- Verlegeort
- Konstanzer Str. 55
- Bezirk/Ortsteil
- Wilmersdorf
- Verlegedatum
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24. Oktober 2012
- Geboren
- 04. September 1875 in Königsberg / Kaliningrad
- Deportation
- am 03. August 1942 nach Theresienstadt
- Später deportiert
- am 26. September 1942 nach Treblinka
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Ermordet
- in Treblinka
Klara Diamant wurde als Klara Landsberg am 4. September 1875 in Königsberg in Ostpreußen (Kaliningrad, Russland) geboren. Für ihre Eltern, den aus Kosten in der Provinz Posen (Powiat Kościański, Polen) stammenden Kaufmann Max Moses (später Meyer) Landsberg (*23. September 1837) und dessen aus Marienburg (Malbork, Polen) stammende Ehefrau Cäcilie geborene Pfahl (*28. März 1842), war sie die jüngste von zwei Töchtern. Ihre Schwester Gertrud (*26. Mai 1873) war zwei Jahre älter als sie.
Wann die Familie nach Berlin ging, ist unbekannt. Der Vater starb 1896 mit 58 Jahren in Berlin. Damals wohnte die Familie in der Oranienburger Straße 69 in Berlin-Mitte. Beide Schwestern blieben ledig, bis Klara den Apotheker Ascher Ulrich Diamant (*2. Juli 1872) aus Wien kennenlernte. Der aus Jassy in Rumänien stammende Ulrich Diamant hatte 1907 in der Liechtensteinstraße 21 im 9. Gemeindebezirk in Wien die Medizinaldrogerie „Mag. Pharm. U. Diamant / Droguerie „Zum weissen Engel“ / Wien, IX, Liechtensteinstraße 21“ gegründet. Aufgrund seiner Ausbildung als Apotheker hätte es auch eine Apotheke sein können, was der Gebietsschutz für Apotheken in der damaligen Zeit an dem Ort jedoch nicht erlaubte. 1909 zog er mit der Drogerie drei Häuser weiter in die Liechtensteinstraße 16 Ecke Berggasse 14 um. Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs verließ Ulrich Diamant auch diesen Standort und eröffnete in der Dietrichsteingasse eine neue Drogerie. Ob er nach Berlin ging, um eine Apotheke zu eröffnen, oder weil er Klara Landsberg kennenlernte, ist nicht bekannt. Vor der Hochzeit wohnte er in der Martin-Luther-Straße 6 in Berlin-Schöneberg zur Untermiete bei Kleinholz. Die 45-jährige Klara und der 48-jährige Ulrich heirateten am 17. Februar 1921. Klara zog nach der Hochzeit zu ihm nach Wien.
Ihre Schwester Gertrud, genannt Trude, kümmerte sich vermutlich um die Mutter. Sie wohnten in der Passauer Straße 10 in Berlin-Charlottenburg. Die Mutter starb am 8. Dezember 1926 mit 83 Jahren in einem Pflegeheim in der Passauer Straße 18. Die Oberin des Heimes meldete den Tod der Mutter beim Standesamt.
Als am 30. Januar 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, war Klara 57 Jahre alt. Ihr Ehemann Ulrich starb am 1. August 1936 mit 64 Jahren in Wien und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Klara wurde nach zwölf Jahren Ehe mit 57 Jahren Witwe und zog daraufhin wieder nach Berlin zu ihrer Schwester Trude.
Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 wohnten die Schwestern in der Konstanzer Straße 55. Ihre Namen waren dort aber nie im Berliner Adressbuch zu finden. Wie lange sie dort gelebt haben, konnte nicht recherchiert werden. Ihre letzte Wohnanschrift war die Joachimsthaler Straße 12. Hier wohnten sie zur Untermiete in einem möblierten Zimmer im zweiten Stockwerk rechts bei Julie Zernik geborene Goldstein (*9. Dezember 1874). Gesundheitlich ging es Klara Anfang der 1940er- Jahre nicht gut. Sie musste sich vier Operationen im Jüdischen Krankenhaus in der Iranischen Straße 2 in Berlin-Wedding unterziehen. Die letzte Operation verhinderte vermutlich ihre Deportation am 4. Februar 1942. Auf der Deportationsliste in das Warschauer Ghetto wurden sie und ihre Schwester Trude gestrichen, weil Klara krankheitsbedingt nicht transportfähig war.
Als Gertrud aufgefordert wurde, ihre Vermögenserklärung auszufüllen, die sie am 15. Juli 1942 unterschrieb, befand sich Klara noch im Jüdischen Krankenhaus.
Mit dem sogenannten 35. Alterstransport deportierte die Gestapo Gertrud Landsberg und ihre Schwester Klara Diamant am 3. August 1942 nach Theresienstadt. Am 26. September 1942 erfolgte der Weitertransport in das Vernichtungslager Treblinka, wo beide Schwestern kurz nach der Ankunft ermordet wurden. Klara Diamant geborene Landsberg starb mit 67 Jahren. Ihre Schwester Gertrud Landsberg starb mit 69 Jahren.
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