Rosa Lewy geb. Bergmann

Verlegeort
Sebastianstr. 73
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
2009
Geboren
01. Juni 1870
Deportation
am 23. September 1942 nach Theresienstadt
Ermordet
20. Februar 1943 im Ghetto Theresienstadt
  • Rosa Lewy © OTFW
    Rosa Lewy © OTFW

    Rosa Lewy © OTFW

Rosa Lewy kam als Rosa Bergmann am 1. Juni 1870 in Nordhausen zur Welt, das damals in der preußischen Provinz Sachsen lag. Ihre Mutter war Anna Bergmann (geb. Markus), der Name ihres Vaters ist nicht bekannt. Im Alter von 24 Jahren heiratete sie am 17. Juli 1894 in ihrer Heimatstadt den Kaufmann Salo Lewy. Er stammte aus Rawitsch in Posen (heute: Rawicz / Polen). Im Mai 1895 brachte Rosa Lewy ihren ersten Sohn Hans im brandenburgischen Wittenberge zur Welt. Mit ihrer Familie zog sie einige Zeit später nach Berlin, wo im April 1901 ihr zweiter Sohn Ernst geboren wurde. Beide Söhne machten eine kaufmännische Lehre. <br />
Am 14. März 1914 starb Rosa Lewys Mann Salo im Alter von 48 Jahren im Krankenhaus Westend in Charlottenburg. Kurze Zeit später zog Rosa Lewy zusammen mit ihren Söhnen aus ihrer bisherigen Wohnung in der Holteistraße 23 in Friedrichshain nach Charlottenburg in die Sybelstraße 42. Knapp fünf Jahre nach dem Tod ihres Ehemannes verlor sie auch ihren jüngeren Sohn Ernst, der nur 17 Jahre alt wurde. Er starb am 6. Januar 1919 in der gemeinsamen Wohnung, die Todesursache ist nicht bekannt. <br />
1929 heiratete Rosa Lewys Sohn Hans die verwitwete Dorothea Meyer (geb. Goldberg) und wurde der Stiefvater von deren sechsjähriger Tochter Ursula. Im Februar 1939 emigrierte Hans mit Frau und Stieftochter nach Ecuador. Von dort kamen sie im Jahr darauf nach New York, da die inzwischen 17-jährige Ursula ein Stipendium eines Musikkonservatoriums bekommen hatte. In den USA änderte Hans seinen Namen zu John Lewis. Ursula, die nach ihrer Heirat Mamlok hieß, wurde eine bekannte Komponistin. <br />
Im Frühjahr 1939 musste Rosa Lewy ihren Schmuck und ihr Silberbesteck in der Pfandleihanstalt in der Jägerstraße abliefern. Ihr Sohn erinnerte sich später an den Briefwechsel aus dem Jahr 1939: „Wir hatten kurz nach der Einwanderung [in Ecuador] einen besonders schweren Existenzkampf und darüber auch mit unserer Mutter korrespondiert. Uns ist noch im Gedächtnis, dass diese in einem ihrer Schreiben ganz besonders bedauerte, dass es ihr nicht möglich gewesen war, uns die Wertsachen mitzugeben, die uns über die erste schwere Zeit hier über Wasser gehalten hätten. Sie schrieb damals: Nun habt weder ihr noch ich die Wertsachen und sie sind verloren.“ <br />
Der letzte Wohnsitz von Rosa Lewy, der ihrem Sohn bekannt war, befand sich in der Sebastianstraße 13. Doch unmittelbar nach der Flucht ihres Sohnes wurde sie offenbar aus ihrer 2-Zimmer-Wohnung ausgewiesen. Ab Februar 1939 wohnte sie zur Untermiete bei dem Ehepaar Goldberg in der Sebastianstraße 16, drei Häuser von ihrer bisherigen Wohnung entfernt. Erika und Emanuel Goldberg waren die Eltern von Rosa Lewys Schwiegertochter Dorothea.<br />
Im Mai 1942 starb Emanuel Goldberg an Diabetes, da Juden der Zugang zu Insulin verwehrt wurde. Zwei Monate später wurde seine Witwe Erika nach Theresienstadt deportiert und im September in Treblinka ermordet. Etwa zur gleichen Zeit, am 23. September 1942, wurde auch Rosa Lewy nach Theresienstadt verschleppt. Sie starb dort am 20. Februar 1943.<br />
Die Stolpersteine für Rosa Lewy und Erika Goldberg wurden vor der Sebastianstraße 73, gegenüber von ihrem letzten Wohnsitz verlegt, da sich an der Stelle der ehemaligen Hausnummer 16 heute Brachland befindet, vor dem nicht gepflastert ist. <br />
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Rosa Lewy kam als Rosa Bergmann am 1. Juni 1870 in Nordhausen zur Welt, das damals in der preußischen Provinz Sachsen lag. Ihre Mutter war Anna Bergmann (geb. Markus), der Name ihres Vaters ist nicht bekannt. Im Alter von 24 Jahren heiratete sie am 17. Juli 1894 in ihrer Heimatstadt den Kaufmann Salo Lewy. Er stammte aus Rawitsch in Posen (heute: Rawicz / Polen). Im Mai 1895 brachte Rosa Lewy ihren ersten Sohn Hans im brandenburgischen Wittenberge zur Welt. Mit ihrer Familie zog sie einige Zeit später nach Berlin, wo im April 1901 ihr zweiter Sohn Ernst geboren wurde. Beide Söhne machten eine kaufmännische Lehre.
Am 14. März 1914 starb Rosa Lewys Mann Salo im Alter von 48 Jahren im Krankenhaus Westend in Charlottenburg. Kurze Zeit später zog Rosa Lewy zusammen mit ihren Söhnen aus ihrer bisherigen Wohnung in der Holteistraße 23 in Friedrichshain nach Charlottenburg in die Sybelstraße 42. Knapp fünf Jahre nach dem Tod ihres Ehemannes verlor sie auch ihren jüngeren Sohn Ernst, der nur 17 Jahre alt wurde. Er starb am 6. Januar 1919 in der gemeinsamen Wohnung, die Todesursache ist nicht bekannt.
1929 heiratete Rosa Lewys Sohn Hans die verwitwete Dorothea Meyer (geb. Goldberg) und wurde der Stiefvater von deren sechsjähriger Tochter Ursula. Im Februar 1939 emigrierte Hans mit Frau und Stieftochter nach Ecuador. Von dort kamen sie im Jahr darauf nach New York, da die inzwischen 17-jährige Ursula ein Stipendium eines Musikkonservatoriums bekommen hatte. In den USA änderte Hans seinen Namen zu John Lewis. Ursula, die nach ihrer Heirat Mamlok hieß, wurde eine bekannte Komponistin.
Im Frühjahr 1939 musste Rosa Lewy ihren Schmuck und ihr Silberbesteck in der Pfandleihanstalt in der Jägerstraße abliefern. Ihr Sohn erinnerte sich später an den Briefwechsel aus dem Jahr 1939: „Wir hatten kurz nach der Einwanderung [in Ecuador] einen besonders schweren Existenzkampf und darüber auch mit unserer Mutter korrespondiert. Uns ist noch im Gedächtnis, dass diese in einem ihrer Schreiben ganz besonders bedauerte, dass es ihr nicht möglich gewesen war, uns die Wertsachen mitzugeben, die uns über die erste schwere Zeit hier über Wasser gehalten hätten. Sie schrieb damals: Nun habt weder ihr noch ich die Wertsachen und sie sind verloren.“
Der letzte Wohnsitz von Rosa Lewy, der ihrem Sohn bekannt war, befand sich in der Sebastianstraße 13. Doch unmittelbar nach der Flucht ihres Sohnes wurde sie offenbar aus ihrer 2-Zimmer-Wohnung ausgewiesen. Ab Februar 1939 wohnte sie zur Untermiete bei dem Ehepaar Goldberg in der Sebastianstraße 16, drei Häuser von ihrer bisherigen Wohnung entfernt. Erika und Emanuel Goldberg waren die Eltern von Rosa Lewys Schwiegertochter Dorothea.
Im Mai 1942 starb Emanuel Goldberg an Diabetes, da Juden der Zugang zu Insulin verwehrt wurde. Zwei Monate später wurde seine Witwe Erika nach Theresienstadt deportiert und im September in Treblinka ermordet. Etwa zur gleichen Zeit, am 23. September 1942, wurde auch Rosa Lewy nach Theresienstadt verschleppt. Sie starb dort am 20. Februar 1943.
Die Stolpersteine für Rosa Lewy und Erika Goldberg wurden vor der Sebastianstraße 73, gegenüber von ihrem letzten Wohnsitz verlegt, da sich an der Stelle der ehemaligen Hausnummer 16 heute Brachland befindet, vor dem nicht gepflastert ist.