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Hugo Meyer

Stolpersteine für Felix Rowald, Amalie Kopper, Irma Meyer, Ellen und Manfred Meyer. Fotorechte: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin.
VERLEGEORT
Gipsstr. 23

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Mitte
VERLEGEDATUM
November 2008

GEBOREN
19.01.1898 in Berlin
BERUF
Kaufmann und Mützenmacher
DEPORTATION
am 03.02.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
08.02.1943 in Auschwitz

Der jüdische Kaufmann und Mützenmacher Hugo Meyer wurde am 19. Januar 1898 in Berlin geboren. Er war Soldat im Ersten Weltkrieg und erhielt für seinen Einsatz die Auszeichnung als „Frontkämpfer“.
1925 heiratete er Irma Kopper aus Berlin. Das Paar lebte bei der Schwiegermutter Amalie Kopper, die eine 4-Zimmer-Wohnung in der Gipsstraße 23 in Berlin-Mitte bewohnte. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Im Dezember 1926 kam der Sohn Manfred Samuel zur Welt und im Dezember 1930 die Tochter Ellen. Hugo Meyers Frau Irma betrieb gemeinsam mit ihrer Mutter ein Uhrengeschäft in der Gormannstraße. Hugo Meyer war als Kaufmann tätig.

Als im Januar 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, war die ganze Familie von den antisemitischen Verordnungen und Gesetzen betroffen, die bald darauf erlassen wurden. Die Kinder Manfred und Ellen wurden Mitte der 1930er Jahre vom Schulbesuch an den deutschen Schulen ausgeschlossen. Manfred besuchte daraufhin die Jüdische Schule in der Großen Hamburger Straße, Ellen war an der Mädchenvolksschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in der Auguststraße. Im Frühjahr 1941 mussten die Kinder auch diese Schulen verlassen. Als 1941 die Zwangskennzeichnung für Juden angeordnet wurde, waren die Familienmitglieder verpflichtet, den sogenannten Judenstern auf der Kleidung zu tragen. Hugo Meyer wurde zur Zwangsarbeit bei der Firma IG Farben in Berlin-Lichtenberg verpflichtet, sein 15-jähriger Sohn Manfred musste in der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik arbeiten.

Die Familie Meyer hatte ihre Auswanderung geplant. Das geht aus der Vermögenserklärung hervor, die Hugo Meyer am 2. Februar 1943 für die Gestapo ausfüllen musste. Einen Tag später wurde er zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern sowie der Schwiegermutter Amalie Kopper in der Wohnung verhaftet. Die vierköpfige Familie wurde am 3. Februar 1943 mit dem „28. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Hugo Meyers Todestag wurde auf den 8. Februar 1943 datiert. Hugo Meyers Schwiegermutter Amalie Kopper kam im Ghetto Theresienstadt ums Leben.


Biografische Zusammenstellung

Janna Lölke
Recherchen: Wilfried Burkhard, Janna Lölke

Weitere Quellen

Bezirksmuseum Mitte;
http://www.statistik-des-holocaust.de/, Transportliste des 28. Osttransportes;
Daten aus der Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 17. Mai 1939 und der „Liste der jüdischen Einwohner im Deutschen Reich 1933–1945“ über https://www.tracingthepast.org/mapp...
http://histomapberlin.de/histomap/d...