Frida Wiegel geb. Olm

Verlegeort
Köpenicker Straße 36 -38
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
26. April 2014
Geboren
15. März 1891
Beruf
Sekretärin
Inhaftiert (t.b.d.)
12. Oktober 1944 24. April 1945 im Polizeipräsidium Alexanderplatz und Arbeitserziehungslager Fehrbellin
Überlebt
08. November 1964 in Berlin
  • Foto von Frida Wiegel
    Foto von Frida Wiegel © Landesarchiv Berlin

    Foto von Frida Wiegel © Landesarchiv Berlin

Frida Olm wurde am 15. März 1891 in Berlin als Kind des Lageristen Karl Olm und seiner Frau Maria, geb. Schlipat, geboren. Sie besuchte zunächst die 107. Gemeindeschule in der Genthiner Straße, später ein Jahr die Handels- und ein Jahr die Fortbildungsschule.<br />
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Danach arbeitete sie drei Jahre als Kontoristin in der Berliner Privat-Telefongesellschaft, ab 1910 war Frida Olm Direktionssekretärin in der Maschinenbau AG Martini & Hüneke in Berlin. Im Oktober 1927 heiratete sie Adolf Wiegel und wurde im selben Jahr Geschäftsführerin in der Bürobedarfsfabrik ihres Mannes. Ab 1939 beschäftigten sie 25 bis 30 jüdische Hilfsarbeiter und –arbeiterinnen.<br />
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Das Ehepaar gehörte der Widerstandsgruppe „Gemeinschaft für Frieden und Aufbau“ an. Sie halfen verfolgten Juden und druckten gefälschte Werksausweise für Untergetauchte. Zusammen mit Ida Röscher und Johanna Schallschmidt fertigte Frida Wiegel für die Gruppe jahrelang Propagandabriefe an und vertrieb diese.<br />
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Am 12. Oktober 1944 nahm die Gestapo das Ehepaar Wiegel, die Schwestern Ida Röscher und Paula Wendt sowie eine weitere Mitarbeiterin der Firma wegen des „Verdachts auf Hochverrat und Judenbegünstigung“ fest. Nach schweren Verhören im Polizeipräsidium Alexanderplatz kamen Frida Wiegel und die anderen drei Frauen in das Arbeitserziehungslager Fehrbellin, Adolf Wiegel in das Arbeitserziehungslager Wuhlheide. Er wurde am 8. April 1945 auf einem Todesmarsch erschossen. Die Frauen wurden am 24. April 1945 durch die Rote Armee befreit. Frida Wiegel ist am 8. November 1964 in Berlin gestorben.<br />
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Adolf und Frida Wiegel wurden 2005 von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.

Frida Olm wurde am 15. März 1891 in Berlin als Kind des Lageristen Karl Olm und seiner Frau Maria, geb. Schlipat, geboren. Sie besuchte zunächst die 107. Gemeindeschule in der Genthiner Straße, später ein Jahr die Handels- und ein Jahr die Fortbildungsschule.

Danach arbeitete sie drei Jahre als Kontoristin in der Berliner Privat-Telefongesellschaft, ab 1910 war Frida Olm Direktionssekretärin in der Maschinenbau AG Martini & Hüneke in Berlin. Im Oktober 1927 heiratete sie Adolf Wiegel und wurde im selben Jahr Geschäftsführerin in der Bürobedarfsfabrik ihres Mannes. Ab 1939 beschäftigten sie 25 bis 30 jüdische Hilfsarbeiter und –arbeiterinnen.

Das Ehepaar gehörte der Widerstandsgruppe „Gemeinschaft für Frieden und Aufbau“ an. Sie halfen verfolgten Juden und druckten gefälschte Werksausweise für Untergetauchte. Zusammen mit Ida Röscher und Johanna Schallschmidt fertigte Frida Wiegel für die Gruppe jahrelang Propagandabriefe an und vertrieb diese.

Am 12. Oktober 1944 nahm die Gestapo das Ehepaar Wiegel, die Schwestern Ida Röscher und Paula Wendt sowie eine weitere Mitarbeiterin der Firma wegen des „Verdachts auf Hochverrat und Judenbegünstigung“ fest. Nach schweren Verhören im Polizeipräsidium Alexanderplatz kamen Frida Wiegel und die anderen drei Frauen in das Arbeitserziehungslager Fehrbellin, Adolf Wiegel in das Arbeitserziehungslager Wuhlheide. Er wurde am 8. April 1945 auf einem Todesmarsch erschossen. Die Frauen wurden am 24. April 1945 durch die Rote Armee befreit. Frida Wiegel ist am 8. November 1964 in Berlin gestorben.

Adolf und Frida Wiegel wurden 2005 von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.