Ida Röscher geb. Butzke

Verlegeort
Köpenicker Straße 36 -38
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
26. April 2014
Geboren
24. März 1896
Inhaftiert (t.b.d.)
12. Oktober 1944 24. April 1945 im Polizeipräsidium Alexanderplatz und Arbeitserziehungslager Fehrbellin
Überlebt
  • Foto von Familie Butzke um 1915
    Foto von Familie Butzke um 1915 (hintere Reihe v.l.: Paula, Anna, Ida; vorn v.l.: Mutter Butzke, Gretel, Schneidermeister Butzke) © Familienbesitz

    Foto von Familie Butzke um 1915 (hintere Reihe v.l.: Paula, Anna, Ida; vorn v.l.: Mutter Butzke, Gretel, Schneidermeister Butzke) © Familienbesitz

Ida Röscher wurde am 24. März 1896 als älteste Tochter des Schneidermeisters Butzke in Bublitz (Pommern) geboren, wo sie auch aufwuchs und bis zu ihrer Heirat wohnte. Nach kurzer Ehe war sie als Hausdame bei dem Ehepaar Adolf und Frida Wiegel, die in der Köpenicker Straße eine Buchbinderei und Druckerei betrieben, angestellt.<br />
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Ida Röscher hatte ebenso wie ihre Schwester Paula Wendt und das Ehepaar Wiegel in der Zeit des Nationalsozialismus freundschaftlichen Kontakt zu Zwangsarbeitern und Verfolgten des Nazi-Regimes. Zu ihr kamen verfolgte Juden wie Alfred Gerschlowitz, der nicht mehr wusste, wohin er gehen sollte.<br />
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Ida Röscher gewährte ihnen Unterschlupf und versorgte sie mit Lebensmitteln und Geld. Am 12. Oktober 1944 wurde Ida Röscher gemeinsam mit ihrer Schwester und dem Ehepaar Wiegel von der Gestapo verhaftet. Sie kamen in das Gefängnis am Alexanderplatz, wo die Gestapo Namen und Adressen anderer Widerständler erfahren wollte. Ida Röscher, die durch ihre Aktivität auch die Gemeinschaft<br />
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für Frieden und Aufbau unterstützte, gab keine Informationen über weitere Widerständler preis, obwohl sie bei den Verhören schwer misshandelt wurde. Wie Frida Wiegel später berichtete, war der Körper von Ida Röscher nach den Vernehmungen sechs Wochen lang so gezeichnet, dass sie nicht auf dem Rücken schlafen konnte.<br />
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Nach der Gefängnishaft kamen Ida Röscher und die anderen Frauen in das Arbeitserziehungslager Fehrbellin, wo sie in der Hanffabrik Zwangsarbeit leisten musste. Am 24. April 1945 wurde das Lager durch die Rote Armee befreit. Ida Röscher ging es gesundheitlich so schlecht, dass sie nicht alleine gehen konnte.<br />
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Nach der schweren Zeit schlossen sich Ida Röscher und Frida Wiegel - Adolf Wiegel war auf dem Todesmarsch von SS-Angehörigen erschossen worden - in Berlin zu einer Wohngemeinschaft zusammen. Sehr spät wurden sie in Deutschland als Verfolgte des Nazi-Regimes anerkannt.<br />
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Am 18. August 2004 wurde Ida Röscher aufgrund ihrer Aktivitäten im Widerstand in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt.

Ida Röscher wurde am 24. März 1896 als älteste Tochter des Schneidermeisters Butzke in Bublitz (Pommern) geboren, wo sie auch aufwuchs und bis zu ihrer Heirat wohnte. Nach kurzer Ehe war sie als Hausdame bei dem Ehepaar Adolf und Frida Wiegel, die in der Köpenicker Straße eine Buchbinderei und Druckerei betrieben, angestellt.

Ida Röscher hatte ebenso wie ihre Schwester Paula Wendt und das Ehepaar Wiegel in der Zeit des Nationalsozialismus freundschaftlichen Kontakt zu Zwangsarbeitern und Verfolgten des Nazi-Regimes. Zu ihr kamen verfolgte Juden wie Alfred Gerschlowitz, der nicht mehr wusste, wohin er gehen sollte.

Ida Röscher gewährte ihnen Unterschlupf und versorgte sie mit Lebensmitteln und Geld. Am 12. Oktober 1944 wurde Ida Röscher gemeinsam mit ihrer Schwester und dem Ehepaar Wiegel von der Gestapo verhaftet. Sie kamen in das Gefängnis am Alexanderplatz, wo die Gestapo Namen und Adressen anderer Widerständler erfahren wollte. Ida Röscher, die durch ihre Aktivität auch die Gemeinschaft

für Frieden und Aufbau unterstützte, gab keine Informationen über weitere Widerständler preis, obwohl sie bei den Verhören schwer misshandelt wurde. Wie Frida Wiegel später berichtete, war der Körper von Ida Röscher nach den Vernehmungen sechs Wochen lang so gezeichnet, dass sie nicht auf dem Rücken schlafen konnte.

Nach der Gefängnishaft kamen Ida Röscher und die anderen Frauen in das Arbeitserziehungslager Fehrbellin, wo sie in der Hanffabrik Zwangsarbeit leisten musste. Am 24. April 1945 wurde das Lager durch die Rote Armee befreit. Ida Röscher ging es gesundheitlich so schlecht, dass sie nicht alleine gehen konnte.

Nach der schweren Zeit schlossen sich Ida Röscher und Frida Wiegel - Adolf Wiegel war auf dem Todesmarsch von SS-Angehörigen erschossen worden - in Berlin zu einer Wohngemeinschaft zusammen. Sehr spät wurden sie in Deutschland als Verfolgte des Nazi-Regimes anerkannt.

Am 18. August 2004 wurde Ida Röscher aufgrund ihrer Aktivitäten im Widerstand in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt.