Minna Herrmann geb. Fichtmann

Verlegeort
Keibelstr. 4 -5
Historischer Name
Keibelstr. 3
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
2005
Geboren
17. August 1900
Deportation
am 04. März 1943 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
  • Stolperstein für Minna Herrmann
    Stolperstein für Minna Herrmann © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

    Stolperstein für Minna Herrmann © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

Minna Fichtmann wurde am 17. August 1900 in Berlin geboren. In erster Ehe war sie mit dem Dreher Hans Krause verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn Heinz kam am 7. Mai 1921 zur Welt. 1932 ließ Minna sich scheiden und zog mit ihrem Sohn von der Kurfürstenstraße 155 in die Marienburger Straße 7 im Prenzlauer Berg. <br />
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Etwa im Jahr 1935 zog sie zu ihrem Bruder Hugo Fichtmann in die Wattstraße 3. In dessen 3-Zimmer-Wohnung bezog sie mit ihrem Sohn eines der Zimmer und die Mädchenkammer. 1938 zog sie für kurze Zeit mit ihrem Bruder und ihrem Sohn nach Adlershof. Am 6. April 1938 heiratete sie ihren zweiten Ehemann, den Tabakarbeiter Alfred Herrmann (*17. Juli 1899). Er war ebenfalls geschieden und hatte zwei Kinder aus seiner ersten Ehe, Ingeburg (*25. Februar 1927) und Wolfgang (*2. Mai 1928). Für kurze Zeit wohnte die Familie in Schöneberg in der Torgauer Straße und zog dann nach Berlin-Mitte in die Keibelstraße 3 (heute auf Höhe der Hausnummer 4). Die 2-Zimmer-Wohnung bewohnten sie zu fünft, nachdem Alfred Herrmann seine Tochter Ingeburg aus dem Kinderheim, in dem sie untergebracht gewesen ist, wieder zu sich geholt hatte.<br />
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Ende 1942 wurden Minna, Alfred, Ingeburg und Wolfgang Herrmann von der Gestapo in das Sammellager Große Hamburger Straße gebracht, „anlässlich einer Hausaktion“, wie Ingeburg die Umstände der Verhaftung in ihrem Rückerstattungsantrag beschreibt. „Wir wurden damals bald aus dem Sammellager entlassen, weil von meinem Vater angegeben worden war, wir Kinder seien Mischlinge. Als wir damals aus dem Lager nach Hause kamen, fanden wir unsere Wohnung fast völlig entleert, bis auf die Küche fast alles weg. Meine Eltern haben sich damals eine provisorische Ersatzeinrichtung beschafft, die, wie ich glaube, aus der Möbelkammer der Jüdischen Gemeinde gestellt worden war.“ Etwa zur gleichen Zeit, am 25. Dezember 1942, nahm sich Minna Herrmanns Bruder Hugo Fichtmann das Leben.<br />
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Während der sogenannten Fabrikaktion Ende Februar 1943 wurden Alfred, Ingeburg und Wolfgang Herrmann bei den Betrieben, in denen sie Zwangsarbeit leisten mussten, erneut von der Gestapo verhaftet. Minna Herrmanns Sohn Heinz befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einem Konzentrationslager. Ingeburg und Wolfgang wurden in das Klärungslager in der Rosenstraße gebracht. Ihre Mutter, die keine Jüdin war, holte sie kurze Zeit später aus dem Lager ab. Alfred Herrmann wurde am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Etwa zur gleichen Zeit wurde Minna Herrmann auf der Straße verhaftet. Am 4. März 1943 wurde sie mit dem „34. Osttransport“ ebenfalls nach Auschwitz deportiert. Sie wurde, wie auch ihr zweiter Ehemann Alfred, in Auschwitz ermordet. Ihr Todesdatum ist nicht bekannt. Ihr Sohn Heinz überlebte, er wohnte nach der Befreiung wieder in Berlin. <br />
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Minna Fichtmann wurde am 17. August 1900 in Berlin geboren. In erster Ehe war sie mit dem Dreher Hans Krause verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn Heinz kam am 7. Mai 1921 zur Welt. 1932 ließ Minna sich scheiden und zog mit ihrem Sohn von der Kurfürstenstraße 155 in die Marienburger Straße 7 im Prenzlauer Berg.

Etwa im Jahr 1935 zog sie zu ihrem Bruder Hugo Fichtmann in die Wattstraße 3. In dessen 3-Zimmer-Wohnung bezog sie mit ihrem Sohn eines der Zimmer und die Mädchenkammer. 1938 zog sie für kurze Zeit mit ihrem Bruder und ihrem Sohn nach Adlershof. Am 6. April 1938 heiratete sie ihren zweiten Ehemann, den Tabakarbeiter Alfred Herrmann (*17. Juli 1899). Er war ebenfalls geschieden und hatte zwei Kinder aus seiner ersten Ehe, Ingeburg (*25. Februar 1927) und Wolfgang (*2. Mai 1928). Für kurze Zeit wohnte die Familie in Schöneberg in der Torgauer Straße und zog dann nach Berlin-Mitte in die Keibelstraße 3 (heute auf Höhe der Hausnummer 4). Die 2-Zimmer-Wohnung bewohnten sie zu fünft, nachdem Alfred Herrmann seine Tochter Ingeburg aus dem Kinderheim, in dem sie untergebracht gewesen ist, wieder zu sich geholt hatte.

Ende 1942 wurden Minna, Alfred, Ingeburg und Wolfgang Herrmann von der Gestapo in das Sammellager Große Hamburger Straße gebracht, „anlässlich einer Hausaktion“, wie Ingeburg die Umstände der Verhaftung in ihrem Rückerstattungsantrag beschreibt. „Wir wurden damals bald aus dem Sammellager entlassen, weil von meinem Vater angegeben worden war, wir Kinder seien Mischlinge. Als wir damals aus dem Lager nach Hause kamen, fanden wir unsere Wohnung fast völlig entleert, bis auf die Küche fast alles weg. Meine Eltern haben sich damals eine provisorische Ersatzeinrichtung beschafft, die, wie ich glaube, aus der Möbelkammer der Jüdischen Gemeinde gestellt worden war.“ Etwa zur gleichen Zeit, am 25. Dezember 1942, nahm sich Minna Herrmanns Bruder Hugo Fichtmann das Leben.

Während der sogenannten Fabrikaktion Ende Februar 1943 wurden Alfred, Ingeburg und Wolfgang Herrmann bei den Betrieben, in denen sie Zwangsarbeit leisten mussten, erneut von der Gestapo verhaftet. Minna Herrmanns Sohn Heinz befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einem Konzentrationslager. Ingeburg und Wolfgang wurden in das Klärungslager in der Rosenstraße gebracht. Ihre Mutter, die keine Jüdin war, holte sie kurze Zeit später aus dem Lager ab. Alfred Herrmann wurde am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Etwa zur gleichen Zeit wurde Minna Herrmann auf der Straße verhaftet. Am 4. März 1943 wurde sie mit dem „34. Osttransport“ ebenfalls nach Auschwitz deportiert. Sie wurde, wie auch ihr zweiter Ehemann Alfred, in Auschwitz ermordet. Ihr Todesdatum ist nicht bekannt. Ihr Sohn Heinz überlebte, er wohnte nach der Befreiung wieder in Berlin.