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Selma Wurzel

Stolperstein für Chaim Selma Wurzel © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin
VERLEGEORT
Swinemünder Str. 74

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Gesundbrunnen
VERLEGEDATUM
Juni 2005

GEBOREN
14.02.1892 in Wirsitz (Posen) / Wyrzysk
DEPORTATION
am 06.03.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Selma Meyer kam am 14. Februar 1892 in Wirsitz (heute: Wyrzysk / Polen) in der damaligen preußischen Provinz Posen zur Welt. Sie zog nach Berlin, wo sie den 1891 in Tarnów geborenen Hutmacher Chaim Heinrich Wurzel heiratete. Gemeinsam wohnten sie in einer 2-Zimmer-Wohnung in der Swinemünder Straße 74, die damals zum Bezirk Wedding (heute Gesundbrunnen) gehörte. Chaim Wurzel war Inhaber eines Geschäfts für Damenhüte und -bekleidung, das sich im gleichen Haus befand. Das einzige Kind des Paares starb im Alter von einem Jahr.

Am 13. September 1939 wurde Chaim Wurzel im KZ Sachsenhausen in Oranienburg inhaftiert. Selma Wurzel versuchte vergeblich über einen Hilfsverein Auswanderungspapiere für ihren Mann zu besorgen und so seine Freilassung zu erwirken. Ihrer Schwägerin Chaja Knepel, die im Mai 1939 nach London emigriert war, schrieb sie, er werde nur entlassen, wenn 200 Dollar in einem neutralen Ausland zum Zweck seiner Auswanderung zur Verfügung gestellt würden. Es gelang nicht, das Geld zu hinterlegen. Chaim Wurzel wurde am 15. Juli 1940 in Sachsenhausen ermordet. Angeblich starb er an schwerer Zellgewebsentzündung. Selma Wurzel bekam seine Asche überstellt, Angehörigen zufolge erst im Winter 1940/41.

Am 1. Februar 1943 verfügte die Gestapo über die Einziehung ihres Vermögens. Aus ihrer am 5. März 1943 ausgefüllten Vermögenserklärung geht hervor, dass sie zuletzt als Arbeiterin bei Carl Halfar in der Prinzenallee 74 beschäftigt gewesen war, einer Fabrik, die Uniformmützen für die Wehrmacht und die Berliner Verkehrsbetriebe herstellte. Am 6. März 1943 wurde sie mit dem „35. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert. Selma Wurzel wurde in Auschwitz ermordet, ihr Sterbedatum ist nicht bekannt.


Biografische Zusammenstellung

Julia Chaker

Weitere Quellen

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen (Auskunft aus der Häftlingsdatenbank)