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Joachim Ebel

Stolperstein für Joachim Ebel © Koordinierungsstelle Stolpersteine
Kopfstein Wohnungslose © Koordinierungsstelle Stolpersteine
VERLEGEORT
Alexanderplatz

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Mitte
VERLEGEDATUM
21.04.2016

GEBOREN
26.12.1919 in Berlin-Neukölln
INHAFTIERT
bis November 1942 in Arbeitshaus Rummelsburg
DEPORTATION
im November 1942 nach Sachsenhausen
ERMORDET
04.02.1943 in Sachsenhausen

Joachim Hans Günther Ebel lebte längere Zeit in Berlin-Neukölln, wo er am 26. Dezember 1919 geboren wurde. Über ihn ist nur sehr wenig bekannt. Unter welchen Umständen er wohnungslos und straffällig wurde, bleibt im Dunkeln.

Jedenfalls hatte seine schwierige Lebenssituation weitreichende Folgen für ihn: Die Fürsorgebehörden ließen ihn entmündigen und in das Arbeitshaus Rummelsburg einweisen, eine damals gängige Praxis gegen Hilfesuchende, die den Polizei- und Sozialbehörden unliebsam waren. Das Arbeitshaus Rummelsburg war eine schon seit dem Kaiserreich bestehende Zwangseinrichtung, in die Fürsorgebedürftige unter Arbeitszwang untergebracht wurden. In der NS-Zeit herrschte dort aufgrund der Lebensbedingungen eine hohe Sterblichkeit.

Wie viele vorherige Arbeitshausinsassen überstellten die nationalsozialistischen Behörden Joachim Ebel in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Die Einweisung ist für den November 1942 belegt. Seine Häftlingsnummer lautete 52376. Über seine Zeit im Konzentrationslager ist nichts Näheres bekannt. Laut der SS-Meldung überlebte er den Winter nicht, sondern verstarb am 4. Februar 1943. Die genauen Umstände seines Todes sind nicht bekannt. Die SS vermerkte zu ihm nur die gängige Floskel „Herz- und Kreislaufschwäche“ als Todesursache.


Zum Ort der Verlegung:
Dies war in den 1930er Jahren der Standort des Restaurants Aschinger, das nicht zuletzt wegen seines kostengünstigen Essens – auch bei Wohnungslosen – beliebt war.

Biografische Zusammenstellung

Oliver Gaida