1940 in Berlin starb. Seine Urne wurde auf dem jüdischen Friedhof Weißensee im Grab seines schon 1915 an Gehirnentzündung gestorbenen Sohnes beigesetzt.

Seit dem 1. März 1941 wohnte Irene Wulff dann in der Meinekestraße 5 bei Elking; seit dem 27. Februar 1942 in der Joachimstaler Straße 22/23 bei Aron in einem teilmöblierten Pensionszimmer. Nach den Unterlagen wurde der Mietzins von 220 RM einschließlich Verpflegung bis zum 31. März 1942 bezahlt.

Mit 64 Jahren wurde Irene Wulff am 28. März 1942 vom Bahnhof Grunewald mit einem als Osttransport Nr. 11 gekennzeichneten Zug deportiert. Ziel war das Transitlager Trawniki bei Lublin in Polen. Im März war aber dort verfügt worden, Trawniki für Ankommende zu sperren, sodass die Züge kurzfristig umgeleitet wurden. Der Todeszug, in dem 972 Menschen saßen, endete dann in Piaski im Landkreis Lublin.


Biografische Zusammenstellung

Stolpersteine Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf