Anton Schmaus

Verlegeort
Schmausstraße 2
Historischer Name
Alte Dahlwitzer Straße
Bezirk/Ortsteil
Köpenick
Verlegedatum
02. Dezember 2013
Geboren
19. April 1910
Beruf
Zimmermann
Inhaftiert (t.b.d.)
22. Juni 1933 16. Januar 1934 im Polizeikrankenhaus in Berlin-Mitte
Verstorben an den Folgen von Haft und Folter
16. Januar 1934 in Berlin
  • Schmaus, Anton Porträtfoto

    Anton Schmaus. Fotorechte: Eva Böhm

  • Schmaus, Anton Gruppenfoto1

    Anton Schmaus (re.) mit seinen Eltern und Geschwistern, v.l.n.r.: Christine Wartmann, geb. Schmaus, Hans, Katharina, Johann und Margareta Schmaus, Maria Müller, geb. Schmaus, am 13. Juni 1933. Fotorechte: Eva Böhm

  • Schmaus, Anton Stolpersteine

    Stolpersteine für Anton Schmaus, Johann Schmaus und Erich Janitzky. Fotorechte: Peter Wolf

Anton Schmaus besuchte nach seiner Gesellenprüfung zum Zimmermann eine Technische Lehranstalt mit dem Berufswunsch, Architekt zu werden. Durch das Elternhaus früh politisiert, war er Mitglied der SPD und der Republikschutzorganisation „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“. Sein Vater war der einflussreiche Gewerkschaftsführer Johann Schmaus.<br />
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Die Köpenicker Sturmabteilung (SA) der NSDAP hatte bereits seit Wochen und erneut am Vormittag des 21. Juni 1933 viele Wohnungen in Köpenick wiederrechtlich durchsucht – so auch die der Familie Schmaus – sowie zahlreiche Personen verschleppt und misshandelt. Obwohl auf dem Heimweg von der Lehranstalt von Freunden gewarnt, ließ sich der 23-Jährige davon nicht abschrecken und ging nach Hause in die Alte Dahlwitzer Straße 2 (heute Schmaustraße 2). Mitten in der Nacht drang die SA erneut in die Wohnung der Familie Schmaus ein. Anton Schmaus stellte sich ihr in den Weg und schoss in Notwehr auf die Eindringlinge. Zwei SA-Männer traf er tödlich, ein dritter wurde während des Schusswechsels vermutlich von seinen eigenen Leuten verletzt. Flüchtend gab Anton Schmaus vor dem Haus weitere Schüsse auf einen vierten SA-Mann ab.<br />
<br />
Nur mit einer Badehose bekleidet, rettete sich Anton Schmaus durch den nahegelegenen Wald zum S-Bahnhof Hirschgarten, wo er – vor Angst völlig aufgelöst – um Hilfe bat. Begleitet von einem Bahnbeamten stellte er sich auf dem Köpenicker Polizeirevier 244 in der Kaiser-Wilhelm-Straße (heute Finanzamt in der Seelenbinder Straße). Der Polizei gelang es nur mit Mühe, den heranrückenden SA-Mob zurückzudrängen, und brachte Anton Schmaus zu seinem eigenen Schutz am frühen Morgen des 22. Juni 1933 in das Polizeipräsidium am Alexanderplatz. Noch in Köpenick wurde der Transport von einem 80 Mann starken SA-Trupp angehalten, der vergeblich die Herausgabe von Schmaus forderte. Angehörige des Köpenicker SA-Kommandos mit ihrem Anführer Herbert Gehrke an der Spitze verfolgten den Transport Richtung Innenstadt und spürten Schmaus im Polizeipräsidium auf. Trotz Bewachung durch zwei Schutzpolizisten wurde Schmaus hier durch einen Schuss in den Rücken, vermutlich aus der Pistole von Gehrke, niedergeschossen.<br />
<br />
Schwer verletzt in das Polizeikrankenhaus in Berlin-Mitte eingeliefert, überlebte er den Mordversuch. Er befand sich auf dem Weg der Besserung, war jedoch weiterhin von der Hüfte abwärts gelähmt, als er Mitte Januar 1934 von der SA aus dem Polizeikrankenhaus zu einem „Verhör“ abgeholt wurde. Von körperlichen Misshandlungen stark gezeichnet, starb Anton Schmaus zwei Tage später im Polizeikrankenhaus.<br />
<br />
Unmittelbar nach der Flucht von Anton Schmaus vor der SA in der Nacht zum 22. Juni 1933 war sein Vater Johann Schmaus von der Köpenicker SA aufs Grausamste misshandelt und zu Tode gequält und seine Mutter Katharina Schmaus ebenfalls schwer misshandelt worden.<br />
<br />
Die Köpenicker SA nahm den Tod ihrer Leute zum Anlass für ein ungebremst gewaltsames Vorgehen gegen Hunderte ihrer Gegner. Auch nutzten die Nationalsozialisten die Ereignisse im Hause Schmaus für reichsweite Propagandazwecke.<br />

Anton Schmaus besuchte nach seiner Gesellenprüfung zum Zimmermann eine Technische Lehranstalt mit dem Berufswunsch, Architekt zu werden. Durch das Elternhaus früh politisiert, war er Mitglied der SPD und der Republikschutzorganisation „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“. Sein Vater war der einflussreiche Gewerkschaftsführer Johann Schmaus.

Die Köpenicker Sturmabteilung (SA) der NSDAP hatte bereits seit Wochen und erneut am Vormittag des 21. Juni 1933 viele Wohnungen in Köpenick wiederrechtlich durchsucht – so auch die der Familie Schmaus – sowie zahlreiche Personen verschleppt und misshandelt. Obwohl auf dem Heimweg von der Lehranstalt von Freunden gewarnt, ließ sich der 23-Jährige davon nicht abschrecken und ging nach Hause in die Alte Dahlwitzer Straße 2 (heute Schmaustraße 2). Mitten in der Nacht drang die SA erneut in die Wohnung der Familie Schmaus ein. Anton Schmaus stellte sich ihr in den Weg und schoss in Notwehr auf die Eindringlinge. Zwei SA-Männer traf er tödlich, ein dritter wurde während des Schusswechsels vermutlich von seinen eigenen Leuten verletzt. Flüchtend gab Anton Schmaus vor dem Haus weitere Schüsse auf einen vierten SA-Mann ab.

Nur mit einer Badehose bekleidet, rettete sich Anton Schmaus durch den nahegelegenen Wald zum S-Bahnhof Hirschgarten, wo er – vor Angst völlig aufgelöst – um Hilfe bat. Begleitet von einem Bahnbeamten stellte er sich auf dem Köpenicker Polizeirevier 244 in der Kaiser-Wilhelm-Straße (heute Finanzamt in der Seelenbinder Straße). Der Polizei gelang es nur mit Mühe, den heranrückenden SA-Mob zurückzudrängen, und brachte Anton Schmaus zu seinem eigenen Schutz am frühen Morgen des 22. Juni 1933 in das Polizeipräsidium am Alexanderplatz. Noch in Köpenick wurde der Transport von einem 80 Mann starken SA-Trupp angehalten, der vergeblich die Herausgabe von Schmaus forderte. Angehörige des Köpenicker SA-Kommandos mit ihrem Anführer Herbert Gehrke an der Spitze verfolgten den Transport Richtung Innenstadt und spürten Schmaus im Polizeipräsidium auf. Trotz Bewachung durch zwei Schutzpolizisten wurde Schmaus hier durch einen Schuss in den Rücken, vermutlich aus der Pistole von Gehrke, niedergeschossen.

Schwer verletzt in das Polizeikrankenhaus in Berlin-Mitte eingeliefert, überlebte er den Mordversuch. Er befand sich auf dem Weg der Besserung, war jedoch weiterhin von der Hüfte abwärts gelähmt, als er Mitte Januar 1934 von der SA aus dem Polizeikrankenhaus zu einem „Verhör“ abgeholt wurde. Von körperlichen Misshandlungen stark gezeichnet, starb Anton Schmaus zwei Tage später im Polizeikrankenhaus.

Unmittelbar nach der Flucht von Anton Schmaus vor der SA in der Nacht zum 22. Juni 1933 war sein Vater Johann Schmaus von der Köpenicker SA aufs Grausamste misshandelt und zu Tode gequält und seine Mutter Katharina Schmaus ebenfalls schwer misshandelt worden.

Die Köpenicker SA nahm den Tod ihrer Leute zum Anlass für ein ungebremst gewaltsames Vorgehen gegen Hunderte ihrer Gegner. Auch nutzten die Nationalsozialisten die Ereignisse im Hause Schmaus für reichsweite Propagandazwecke.