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Alfred Selbiger

Fotografie von Alfred Selbiger. Fotorechte: GDW.
Stolperstein für Alfred Selbiger. Fotorechte: OTFW.
VERLEGEORT
Güldenhofer Ufer 10

BEZIRK/ORTSTEIL
Treptow-Köpenick – Baumschulenweg
VERLEGEDATUM
10.12.2007

GEBOREN
16.05.1911 in Berlin
BERUF
Rabbiner, Leiter Hachschara-Gut Havelberg
ERSCHOSSEN ALS GEISEL
im Transport von Lichterfelde nach Sachsenhausen

Alfred Selbiger studiert zunächst Medizin, wechselt dann jedoch, durch sein Interesse an jüdischer Arbeit, zum Studium am Rabbiner-Seminar. 1933 ist er leitend in den Jugendgruppen der Berliner Zionistischen Vereinigung tätig und arbeitet ehrenamtlich in der Jugendpflege der Jüdischen Gemeinde. 1938/39 ist er Jugendleiter im Hachschara-Gut Havelberg. Wieder in Berlin arbeitet er für die Jugendalijah.

Im Sommer 1939 vom Zionistenkongress in der Schweiz wieder nach Berlin zurückgekehrt leitet er diejenige Abteilung des Palästina-Amtes, die sich „Ausschuss für jüdische Sondertransporte” nennt.

Als das Palästina-Amt im Frühjahr 1941 aufgelöst wird übernimmt Alfred Selbiger als Angestellter der Personalabteilung der Reichsvereinigung ein Büro in der Kantstraße 158. Zur gleichen Zeit wird jede zionistische Betätigung offiziell verboten. Trotzdem finden die Beteiligten Wege, die Jugendarbeit weiter zu führen. Die Hachscharoth werden zusammengezogen und in den „Zwangsarbeitereinsatz” des Deutschen Reiches eingegliedert. Jede dieser Gruppen steht in ständigem Kontakt mit Alfred Selbiger.

Während sich 1942 die Deportationen häufen, macht er Dienst in den Sammellagern, in denen die zur „Evakuierung” kommenden Menschen gesammelt, verpflegt und von der Gemeinde notdürftig ausgestattet werden.

Alfred Selbiger wird als Geisel für die 20 Mitarbeiter der Gemeinde, die sich der Deportation am 29. November 1942 nach Auschwitz entzogen haben, verhaftet und am 3. Dezember 1942 im KZ Sachsenhausen erschossen.


Biografische Zusammenstellung

Gedenkstätte Deutscher Widerstand