Regina Gruft née Zimmerspitz

Location 
Steinstraße 12
District
Mitte
Stone was laid
2005
Born
13 September 1893
Occupation
Schneiderin, Marktfrau
Deportation
on 25 January 1942 nach Riga
Murdered
im Ghetto Riga
  • Stolperstein für Regina Gruft
    Stolperstein für Regina Gruft © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

    Stolperstein für Regina Gruft © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

Regina Gruft wurde als Regina Zimmerspitz am 13. September 1893 in Gorlice (deutsch: Görlitz) im damals österreichischen Galizien geboren. Nach der Neugründung Polens wurde sie polnische Staatsangehörige. Ihrer Heiratsurkunde zufolge lautete ihr vollständiger Name Ester Rytka Regina Zimmerspitz.

Sie war das einzige Kind des jüdischen Ehepaares Gisela (geb. Bad) und Josef Zimmerspitz. Ihr Vater starb noch vor dem Ersten Weltkrieg, ihre Mutter 1921 in Berlin.

Die gelernte Schneiderin war mit dem zwei Jahre jüngeren Kaufmann Jacob (Jakob) Gruft verheiratet, der wie sie aus Polen stammte und jüdisch war. Über ihren Lebensweg ist nur wenig bekannt. Die meisten Informationen stammen aus den in den 1950er-Jahren gestellten Entschädigungsanträgen ihres Ehemanns, die aber einige Unstimmigkeiten aufweisen. So gibt es etwa über Zeitpunkt und Ort der Heirat unterschiedliche Angaben. Jacob Gruft gab an, die Ehe sei 1919 in Lemberg geschlossen worden, wo sie eineinhalb Jahre gelebt hätten, bevor sie nach Berlin gezogen seien. An anderer Stelle heißt es im Entschädigungsantrag, sie hätten am 6. August 1922 auf dem Standesamt II in Berlin-Charlottenburg geheiratet. Aus dem entsprechenden Heiratsregister geht allerdings hervor, dass die Eheschließung dort erst am 9. Mai 1923 vollzogen wurde. Dem Dokument zufolge lebte das Paar zum damaligen Zeitpunkt nicht zusammen, Regina Zimmerspitz wohnte demnach in der Gipsstraße 11 in Berlin-Mitte, Jacob Gruft in Charlottenburg.

Offenbar hatten Regina und Jacob Gruft vier Töchter, wobei sich bisher nicht abschließend klären ließ, ob es sich bei der am 21. Juli 1923 in Berlin geborenen Gisela Gruft um die erstgeborene Tochter handelte. Jacob Gruft erwähnt sie nicht in den Entschädigungsanträgen und spricht nur von drei Töchtern: Mary (Marie/Marey), die am 14. September 1926, einen Tag nach dem 33. Geburtstag ihrer Mutter, zur Welt kam, Any (Anna/Anni), am 26. März 1928 wie ihre ältere Schwester im Jüdischen Krankenhaus geboren, und die jüngste Tochter Sony (Sonnie), die am 17. November 1929 ebenfalls in Berlin geboren wurde.

Anfang der 1930er-Jahre wohnte die Familie in der Christinenstraße 4 im Prenzlauer Berg. Jacob Gruft war als Buchhalter angestellt und Regina Gruft hat den Angaben im Entschädigungsantrag zufolge „Zeit ihres Lebens mitgearbeitet“.

Die Ehe von Regina und Jacob Gruft wurde am 17. Februar 1934 geschieden. Im Entschädigungsantrag gab Jacob Gruft an, dass er im März 1936 gezwungen gewesen sei, Berlin zu verlassen. Er ging nach Frankreich, wo er von seinen beiden im belgischen Antwerpen lebenden Brüdern unterstützt wurde, da er aufgrund der Verfolgung schwere gesundheitliche Schäden davongetragen hatte und erwerbsunfähig war.

Zum Zeitpunkt der Volkszählung am 17. Mai 1939 lebte Regina Gruft zusammen mit Gisela, Mary, Any und Sony in der ersten Etage der Steinstraße 12 in Berlin-Mitte. Im Juni 1939 floh Gisela nach Palästina, sie wurde dort 1947 unter dem Namen Iris Gisela Gruft eingebürgert.

Regina Gruft war 48 Jahre alt, als sie zusammen mit ihren 15-, 13- und 12-jährigen Töchtern am 25. Januar 1942 nach Riga deportiert wurde. Sie kam im Ghetto Riga ums Leben, ihr Todesdatum ist nicht bekannt.

Ihre Töchter wurden von Riga ins KZ Stutthof verschleppt und dort ermordet.

Regina Gruft wurde als Regina Zimmerspitz am 13. September 1893 in Gorlice (deutsch: Görlitz) im damals österreichischen Galizien geboren. Nach der Neugründung Polens wurde sie polnische Staatsangehörige. Ihrer Heiratsurkunde zufolge lautete ihr vollständiger Name Ester Rytka Regina Zimmerspitz.

Sie war das einzige Kind des jüdischen Ehepaares Gisela (geb. Bad) und Josef Zimmerspitz. Ihr Vater starb noch vor dem Ersten Weltkrieg, ihre Mutter 1921 in Berlin.

Die gelernte Schneiderin war mit dem zwei Jahre jüngeren Kaufmann Jacob (Jakob) Gruft verheiratet, der wie sie aus Polen stammte und jüdisch war. Über ihren Lebensweg ist nur wenig bekannt. Die meisten Informationen stammen aus den in den 1950er-Jahren gestellten Entschädigungsanträgen ihres Ehemanns, die aber einige Unstimmigkeiten aufweisen. So gibt es etwa über Zeitpunkt und Ort der Heirat unterschiedliche Angaben. Jacob Gruft gab an, die Ehe sei 1919 in Lemberg geschlossen worden, wo sie eineinhalb Jahre gelebt hätten, bevor sie nach Berlin gezogen seien. An anderer Stelle heißt es im Entschädigungsantrag, sie hätten am 6. August 1922 auf dem Standesamt II in Berlin-Charlottenburg geheiratet. Aus dem entsprechenden Heiratsregister geht allerdings hervor, dass die Eheschließung dort erst am 9. Mai 1923 vollzogen wurde. Dem Dokument zufolge lebte das Paar zum damaligen Zeitpunkt nicht zusammen, Regina Zimmerspitz wohnte demnach in der Gipsstraße 11 in Berlin-Mitte, Jacob Gruft in Charlottenburg.

Offenbar hatten Regina und Jacob Gruft vier Töchter, wobei sich bisher nicht abschließend klären ließ, ob es sich bei der am 21. Juli 1923 in Berlin geborenen Gisela Gruft um die erstgeborene Tochter handelte. Jacob Gruft erwähnt sie nicht in den Entschädigungsanträgen und spricht nur von drei Töchtern: Mary (Marie/Marey), die am 14. September 1926, einen Tag nach dem 33. Geburtstag ihrer Mutter, zur Welt kam, Any (Anna/Anni), am 26. März 1928 wie ihre ältere Schwester im Jüdischen Krankenhaus geboren, und die jüngste Tochter Sony (Sonnie), die am 17. November 1929 ebenfalls in Berlin geboren wurde.

Anfang der 1930er-Jahre wohnte die Familie in der Christinenstraße 4 im Prenzlauer Berg. Jacob Gruft war als Buchhalter angestellt und Regina Gruft hat den Angaben im Entschädigungsantrag zufolge „Zeit ihres Lebens mitgearbeitet“.

Die Ehe von Regina und Jacob Gruft wurde am 17. Februar 1934 geschieden. Im Entschädigungsantrag gab Jacob Gruft an, dass er im März 1936 gezwungen gewesen sei, Berlin zu verlassen. Er ging nach Frankreich, wo er von seinen beiden im belgischen Antwerpen lebenden Brüdern unterstützt wurde, da er aufgrund der Verfolgung schwere gesundheitliche Schäden davongetragen hatte und erwerbsunfähig war.

Zum Zeitpunkt der Volkszählung am 17. Mai 1939 lebte Regina Gruft zusammen mit Gisela, Mary, Any und Sony in der ersten Etage der Steinstraße 12 in Berlin-Mitte. Im Juni 1939 floh Gisela nach Palästina, sie wurde dort 1947 unter dem Namen Iris Gisela Gruft eingebürgert.

Regina Gruft war 48 Jahre alt, als sie zusammen mit ihren 15-, 13- und 12-jährigen Töchtern am 25. Januar 1942 nach Riga deportiert wurde. Sie kam im Ghetto Riga ums Leben, ihr Todesdatum ist nicht bekannt.

Ihre Töchter wurden von Riga ins KZ Stutthof verschleppt und dort ermordet.