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Giesa Szprycer

Giesa Szprycer. Copyright: Willi Löhr
VERLEGEORT
Barbarossastr. 8

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
09.08.2012

GEBOREN
23.09.1925 in Hamburg
ZWANGSARBEIT
Arbeiterin
bei
Siemens & Halske, Nonnendamm 5 in Spandau
DEPORTATION
am 19.02.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Giesa (Gisela) Szprycer wurde am 23. September 1925 in Hamburg geboren. Sie war die Tochter des Geschäftsreisenden Julius (Eliejzer) Szprycer (geb. 1899 in Warschau, gest. 1974) und Rosa Szprycer, geborene Littmann (geb. 1901 in Berlin, gest. 1995). Die Eltern heirateten am 4. Dezember 1925.

Nach der Scheidung ihrer Eltern lebte Giesa zusammen mit ihrer älteren Schwester Lotte, die 1940 an Tuberkulose starb, und mit ihrem jüngeren, 1929 geborenen Bruder Helmuth (s. dort) bei ihren Großeltern Fanny (s. dort) und Joseph Littmann (s. dort) in Berlin.

Die Großeltern Littmann zogen mit den Kindern 1934 von der Landsberger Straße in Berlin-Friedrichshain nach Berlin-Schöneberg in die Barbarossastraße 8. 1938 wanderte deren Mutter Rosa nach England aus.

Giesa Szprycer galt als staatenlos, wie ihre Mutter und die Großeltern Littmann. Nach ihrem Schulabschluss arbeitete sie als Zwangsarbeiterin bei Siemens und Halske am Nonnendamm 5 in Berlin-Spandau.

Am 11. Februar 1943 füllte sie die übliche „Vermögenserklärung“ aus, die der Deportation vorausging. Darin gab sie an, dass ihr 14jähriger Bruder Helmuth mit „auswandere“. Diese Vermögenserklärung wurde vom Großvater Joseph Littmann für die Minderjährige unterzeichnet.

Am 19. Februar 1943 wurde die 17jährige mit dem „29. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert. Unterwegs zum Sammellager in der Großen Hamburger Straße war sie noch von dem LKW abgesprungen und hatte versucht zu entkommen – ohne Erfolg. Über ihr Todesdatum im Vernichtungslager ist nichts bekannt.

Entgegen dem Eintrag in ihrer Vermögenserklärung wurde ihr Bruder Helmuth erst am 17. März 1943 zusammen mit seinen Großeltern zunächst nach Theresienstadt und ein halbes Jahr später nach Auschwitz deportiert. Er überlebte als Einziger der Familie die Deportationen.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Anne Meckel auf der Grundlage wesentlicher Vorarbeiten von Hannelore Emmerich