Dr. Paula Eskeles geb. Kronheimer

Verlegeort
Meinekestr. 3
Bezirk/Ortsteil
Charlottenburg
Verlegedatum
27. März 2015
Geboren
28. März 1902
Beruf
Referentin für Sozialarbeit
Flucht
1937 nach Palästina
Überlebt
  • Stolperstein für Dr. Paula Eskeles, Foto: H.-J.Hupka

    Stolperstein für Dr. Paula Eskeles, Foto: H.-J.Hupka

Paula Kronheimer wurde am 28. März 1902 in Fürth in Bayern geboren.<br />
Wir wissen nur wenig über ihre Jugend, nur dass sie eine ältere Schwester namens Anna hatte, die schon vor dem 2. Weltkrieg nach Schweden emigrierte. Paula hasste ihre kleinbürgerliche Geburtsstadt und wollte ihr Leben nach ihrem freien und unabhängigen Willen gestalten, ehrte jedoch ihr Elternhaus und die Schule.<br />
<br />
Nach ihrem Abitur, studierte sie ein Jahr Philosophie an der Universität Erlangen und arbeitete gleichzeitig als Sozialarbeiterin in einer katholischen Organisation. <br />
<br />
Anfang der zwanziger Jahre, während der Ferien, reiste sie mehrmals allein nach Italien, von einem Kloster zum anderem, und vertiefte sich in die italienische Kunst und Kultur. So etwas war zu dieser Zeit nicht üblich und schicklich für ein Mädchen aus gutem Hause.<br />
<br />
Im Laufe des Jahres 1922 studierte sie Sozialarbeit an der Universität München. 1923 ging sie nach Köln und studierte Soziologie bei Herrn Prof. Leopold von Wiese, der diesen Lehrstuhl im Jahre 1919 gegründet hatte. Sie beendete ihre Studien als Dr. rer. pol. (rerum politicarum) der Soziologie im Jahre 1926. <br />
<br />
Ab Mitte der zwanziger Jahre arbeitete sie als Sozialarbeiterin in verschiedenen jüdischen Gemeinden. Einige Monate arbeite sie auch im jüdischen Kinderheim Caputh (bei Potsdam). Im Jahre 1928 fing sie ihre Arbeit bei der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland in Berlin an. Sie war dort als Referentin für die Sozialarbeit für Jugendliche und als Editor der Zeitschrift der Organisation tätig.<br />
<br />
Sie war in den Kreisen der jüdischen Sozialfürsorge gut bekannt, stand in engen Beziehungen zu Dr. Paula Ollendorf und Dr. Georg Lubinski, der viele Jahre später als Giora Lotan die Sozialversicherung (Bituach Leumi) in Israel aufgebaut hat. Ihr Name erschien in mehreren Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Sozialfürsorge.<br />
<br />
1930 (das genaue Datum ist uns unbekannt) verheiratete sie sich mit einem Dr. Müller. Die Ehe scheiterte nach kurzer Zeit mit viel Krach und einem sehr unangenehmen Prozess.<br />
<br />
Im Jahre 1931 machte sie die Bekanntschaft von Otto Eskeles, der ehrenamtlich im Vorstand der Zentralwohlfahrtsstelle tätig war. Sie wurden im Jahre 1932 vom Rabbiner Leo Baeck getraut.<br />
<br />
Paula war eine schöne Frau, intelligent, sehr gebildet und lebensklug. Es gelang ihr mit großem Erfolg, den Kindern die verstorbene Mutter Olga zu ersetzen. Sie adoptierte Ottos beide Söhne, widmete sich mit ganzem Herzen deren Erziehung und der Führung eines warmen, angenehmen Haushalts, sowohl noch in Deutschland als auch später in Israel. <br />
<br />
Ihre einzige Tochter Susanne wurde im Jahre1936 geboren.<br />
<br />
Im Jahre 1937 emigrierte die Familie nach Palästina. Paula erlernte schnell Hebräisch, las Zeitungen und auch hebräische Literatur. Sie arbeitete auch als teilzeitige Sozialarbeiterin im Flüchtlingslager Atlit.<br />
<br />
In ihren letzten Jahren wurde sie geistig und auch körperlich schwächer.<br />
Paula starb am 11. September 1994 in Haifa.<br />

Paula Kronheimer wurde am 28. März 1902 in Fürth in Bayern geboren.
Wir wissen nur wenig über ihre Jugend, nur dass sie eine ältere Schwester namens Anna hatte, die schon vor dem 2. Weltkrieg nach Schweden emigrierte. Paula hasste ihre kleinbürgerliche Geburtsstadt und wollte ihr Leben nach ihrem freien und unabhängigen Willen gestalten, ehrte jedoch ihr Elternhaus und die Schule.

Nach ihrem Abitur, studierte sie ein Jahr Philosophie an der Universität Erlangen und arbeitete gleichzeitig als Sozialarbeiterin in einer katholischen Organisation.

Anfang der zwanziger Jahre, während der Ferien, reiste sie mehrmals allein nach Italien, von einem Kloster zum anderem, und vertiefte sich in die italienische Kunst und Kultur. So etwas war zu dieser Zeit nicht üblich und schicklich für ein Mädchen aus gutem Hause.

Im Laufe des Jahres 1922 studierte sie Sozialarbeit an der Universität München. 1923 ging sie nach Köln und studierte Soziologie bei Herrn Prof. Leopold von Wiese, der diesen Lehrstuhl im Jahre 1919 gegründet hatte. Sie beendete ihre Studien als Dr. rer. pol. (rerum politicarum) der Soziologie im Jahre 1926.

Ab Mitte der zwanziger Jahre arbeitete sie als Sozialarbeiterin in verschiedenen jüdischen Gemeinden. Einige Monate arbeite sie auch im jüdischen Kinderheim Caputh (bei Potsdam). Im Jahre 1928 fing sie ihre Arbeit bei der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland in Berlin an. Sie war dort als Referentin für die Sozialarbeit für Jugendliche und als Editor der Zeitschrift der Organisation tätig.

Sie war in den Kreisen der jüdischen Sozialfürsorge gut bekannt, stand in engen Beziehungen zu Dr. Paula Ollendorf und Dr. Georg Lubinski, der viele Jahre später als Giora Lotan die Sozialversicherung (Bituach Leumi) in Israel aufgebaut hat. Ihr Name erschien in mehreren Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Sozialfürsorge.

1930 (das genaue Datum ist uns unbekannt) verheiratete sie sich mit einem Dr. Müller. Die Ehe scheiterte nach kurzer Zeit mit viel Krach und einem sehr unangenehmen Prozess.

Im Jahre 1931 machte sie die Bekanntschaft von Otto Eskeles, der ehrenamtlich im Vorstand der Zentralwohlfahrtsstelle tätig war. Sie wurden im Jahre 1932 vom Rabbiner Leo Baeck getraut.

Paula war eine schöne Frau, intelligent, sehr gebildet und lebensklug. Es gelang ihr mit großem Erfolg, den Kindern die verstorbene Mutter Olga zu ersetzen. Sie adoptierte Ottos beide Söhne, widmete sich mit ganzem Herzen deren Erziehung und der Führung eines warmen, angenehmen Haushalts, sowohl noch in Deutschland als auch später in Israel.

Ihre einzige Tochter Susanne wurde im Jahre1936 geboren.

Im Jahre 1937 emigrierte die Familie nach Palästina. Paula erlernte schnell Hebräisch, las Zeitungen und auch hebräische Literatur. Sie arbeitete auch als teilzeitige Sozialarbeiterin im Flüchtlingslager Atlit.

In ihren letzten Jahren wurde sie geistig und auch körperlich schwächer.
Paula starb am 11. September 1994 in Haifa.