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Cäcilie Beermann (geb. Haase)
Virtueller Stolperstein

VERLEGEORT
Hauptstraße 109

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
04.12.2017

GEBOREN
01.11.1872 in Rakwitz bei Posen
DEPORTATION
am 03.10.1942 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 16.05.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
16.05.1944 in Auschwitz

Cäcilie Beermann, geb. Haase, wurde am 01. November 1872 in Rakwitz/Posen (heute Rakoniewice) geboren.
Sie hatte den Kaufmann David Beermann in Schwerin geheiratet und war mit ihm nach Berlin gezogen. Ihr Mann starb 1925.
1932 zog sie mit Sohn Bruno und Tochter Elisabeth in die Hauptstraße 109 in die 3. Etage in eine Dreizimmerwohnung mit Bad, Balkon und Mädchenkammer.
In der Erklärung, die sie vor der Deportation 1942 abgeben musste, bestand ihr gesamtes Vermögen nur noch aus:
3 Kleider, 2 Blusen, 3 Paar Strümpfe, 1 Paar Schuhe, 1 Schirm, 1 Handtasche, 4 Hüte, 3 Schlüpfer, 2 Schürzen, 1 Paar Hausschuhe, 1 Korsett, 1 Schlafanzug und 2 Unterkleider.
Sie wurde am 3. Oktober 1942 aus dem Sammellager Artilleriestr. 31 in Berlin-Mitte mit dem 3. Großen Alterstransport zusammen mit 995 anderen Juden und Jüdinnen nach Theresienstadt deportiert.
Von diesem Transport überlebten nur 72 Personen das KZ.
Am 16. Mai 1944 wurde Cäcilie Beermann von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und unmittelbar nach der Ankunft ermordert.

Cäcilie Beermanns Schwester Margarete Grünebaum, geb. Haase wurde am 20. November 1941 von München nach Kaunas in Litauen deportiert und dort am 25. November 1941 zusammen mit 1600 Frauen, 175 Kindern und 1159 Männern innerhalb weniger Stunden von einem Exekutionskommando des in Kaunas stationierten Polizeibatallions 11 in einer Grube erschossen und verscharrt.

Cäcille Beermanns Schwägerin Toni Kirschstein, geb. Beermann, wurde am 20. September 1942 von Leipzig nach Theresienstadt deptortiert, wo sie am 05. Mai 1943 ums Leben kam.


Biografische Zusammenstellung

Florence Springer Moel

Weitere Quellen

Deportationslisten: statistik-des-holocaust.de
Alfred Gottwald, Diana Schulte: Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941 - 1945, Wiesbaden 2005