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Johanna E. Behrendt

Stolperstein für Johanna Behrendt (Bild: Projekt-Stolpersteine)
Stolpersteine für Familie Behrendt (Bild: Projekt-Stolpersteine)
VERLEGEORT
Cimbernstraße 3

BEZIRK/ORTSTEIL
Steglitz-Zehlendorf – Nikolassee
VERLEGEDATUM
01.04.2017

GEBOREN
1924
FLUCHT
1936 Holland
INTERNIERT
ab 15.08.1942 in Westerbork
DEPORTATION
am 04.09.1944 von Westerbork nach Theresienstadt
ÜBERLEBT

Walter Behrendt wurde 1885 in Berlin geboren, seine Eltern waren Zuwanderer in erster Generation. Seine Ehefrau Gertrud (geb. Fränkel, 1897) kam aus Dortmund.
Er gründete 1919 mit einem Partner die Firma Behrendt & Bernstein.
Dieser Betrieb für Damenmoden hatte seinen Standort in der Kronenstraße ín Berlin-Mitte, nahe dem bekannten Konfektionsviertel. Er florierte in den Zwanzigern, überstand die Wirtschaftskrise, kam aber als „jüdisch“ ab 1933 in ernste Schwierigkeiten. Walter Behrendt, inzwischen Alleininhaber, gab Mitte 1936 auf; es folgte die Flucht nach Holland.
Die Familie lebte zunächst in Naarden, vermutlich von transferiertem Vermögen. 1942 zog sie unter Zwang nach Amsterdam und wurde kurz darauf in Westerbork interniert.
Deportiert wurden Walter und Gertrud Behrendt schon im April 1943; ihre Kinder Heinrich, Peter und Johanna blieben zurück und sahen ihre Eltern nie wieder.
Diese kamen zunächst nach Theresienstadt, wurden dann nach Auschwitz verbracht und im März 1944 ermordet. Die Geschwister folgten im Herbst 1944 – zunächst gemeinsam nach Theresienstadt, die Brüder dann weiter nach Auschwitz.
Heinrich wurde 1945 ins KZ Dachau verlegt, wo er 22-jährig starb. Peter gelangte zurück
nach Holland, erlag aber im November 1945 den Folgen der Haft. Johanna, seine Zwillingsschwester, konnte ihm noch beistehen; sie hatte die Befreiung in einem deutschen KZ erlebt.
Zunächst zog sie zu Verwandten nach England, ging 1948 in die USA, begann ein Germanistik-Studium an der Columbia-University und schloss es mit ihrer Dissertation über Elisabeth Langgässer ab. Die Universitätsdozentin Johanna E. Behrendt starb 2004 mit 80 Jahren in Santa Barbara.


Biografische Zusammenstellung

Hans H. Lembke - Projekt Stolpersteine Teltow-Zehlendorf