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Nelly Neppach (geb. Bamberger)

Stolperstein für Nelly Neppach, Foto: Stolpersteine-Initiative CW, H.j. Hupka, 2014 Adolf Hanau, Foto: Stolpersteine-Initiative CW, H.j. Hupka, 2014
VERLEGEORT
Nachodstraße 22

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
VERLEGEDATUM
22.10.2015

GEBOREN
16.09.1898 in Frankfurt am Main
FLUCHT IN DEN TOD
07.05.1933 in Berlin

Nelly Neppach wurde am 16. September 1898 in Frankfurt am Main als Nelly Bamberger geboren. Sie stammte aus einer deutsch-jüdischen Familie. Im Alter von zwölf Jahren gewann sie ihr erstes Tennisturnier. Später heiratete sie den Filmarchitekten und -produzenten Robert Neppach, zog mit ihm in die Prager Straße 24 in Wilmersdorf und trat dem Berliner Tennis-Club Borussia bei.
Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere war die Deutsche Meisterschaft im Damentennis im Jahr 1925. Doch nur ein Jahr später fiel Nelly Neppach beim Deutschen Tennisbund (DTB) in Ungnade, weil sie zu Spielen mit internationalen Tennisstars nach Frankreich reiste – dem ehemaligen Gegner im Ersten Weltkrieg. Der DTB verunglimpfte sie öffentlich und ließ sie nicht mehr an Turnieren teilnehmen.
Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten trat Neppach unter ungeklärten Umständen aus ihrem Tennisverein aus, der sich im Frühjahr 1933 für „judenfrei“ erklärte. Als auch der Deutsche Tennisbund alle nichtarischen Spieler aus seinen Reihen entfernte, nahm sie sich, enttäuscht und verbittert, in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai 1933 in ihrer Wohnung das Leben, indem sie sich mit Veronal und Gas vergiftete.
Nelly Neppach war wohl der erste echte weibliche Sportstar von internationalem Ruf in Deutschland. „Der Ausschluss vom Tennissport hat ihr den Lebensmut genommen“, sagte die SPD-Abgeordnete Franziska Becker, die ihren Wahlkreis in Wilmersdorf hat und Tennis-Borussia-Mitglied ist, bei der Stolperstein-Verlegung. Neppachs Biografie sei „eines von vielen Schicksalen, die zeigen, wie Berlinerinnen und Berliner schuldlos aus ihrem Alltagsleben gerissen wurden“.


Text: Franziska Becker (Berlin)
Siehe auch: Webseite von Tennis Borussia Berlin http://geschichten.tebe.de/eine-mut...
Literatur: Christian Eichler: Ein Schicksal. In: Deutscher Tennis Bund (Hrsg.): Tennis in Deutschland. Von den Anfängen bis 2002. Berlin 2002

Biografische Zusammenstellung

Franziska Becker (Berlin)