Direkt zum Inhalt
Skip to content Skip to navigation

Fanny Littmann (geb. Czeschlak)

Fanny Littmann (rechts) mit Familie. Copyright: Willi Löhr
VERLEGEORT
Barbarossastr. 8

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
09.08.2012

GEBOREN
07.11.1875 in Kieferstädtel / Sośnicowice
DEPORTATION
am 17.03.1943 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 18.12.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Fanny Czeschlak wurde am 7. November 1875 im oberschlesischen Kieferstädtel, Kreis Gleiwitz (heute: Sośnicowice/Polen), geboren. Die aus Schlesien und Galizien stammende Familie Littmann hatte bis 1934 die deutsche Staatsangehörigkeit, danach galt sie als staatenlos.

Fanny Czeschlak heiratete den Kaufmann Joseph Littmann (s. dort) und am 1. Oktober 1901 kam ihre Tochter Rosa zur Welt.

Rosa schloss 1925 in Hamburg die Ehe mit Julius (Eliejzer) Szprycer. Aber bereits vor der Geburt des dritten Kindes Helmuth (s. dort) trennte Rosa sich von ihrem Mann. Deshalb lebten ihre beiden Töchter Lotte und Giesa Szprycer (s. dort) sowie der Sohn Helmuth bei ihren Großeltern Fanny und Joseph Littmann in Berlin.

Rosa wanderte 1938 nach England aus und ließ die drei Kinder bei ihren Eltern zurück. Lotte starb noch als Kind an Tuberkulose.

Littmanns lebten zunächst in der Landsberger Straße 85 in Berlin-Friedrichshain und dann seit Juli 1934 in einer 4-Zimmer-Wohnung mit Balkon, WC und Badezimmer in der Barbarossastraße 8 in Berlin-Schöneberg.

Am 11. Februar 1943 füllte Fanny Littmann die vor der Deportation verlangte Vermögenserklärung aus. Wie damals üblich, unterschrieb ihr Mann Joseph für sie. Beide mussten miterleben, dass ihre 17-jährige Enkelin Giesa am 19. Februar 1943 von der Gestapo abgeholt wurde.

Einen Monat später, am 17. März 1943, wurden Fanny, ihr Mann Joseph und ihr Enkel Helmuth mit dem „4. großen Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Von dort kamen sie am 18. Dezember 1943 auf den Weitertransport nach Auschwitz-Birkenau. Vermutlich kurz nach ihrer Ankunft im Vernichtungslager wurden sie und ihr Mann ermordet.

Nur der Enkel Helmuth überlebte das Konzentrationslager.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Anne Meckel auf der Grundlage wesentlicher Vorarbeiten von Hannelore Emmerich