Ruth Grünberg

Verlegeort
Fehrbelliner Str. 22
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
2007
Geboren
22. Oktober 1909
Beruf
Einrichterin
Deportation
am 04. März 1943 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
  • Stolpersteine für Jeanette und Ruth Grünberg
    Stolpersteine für Jeanette und Ruth Grünberg © David Yates

    Stolpersteine für Jeanette und Ruth Grünberg © David Yates

Ruth Nanni Grünberg kam am 22. Oktober 1909 als fünftes Kind von Jacob Grünberg und Jeanette Grünberg geb. Jacobsohn in Berlin zur Welt. Zusammen mit ihren vier älteren Brüdern Harry, Erich, Kurt und Martin wuchs sie in einer 5-Zimmer-Wohnung im Parterre der Fehrbelliner Straße 22 auf. <br />
Ihr Vater hatte eine Schneiderwerkstatt. Ruth Grünberg absolvierte nach der Schule eine Lehre als kaufmännische Angestellte. Sie arbeitete als Einrichterin bei der Konfektionsfirma Gebrüder Mendelsohn in der Lindenstraße. Im Dezember 1934 verlor sie ihre Anstellung, nachdem die Firma „arisiert“ worden war und daraufhin alle jüdischen Angestellten entlassen wurden. Sie fand keine neue Arbeit mehr. Im Dezember 1938 verstarb ihr Vater im Alter von 72 Jahren. Die Schneiderwerkstatt musste im selben Monat schließen. Die Brüder Erich und Kurt Grünberg wurden vermutlich im Zuge der Novemberpogrome 1938 festgenommen und waren zeitweise im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Erich Grünberg gelang nach seiner Freilassung die Auswanderung nach Shanghai. Der Rest der Familie blieb in Berlin zurück. Die vier Geschwister wohnten mit einer Schwägerin weiterhin in der elterlichen Wohnung in der Fehrbelliner Straße. Zwei Zimmer vermieteten sie ab Anfang der 1940er-Jahre an weitere Verwandte unter. Im Mai 1940 wurde Ruth Grünberg zur Zwangsarbeit verpflichtet. Sie musste als Spulerin für die Siemens-Schuckertwerke AG arbeiten. Im August 1942 holte die Gestapo ihre Mutter Jeanette Grünberg aus der Wohnung ab. Sie wurde in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie im November 1942 ums Leben kam. Im Dezember 1942 starb Ruths Bruder Harry Grünberg an den Folgen eines Unfalls, den er bei der Zwangsarbeit erlitten hatte. <br />
Auch Ruth Grünberg wurde im Februar 1943 verhaftet. Sie wurde am 4. März 1943 mit dem „34. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert. Sie kehrte nicht mehr zurück. Ihre drei Brüder Martin, Kurt und Erich Grünberg überlebten den Krieg und die nationalsozialistische Verfolgung.<br />

Ruth Nanni Grünberg kam am 22. Oktober 1909 als fünftes Kind von Jacob Grünberg und Jeanette Grünberg geb. Jacobsohn in Berlin zur Welt. Zusammen mit ihren vier älteren Brüdern Harry, Erich, Kurt und Martin wuchs sie in einer 5-Zimmer-Wohnung im Parterre der Fehrbelliner Straße 22 auf.
Ihr Vater hatte eine Schneiderwerkstatt. Ruth Grünberg absolvierte nach der Schule eine Lehre als kaufmännische Angestellte. Sie arbeitete als Einrichterin bei der Konfektionsfirma Gebrüder Mendelsohn in der Lindenstraße. Im Dezember 1934 verlor sie ihre Anstellung, nachdem die Firma „arisiert“ worden war und daraufhin alle jüdischen Angestellten entlassen wurden. Sie fand keine neue Arbeit mehr. Im Dezember 1938 verstarb ihr Vater im Alter von 72 Jahren. Die Schneiderwerkstatt musste im selben Monat schließen. Die Brüder Erich und Kurt Grünberg wurden vermutlich im Zuge der Novemberpogrome 1938 festgenommen und waren zeitweise im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Erich Grünberg gelang nach seiner Freilassung die Auswanderung nach Shanghai. Der Rest der Familie blieb in Berlin zurück. Die vier Geschwister wohnten mit einer Schwägerin weiterhin in der elterlichen Wohnung in der Fehrbelliner Straße. Zwei Zimmer vermieteten sie ab Anfang der 1940er-Jahre an weitere Verwandte unter. Im Mai 1940 wurde Ruth Grünberg zur Zwangsarbeit verpflichtet. Sie musste als Spulerin für die Siemens-Schuckertwerke AG arbeiten. Im August 1942 holte die Gestapo ihre Mutter Jeanette Grünberg aus der Wohnung ab. Sie wurde in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie im November 1942 ums Leben kam. Im Dezember 1942 starb Ruths Bruder Harry Grünberg an den Folgen eines Unfalls, den er bei der Zwangsarbeit erlitten hatte.
Auch Ruth Grünberg wurde im Februar 1943 verhaftet. Sie wurde am 4. März 1943 mit dem „34. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert. Sie kehrte nicht mehr zurück. Ihre drei Brüder Martin, Kurt und Erich Grünberg überlebten den Krieg und die nationalsozialistische Verfolgung.