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30. August: Filmvorführung und anschließende Diskussion

Wir wollen Sie herzlich zur Filmvorführung von „Nachts, wenn der Teufel kam“ am Montag, den 30. August 2021 um 19 Uhr im Zoo Palast, Hardenbergstraße 29A, 10623 Berlin, einladen.
Im Mittelpunkt des Films steht Bruno Lüdke. Er war ein 1908 geborener „geistig eingeschränkter“ Berliner, der während des Nationalsozialismus unschuldig zum Massenmörder stilisiert und grausam ermordet wurde. Der Regisseur Robert Siodmak drehte Mitte der 1950er-Jahre diesen Film, in dem der damals 27-jährige Mario Adorf die Figur des „geisteskranken Massenmörders“ Bruno Lüdke spielte. Premiere feierte der Film 1957 ebenfalls im Zoo Palast. Der Film erhielt 12 Bundesfilmpreise und begründete unter anderem die internationale Karriere von Mario Adorf. Durch langjährige Forschung von Susanne Regener und Axel Doßmann ist nun erwiesen, dass Bruno Lüdke weder ein Massenmörder noch kriminell war. Diese Forschung hat Mario Adorf dazu angeregt, das von ihm (unwissentlich) reproduzierte falsche Bild von Bruno Lüdke nachträglich zu korrigieren. Er regte zudem an, dass ein Stolperstein für ihn verlegt wird.
Nach der Filmvorführung freuen wir uns, ein Expert*innengespräch gemeinsam mit Mario Adorf führen zu können. In dem Gespräch wird es zum einen um eine kritische Einordnung und Selbstreflektion über den Film gehen. Zum anderen werden Hintergründe des historischen Falls, in dem sich exemplarisch die rassistische Gesundheits- und Kriminalpolitik des Nationalsozialismus zeigen, behandelt, deren Auswirkungen sich bis weit in die Nachkriegszeit fortsetzten. Moderiert wird das Gespräch von Hans Werner Kilz.
Der Eintritt ist frei. Allerdings müssen alle Besucher*innen nachweisen, dass Sie entweder getestet, geimpft oder genesen sind. Zudem ist eine vorherige Anmeldung per Email an: info@stolpersteine-berlin.de zwingend erforderlich.