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Adolf Wiegel

Foto von Adolf Wiegel © Landesarchiv Berlin
VERLEGEORT
Köpenicker Straße 36-38

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Mitte
VERLEGEDATUM
26.04.2014

GEBOREN
25.06.1882 in Berlin
BERUF
Bankkaufmann
INTERNIERT
im „Arbeitserziehungslager“ Wuhlheide
ERMORDET
08.04.1945 in Sonneberg / Thüringen

Der Bankkaufmann Adolf Wiegel engagierte

sich von 1903 bis 1907 für die SPD. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zog er sich aus der Politik zurück. 1915 gründete er eine Buchbinderei und Druckerei, die zuletzt in der Köpenicker Straße 115 ansässig war. Seine Frau Frida war Geschäftsführerin in der Bürobedarfsfabrik ihres Mannes, wo sie seit 1940/41 ca. 30 jüdische Hilfsarbeiter beschäftigte. Das Ehepaar half verfolgten Juden und druckte gefälschte Werksausweise für Untergetauchte. Adolf Wiegel unterstützte die von Werner Scharff nach dessen Flucht aus dem Ghetto Theresienstadt gebildete Widerstandsgruppe „Gemeinschaft für Frieden und Aufbau“. Am 12. Oktober 1944 nahm die Gestapo das Ehepaar wegen des „Verdachts auf Hochverrat und Judenbegünstigung“ fest. Adolf Wiegel kam in das „Arbeitserziehungslager“ Wuhlheide und am 24. März 1945 auf Transport in Richtung KZ Dachau. Wegen fehlender Verkehrsmittel wurde der Transport zu Fuß fortgesetzt. Als der „Todesmarsch“ am 8. April nahe Sonneberg in Thüringen war, erschossen SS-Angehörige den 62-jährigen entkräfteten Adolf Wiegel und verscharrten den Leichnam in einem Massengrab am Straßenrand.

Adolf und Frida Wiegel wurden 2005 von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.


Biografische Zusammenstellung

Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. (VVN-BdA)