Luise Aronstein geb. Scholtz

Verlegeort
Solinger Str. 7
Historischer Name
Solinger Straße 7
Bezirk/Ortsteil
Moabit
Geboren
26. Juli 1879
Deportation
am 08. September 1942 nach Theresienstadt
Später deportiert
am 16. Mai 1944 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
  • Fotografie von Luise und Philipp Aronstein.
    Fotografie von Luise und Philipp Aronstein. Fotorechte: Reiner Lehberger

    Fotografie von Luise und Philipp Aronstein. Fotorechte: Reiner Lehberger

  • Fotografie vom Ehepaar Aronstein und Sohn Hans.
    Fotografie vom Ehepaar Aronstein und Sohn Hans. Fotorechte: Reiner Lehberger

    Fotografie vom Ehepaar Aronstein und Sohn Hans. Fotorechte: Reiner Lehberger

  • Stolperstein für Luise Aronstein.
    Stolperstein für Luise Aronstein. Foto: OTFW.

    Stolperstein für Luise Aronstein. Foto: OTFW.

Luise Aronstein, geb. Scholtz, kam am 26. Juli 1879 als Tochter eines jüdischen Kaufmanns im oberschlesischen Kattowitz (heute: Katowice/Polen) zur Welt. Sie heiratete 1901 Dr. Philipp Aronstein, der im Jahr zuvor als Oberlehrer an das neu gegründete Progymnasium von Myslowitz/Mysłowice berufen worden war. Ihre Töchter Berta und Lotte kamen 1902 und 1904 zur Welt, die Söhne Fritz und Hans folgten 1912 und 1916, als die Familie schon in Berlin lebte.<br />
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Nach sieben offenbar sehr glücklichen Jahren in Myslowitz wechselte Philipp Aronstein 1907 in den Berliner Schuldienst. Die Familie wohnte erst in Kreuzberg, ab 1913 war sie im Bezirk Tiergarten zuhause, bis 1933 in der Elberfelder Str. 28, dann in der Tile-Wardenberg-Str. 11. Philipp Aronstein war als Oberlehrer, später als Studienrat an verschiedenen Berliner Realschulen und-gymnasien tätig; er unterrichtete Englisch und Französisch. Neben seinem Beruf als Lehrer widmete sich Philipp Aronstein der Forschung. Er war Mitglied vieler wissenschaftlicher Vereinigungen und entfaltete eine rege Publikationstätigkeit. <br />
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Mit dem Jahr 1933 begann auch für die Familie Aronstein die schrittweise Vertreibung aus der Öffentlichkeit. Der schon pensionierte Philipp Aronstein wurde aus den wissenschaftlichen Vereinigungen ausgeschlossen und durfte nicht mehr publizieren. <br />
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Mit dem Gedanken an Auswanderung konnten sich die Eheleute lange nicht anfreunden, ihren vier Kindern gelang jedoch in den Jahren nach 1933 die Emigration. Die Tochter Berta wanderte mit Mann und Kindern nach England aus; Lotte und Fritz gingen nach Palästina. Als Philipp und Luise Aronstein ihre Kinder dort im Sommer 1935 besuchten, zeigten sie sich beeindruckt von der Aufbauarbeit, kehrten jedoch nach Berlin zurück. Der jüngste Sohn Hans konnte 1937 nach Schweden entkommen, auch er ging später nach Palästina. 1938 bezogen die Aronsteins ihre letzte Wohnung in der Solinger Str. 7 in Moabit. Mittlerweile hatten sie sich doch noch zur Auswanderung entschlossen, doch trotz aller Bemühungen der Kinder gelang die Rettung nicht mehr. <br />
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Mit dem „59. Alterstransport“ vom 8. September 1942 wurde das Ehepaar Aronstein nach Theresienstadt deportiert. Dort starb der 79-jährige Philipp Aronstein nach 14 Tagen, am 23. September 1942. Luise Aronstein wurde am 16. Mai 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.

Luise Aronstein, geb. Scholtz, kam am 26. Juli 1879 als Tochter eines jüdischen Kaufmanns im oberschlesischen Kattowitz (heute: Katowice/Polen) zur Welt. Sie heiratete 1901 Dr. Philipp Aronstein, der im Jahr zuvor als Oberlehrer an das neu gegründete Progymnasium von Myslowitz/Mysłowice berufen worden war. Ihre Töchter Berta und Lotte kamen 1902 und 1904 zur Welt, die Söhne Fritz und Hans folgten 1912 und 1916, als die Familie schon in Berlin lebte.

Nach sieben offenbar sehr glücklichen Jahren in Myslowitz wechselte Philipp Aronstein 1907 in den Berliner Schuldienst. Die Familie wohnte erst in Kreuzberg, ab 1913 war sie im Bezirk Tiergarten zuhause, bis 1933 in der Elberfelder Str. 28, dann in der Tile-Wardenberg-Str. 11. Philipp Aronstein war als Oberlehrer, später als Studienrat an verschiedenen Berliner Realschulen und-gymnasien tätig; er unterrichtete Englisch und Französisch. Neben seinem Beruf als Lehrer widmete sich Philipp Aronstein der Forschung. Er war Mitglied vieler wissenschaftlicher Vereinigungen und entfaltete eine rege Publikationstätigkeit.

Mit dem Jahr 1933 begann auch für die Familie Aronstein die schrittweise Vertreibung aus der Öffentlichkeit. Der schon pensionierte Philipp Aronstein wurde aus den wissenschaftlichen Vereinigungen ausgeschlossen und durfte nicht mehr publizieren.

Mit dem Gedanken an Auswanderung konnten sich die Eheleute lange nicht anfreunden, ihren vier Kindern gelang jedoch in den Jahren nach 1933 die Emigration. Die Tochter Berta wanderte mit Mann und Kindern nach England aus; Lotte und Fritz gingen nach Palästina. Als Philipp und Luise Aronstein ihre Kinder dort im Sommer 1935 besuchten, zeigten sie sich beeindruckt von der Aufbauarbeit, kehrten jedoch nach Berlin zurück. Der jüngste Sohn Hans konnte 1937 nach Schweden entkommen, auch er ging später nach Palästina. 1938 bezogen die Aronsteins ihre letzte Wohnung in der Solinger Str. 7 in Moabit. Mittlerweile hatten sie sich doch noch zur Auswanderung entschlossen, doch trotz aller Bemühungen der Kinder gelang die Rettung nicht mehr.

Mit dem „59. Alterstransport“ vom 8. September 1942 wurde das Ehepaar Aronstein nach Theresienstadt deportiert. Dort starb der 79-jährige Philipp Aronstein nach 14 Tagen, am 23. September 1942. Luise Aronstein wurde am 16. Mai 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.