Blanka Salomon geb. Nussbaum

Verlegeort
Sybelstr. 5
Bezirk/Ortsteil
Charlottenburg
Verlegedatum
19. Oktober 2009
Geboren
30. Januar 1899
Deportation
am 14. November 1941 nach Minsk
Ermordet
in Minsk
  • Foto: Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf
    Foto: Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf

    Foto: Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf

Auf Initiative eines Hausbewohners der Sybelstr. 5 wurden für Blanka Salomon und weitere von den Nationalsozialisten ermordete Hausbewohner Stolpersteine verlegt. Auf dem Foto unten sind unter anderem Stolpersteine für Paul Salomon (* 1883), Ruth Henriette Salomon (geb. Marcus,* 1904) und Denny Salomon (* 1939) zu sehen. Sie wurden am 19. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Die Klavier- und Gesangslehrerin Blanka Salomon lebte mit Erich (* 1896) und Paul-Heinz Salomon (* 1928) in der Sybelstraße 5 in Berlin Charlottenburg. Im August 1935 wurde ihr von den Nationalsozialisten die Berufsausübung verboten.
Am 14. November 1941 wurde Blanka Salomon nach Minsk deportiert. Die Umstände ihres Todes sind nicht überliefert. Ob Erich und Paul-Heinz Salomon das nationalsozialistische Regime überlebten, ist nicht bekannt.

Blanka Salomon war die Tochter des Kaufmanns Joseph Nussbaum und seiner Frau Amalie geb. Graff. Zur Zeit der Geburt von Blanka am 30. Januar 1899 lebte die Familie Nussbaum in Schöneberg, in der Eisenacher Straße 130.
Blanka heiratete am 11. April 1927 den in Hannover gebürtigen Buchhalter Erich Salomon, der Sohn Paul–Heinz kam im darauf folgenden Jahr zur Welt. Die Familie wohnte damals in der Lützowstraße 7, ebenfalls in Schöneberg. Zu einem nicht näher festzustellen Zeitpunkt zogen die Salomons in eine Wohnung im Gartenhaus, 3. Stock in der Sybelstraße 5.

Am 17. August 1935 erhielt die Gesangs- und Klavierlehrerin Blanka Salomon ein Schreiben des Präsidenten der Reichsmusikkammer, in dem es hieß „lehne ich Ihren….Aufnahmeantrag ab, da Sie die nach der Reichskulturkammergesetzgebung erforderliche Eignung im Sinne der nationalsozialistischen Staatsführung nicht besitzen. …..Durch diese Entscheidung verlieren Sie mit sofortiger Wirkung das Recht zur weiteren Berufsausübung. ….“

Die Familie entschied sich auch infolge der zunehmenden Drangsalierung der gesamten jüdischen Bevölkerung zur Ausreise aus Deutschland. Warum Blanka allerdings allein in Berlin zurückblieb, kann nicht mehr geklärt werden.

Erich Salomon wurde 1939 als Flüchtling in das „Kitchener Camp“, einem ehemaligen britischen Armeelager aus dem Ersten Weltkrieg aufgenommen. Es diente von 1939 bis !940 als Durchgangslager für jüdische Flüchtlinge aus Nazideutschland.

Der 10-jährige Sohn Paul-Heinz wurde mit einem Kindertransport über die Niederlande ins Vereinigte Königreich gebracht. Dort kam er in einem Heim für Jungen in Manchester unter. Vater und Sohn konnten sich wiederfinden und emigrierten 1948 an Bord der „Queen Mary“ in die Vereinigten Staaten. Paul Heinz gründete eine Familie mit 2 Söhnen und bekam 4 Enkelkinder.

Kurz vor ihrer Deportation am 14. November 1941 nach Minsk wurde Blanka aus der Wohnung in der Sybelstraße vertrieben und als Untermieterin bei Samelson in der Ludendorfstraße 60 (heute Pohlstraße) untergebracht.