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Hedwig Lewinthal (geb. Rothschild)

Stolpersteine für Hedwig und Max Lewinthal. Copyright: Mauren Antkowski
VERLEGEORT
Motzstr. 31

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
23.05.2014

GEBOREN
02.09.1883 in Gießen
DEPORTATION
am 30.10.1942 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 16.05.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Hedwig Rothschild wurde am 2. September 1883 als Tochter von Israel und Emma Rothschild, geborene Klogal, in Gießen geboren. Sie hatte noch fünf Geschwister: Berthold (* 8.6.1894 in Gießen; s. dort), Toni (* 7.10.1885 in Gießen) und Sally (* 18.8.1889 in Gießen), Thekla (* 2.4.1876 in Gießen) und Julius (* 21.8.1870 in Gießen). Sie entstammte einem wohlhabenden Elternhaus. Ihr Vater hatte 1865 in Gießen die Borstengroßhandlung Israel Rothschild gegründet. Die Firma wurde im Dezember 1937 liquidiert. Hedwig Rothschild heiratete am 25. Juli 1907 in Gießen den Kaufmann Max Lewinthal, der zusammen mit seinem Bruder Oskar und seinem Schwager Robert Engel zeitweise drei Modewarenhäuser unter dem Firmennamen "Gebr. Lewinthal Putz- und Modewaren" führte. Robert Engel war mit Bertha Lewinthal, der Schwester ihres Mannes, verheiratet. Ab 1908 wohnten die Lewinthals in der Passauer Straße 25 und ab 1912 in der Motzstraße 69 (heute: Motzstraße 31). Die Lewinthals galten als vermögend, man führte einen entsprechend großbürgerlichen Haushalt. Das Ehepaar hatte zwei Söhne: Norbert und Joachim. Nachdem sich ihr Mann im Jahre 1916 aus der Geschäftsführung der Firma "Gebr. Lewinthal" zurückgezogen hatte, übernahm er die Verwaltung des Hauses Motzstraße 69, das seinem Bruder Oskar und nach dessen Tod seiner Witwe Selma sowie ihrem Schwager Robert Engel gehörte. Anfang der 1940er Jahre wurden die Lewinthals aus dem Haus ausgewiesen und in die Schwäbische Straße 25 zwangsweise zur Untermiete eingewiesen.
Am 30. Oktober 1942 wurde Hedwig Lewinthal zusammen mit ihrem Mann mit dem 70. Alterstransport nach Theresienstadt deportiert. Ihr Mann starb dort am 18. Oktober 1943, knapp ein Jahr nach ihrer Ankunft. Sie selbst wurde am 16. Mai 1944 noch nach Auschwitz überführt. Es muss angenommen werden, dass sie dort unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet wurde.
Hedwig Lewinthals Söhne konnten vor 1939 noch rechtzeitig nach Palästina entkommen. Ihre Geschwister Toni und Sally, Thekla und Julius konnten ebenfalls alle zwischen 1936 und 1938 emigrieren.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Judith Hahn

Weitere Quellen

Fotos; Heiratsurkunde; Reklamemarke des Modewarenhauses Gebr. Lewinthal; Jüdisches Nachrichtenblatt vom 24. September 1942; Deportationsliste