Hermann Aron

Verlegeort
Rosenthaler Str. 62
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
2011
Geboren
08. Mai 1874
Beruf
Pensionär
Deportation
am 01. November 1941 nach Łódź / Litzmannstadt
Ermordet
19. November 1941 im Ghetto Litzmannstadt / Łódź
  • Stolperstein Hermann Aron  © OTFW
    Stolperstein Hermann Aron © OTFW

    Stolperstein Hermann Aron © OTFW

Hermann Aron wurde am 8. Mai 1874 im schlesischen Grünberg (heute: Zielona Góra / Polen) geboren. Mit seinen Eltern Johanna (geb. Markus) und Adolf Aron siedelte er nach Berlin über. Wie sein Vater wurde Hermann Aron Kaufmann. In Berlin heiratete er am 5. Dezember 1901 im Alter von 27 Jahren Sophie Meyer, die aus Ostpreußen stammte und wie er selbst jüdisch war.<br />
Das Paar bekam fünf Kinder, die zwischen Herbst 1902 und Sommer 1911 geboren wurden. Der älteste Sohn wurde nach Hermann Arons damals bereits verstorbenem Vater Adolf benannt, die jüngste Tochter nach seiner Mutter Johanna. Vermutlich ab ca. 1914 war Hermann Aron als Angestellter bei der Jüdischen Gemeinde Berlin beschäftigt und blieb dort bis zu seiner Pensionierung.<br />
Mit seiner Familie wohnte er zunächst in der Neuen Schönhauser Straße 9 und etwa ab 1915 in dem damaligen Eckhaus Mulackstraße 21/Kleine Rosenthaler Straße 62 in Berlin-Mitte. Um 1932 zog Familie Aron in die Tresckowstraße 18 (heute: Knaackstraße 18) in den Prenzlauer Berg.<br />
Hermann Arons ältester Sohn Adolf emigrierte 1934 in die Tschechoslowakei und von dort 1938 weiter in die Türkei. Ein letztes Lebenszeichen war eine Postkarte, die er Anfang 1939 aus Istanbul schickte. Darin teilte er seinen Eltern mit, dass er nach Palästina weiterziehen wolle. Die Familie hat nie wieder etwas von ihm gehört. Seine Schwester vermutete später, dass er bei den einsetzenden Kriegshandlungen im Mittelmeer umgekommen ist.<br />
Hermann Arons Töchter Edith und Johanna heirateten in Berlin. Im September 1938 kam Johannas Tochter Karola zur Welt. Beide Schwiegersöhne von Hermann Aron – Carl Buttke und Manfred Reckling – waren nicht jüdisch, was noch entscheidenden Einfluss auf das weitere Schicksal seiner Töchter haben sollte. Seine Söhne Leopold und Siegfried, die beide unverheiratet blieben, wohnten weiter bei ihm und seiner Frau in der Tresckowstraße. <br />
Am Abend des 31. Oktober 1941 wurde Hermann Aron zusammen mit seiner Frau und den Söhnen von der Gestapo abgeholt. Seine Töchter wurden Zeuginnen der Verhaftung. Da sie in sogenannten „privilegierten Mischehen“ lebten, blieben sie verschont. Am folgenden Tag wurde Hermann Aron mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Der 66-Jährige starb dort am 19. November 1941, 17 Tage nach der Ankunft. Seine Todesursache ist nicht bekannt, aber die meisten der zahlreichen Todesfälle im Ghetto waren auf die katastrophalen Lebensbedingungen zurückzuführen, auf Unterernährung, Erschöpfung oder Infektionen.<br />
Auch Hermann Arons Sohn Siegfried starb dort im folgenden Sommer im Alter von 33 Jahren. Seine Witwe Sophie wurde am 7. September 1942 im Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno) ermordet. Sohn Leopold wurde bei der Auflösung des Ghettos Litzmannstadt ebenfalls nach Kulmhof verschleppt und dort am 10. Juli 1944, wie zuvor seine Mutter, in einem Gaswagen ermordet.<br />
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Hermann Aron wurde am 8. Mai 1874 im schlesischen Grünberg (heute: Zielona Góra / Polen) geboren. Mit seinen Eltern Johanna (geb. Markus) und Adolf Aron siedelte er nach Berlin über. Wie sein Vater wurde Hermann Aron Kaufmann. In Berlin heiratete er am 5. Dezember 1901 im Alter von 27 Jahren Sophie Meyer, die aus Ostpreußen stammte und wie er selbst jüdisch war.
Das Paar bekam fünf Kinder, die zwischen Herbst 1902 und Sommer 1911 geboren wurden. Der älteste Sohn wurde nach Hermann Arons damals bereits verstorbenem Vater Adolf benannt, die jüngste Tochter nach seiner Mutter Johanna. Vermutlich ab ca. 1914 war Hermann Aron als Angestellter bei der Jüdischen Gemeinde Berlin beschäftigt und blieb dort bis zu seiner Pensionierung.
Mit seiner Familie wohnte er zunächst in der Neuen Schönhauser Straße 9 und etwa ab 1915 in dem damaligen Eckhaus Mulackstraße 21/Kleine Rosenthaler Straße 62 in Berlin-Mitte. Um 1932 zog Familie Aron in die Tresckowstraße 18 (heute: Knaackstraße 18) in den Prenzlauer Berg.
Hermann Arons ältester Sohn Adolf emigrierte 1934 in die Tschechoslowakei und von dort 1938 weiter in die Türkei. Ein letztes Lebenszeichen war eine Postkarte, die er Anfang 1939 aus Istanbul schickte. Darin teilte er seinen Eltern mit, dass er nach Palästina weiterziehen wolle. Die Familie hat nie wieder etwas von ihm gehört. Seine Schwester vermutete später, dass er bei den einsetzenden Kriegshandlungen im Mittelmeer umgekommen ist.
Hermann Arons Töchter Edith und Johanna heirateten in Berlin. Im September 1938 kam Johannas Tochter Karola zur Welt. Beide Schwiegersöhne von Hermann Aron – Carl Buttke und Manfred Reckling – waren nicht jüdisch, was noch entscheidenden Einfluss auf das weitere Schicksal seiner Töchter haben sollte. Seine Söhne Leopold und Siegfried, die beide unverheiratet blieben, wohnten weiter bei ihm und seiner Frau in der Tresckowstraße.
Am Abend des 31. Oktober 1941 wurde Hermann Aron zusammen mit seiner Frau und den Söhnen von der Gestapo abgeholt. Seine Töchter wurden Zeuginnen der Verhaftung. Da sie in sogenannten „privilegierten Mischehen“ lebten, blieben sie verschont. Am folgenden Tag wurde Hermann Aron mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Der 66-Jährige starb dort am 19. November 1941, 17 Tage nach der Ankunft. Seine Todesursache ist nicht bekannt, aber die meisten der zahlreichen Todesfälle im Ghetto waren auf die katastrophalen Lebensbedingungen zurückzuführen, auf Unterernährung, Erschöpfung oder Infektionen.
Auch Hermann Arons Sohn Siegfried starb dort im folgenden Sommer im Alter von 33 Jahren. Seine Witwe Sophie wurde am 7. September 1942 im Vernichtungslager Kulmhof (Chełmno) ermordet. Sohn Leopold wurde bei der Auflösung des Ghettos Litzmannstadt ebenfalls nach Kulmhof verschleppt und dort am 10. Juli 1944, wie zuvor seine Mutter, in einem Gaswagen ermordet.