Reisel Johanna Heme Aron geb. Bergmann

Verlegeort
Choriner Straße 53
Bezirk/Ortsteil
Prenzlauer Berg
Verlegedatum
01. Juli 2010
Geboren
16. November 1865 in Dobrzyca (Posen)
Deportation
am 22. September 1942 von Berlin nach Theresienstadt
Ermordet
28. April 1944 in Theresienstadt
Biografie

Reisel Bergmann wurde am 16. November 1865 in Dobrzyca, dem damaligen Dobberschütz südöstlich von Posen im heutigen Polen geboren. 

Über ihre Eltern und Geschwister ist uns nichts bekannt.

Sie heiratete Lesser Aron. Er wurde in Narzyn, Kreis Neidenburg, das heute zu Polen gehört, geboren. Er hatte 4 Geschwister. Lesser Aron war Glaser und führte in Gollub ein Glasergeschäft. Er starb bereits im Jahr 1922 in Gollub.

Das Ehepaar lebte zumindest seit 1892 in Gollub, heute Dobrzyn im Kreis Briesen. 

Aus den Erinnerungen von Max Aron, geht hervor, dass Lesser und Reisel Aron in den Jahren von 1893 bis 1906 11 Kinder bekamen. Jakob, Max, Dora, Isidor, David Aron wurden in den Jahren 1893 bis 1906 geboren. Von den Geschwistern Rosa, Moritz, Rebekka und Willi Aron kennen wir keine Geburts- und Sterbedaten und von zwei Kindern auch nicht die Namen. Rebecca und Willi Aron und die beiden namentlich unbekannten Kinder, starben nach der Erinnerung von Max Aron „so etwa in den Jahren 1890 – 1900“ bereits im Kindesalter. 

Spätestens seit 1930 lebt Reisel Johanna Heme Aron in Berlin. Sie ist im Adreßbuch in der Anklamer Straße 28 mit dem Zusatz „Witwe“ gemeldet.

Ab 1935 lebte sie in der Choriner Straße 53 unter dem Eintrag „Johanna Aron, Witwe“. 

Max Aron gelang 1938 nach den Pogromen die Flucht nach Kolumbien Dora Mahlmann, geborene Aron und ihre Kinder waren durch die Ehe mit einem nicht-jüdischen Mann eine gewisse Zeit geschützt. Später versteckten sie sich auf dem Land und überlebten. Das berichtet einer der Söhne von Dora Mahlmann, geborene Aron. Isidor Aron überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Mühldorf, ein Außenlager von Dachau und emigrierte in die USA.

David Aron überlebte Theresienstadt und emigrierte im April 1946 in die USA.

Reisel Aron wurde am 22. September 1942 mit dem 64. „Alterstransport“ mit insgesamt 100 weiteren Verfolgten des NS von Berlin nach Theresienstadt deportiert, wo sie spätestens am 28. April 1944 starb. Ihr Sohn Isidor Aron, seine Frau Jenny Aron und deren 3-jähriger Sohn Berl Lot Aron wohnten zu dem Zeitpunkt ihrer Deportation auch in der Choriner Straße, da sie aufgrund der repressiven nationalsozialistischen Wohnungsgesetze keine eigene Wohnung mehr hatten. Die Familie wurde von der Choriner Straße 53 aus am 19. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert. Berl Lot und seine Mutter Jenny Aron wurden in Auschwitz ermordet.

Reisel Johanna Heme Aron wurde 78 Jahre alt.