Erich Lublin

Verlegeort
Winsstraße 4
Bezirk/Ortsteil
Prenzlauer Berg
Verlegedatum
20. Mai 2022
Geboren
27. Februar 1902 in Berlin
Beruf
Bangadist/Kaufmann
Deportation
am 04. Mai 1943 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz

Hirsch Erich Lublin wurde am 7. Februar 1902 als zweites von drei Kindern des Ehepaares Hugo Lublin und Rebecca Simonsohn in Berlin-Prenzlauer Berg geboren.
Der Vater war Kaufmann und Kultusbeamter (Angestellter der Jüd. Gemeinde). Die Mutter war bis zu ihrer Hochzeit Erzieherin.
Etwa 1915 zog die Familie von Berlin nach Niederschöneweide –einem aufblühenden Industriestandort vor den Toren von Berlin, der erst 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet wurde.
Erich absolvierte ab August 1916 beim Bandagengeschäft Paul Peukert in Schöneberg eine 4-jährige Lehrzeit als Bandagist und arbeitete danach in diesem Beruf.
Er heiratete am 21. Februar 1929 auf dem Standesamt Schöneweide die Geschäftsinhaberin und gelernte Zahndentistin Natalie Fuchs genannt Kalkstein.
Am 27. Januar 1930 wurde Erichs und Natalies Tochter Marianne geboren. Die junge Familie zog dann in die Hainstraße 28 in Niederschöneweide.
In den Jahren 1932 und 1933 wohnten sie dann in einem nicht weit entfernten neugebauten Haus in der Köllnischen Straße 41a. Die wirtschaftlichen Verhältnisse müssen also relativ gut gewesen sein. In die Köllnische Straße 40 zogen dann auch die Eltern von Erich - Vater Hugo und Mutter Rebecca.
1934 wechselten Erich, Natalie und Marianne den Wohnbezirk. Sie zogen in die Breslauer Straße (heute Straße „Am Ostbahnhof“) zu Natalies Mutter – der verwitweten Gittel Kalkstein.
Oma Gittel gab ihre Wohnung auf und zog vermutlich bei der jungen Familie ein - evtl. um die Betreuung des Enkelkindes Marianne zu übernehmen. Sie blieben bis ca. 1936 dort wohnen.
Dann zogen Lublin`s und Oma Gittel erneut um. Grund kann nun die bevorstehende Einschulung von Marianne gewesen sein.
Am 1. April 1936 wurde sie in die 3. Volksschule der Jüdischen Gemeinde eingeschult. Es gab nur wenige Einschulungsmöglichkeiten für jüdische Kinder in dieser Zeit, denn eine öffentliche Schule durften sie seit 1936 nicht mehr besuchen.
Die Familie zog in die Winsstraße 4 im Prenzlauer Berg, ganz in die Nähe der Schule, die sich im Vorderhaus der Synagoge in der Rykestraße 53 befand.
Marianne wechselte bald die Schule, denn ab 1938 zogen die größeren Klassen (vermutlich ab Klasse 3) der 3.Jüdischen Volksschule, in ein neues Schulgebäude in die Choriner Straße 74 um. Die Räume in der Rykestraße 53 waren viel zu eng geworden.
Im Mai 1939 wurde im Deutschen Reich eine VZ durchgeführt. Erich, Natalie und Marianne wurden zu diesem Zeitpunkt als Untermieter mit der Adresse Lothringer Str. 66/67 (heute Torstraße) bei Goldstein erfasst. Sie mussten also offensichtlich ihre Wohnung in der Winsstr. 4 aufgeben.
Nachweislich versuchte Erich zu dieser Zeit über einen jüdische Hilfsverein für sich und die Seinen die Ausreise aus Deutschland zu erreichen …. Vergeblich.
Im Juni des Jahres 1942 wurden alle jüdischen Schulen geschlossen. Die Familie Lublin wohnte zu diesem Zeitpunkt – lt. Schulkartei von Marianne – in der Schmidtstr. in Kreuzberg.
Sehr sicher waren Erich und Natalie zu Zwangsarbeit verpflichtet. Wo sie arbeiteten ist nicht mehr feststellbar. Die Bedingungen, unter denen sie lebten nicht vorstellbar……
Ende Februar 1943 führten die Nazis eine groß angelegte Verhaftungswelle – die sogenannte „ Fabrikaktion “ – durch, bei der Tausende jüdischer Menschen an ihren Arbeitsplätzen verhaftet und anschließend deportiert wurden.
Vermutlich konnten sich Erich, Natalie und Marianne dieser Aktion durch Untertauchen entziehen, denn am 22. April 1943 wurde im „Deutschen Reichsanzeiger“ die amtliche Mitteilung über den Verfall ihres Vermögens an das Deutsche Reich veröffentlicht. „Normalerweise“ wurde diese Einziehung ihres Vermögens den zu Deportierenden in der jeweiligen Sammelstelle durch einen Gerichtsvollzieher persönlich zugestellt.
Sehr sicher wurden alle drei Lublins verhaftet – ob nach Denunziation oder auf offener Straße – ist nicht ermittelbar gewesen.
Auf der im BLHA Potsdam verwahrten Karteikarte steht der Vermerk:
„Zigeuneraktion 5.5.43 Auschwitz
Im Gedenkbuch des Bundesarchives wurde dokumentiert, dass alle drei - Marianne, Erich und Natalie - am 4.5.1943 von Berlin ins KZ Auschwitz deportiert worden sein sollen.
Trotz intensiver Recherchen ist es nicht gelungen, das Schicksal der drei Lublins detaillierter zu ermitteln.

Hirsch Erich Lublin wurde am 7. Februar 1902 als zweites von drei Kindern des Ehepaares Hugo Lublin und Rebecca Simonsohn in Berlin-Prenzlauer Berg geboren.

Der Vater war Kaufmann und Kultusbeamter (Angestellter der Jüdischen Gemeinde). Die Mutter war bis zu ihrer Hochzeit Erzieherin.
Etwa 1915 zog die Familie von Berlin nach Niederschöneweide – ein aufblühender Industriestandort vor den Toren von Berlin, der erst 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet wurde.
Erich absolvierte ab August 1916 beim Bandagengeschäft Paul Peukert in Schöneberg eine 4-jährige Lehrzeit als Bandagist und arbeitete danach in diesem Beruf.

Er heiratete am 21. Februar 1929 auf dem Standesamt Schöneweide die Geschäftsinhaberin und gelernte Dentistin Natalie Fuchs.
Am 27. Januar 1930 wurde Erichs und Natalies Tochter Marianne geboren. Die junge Familie zog dann in die Hainstraße 28 in Niederschöneweide.
In den Jahren 1932 und 1933 wohnten sie in einem nicht weit entfernten neu gebauten Haus in der Köllnischen Straße 41a, in dessen unmittelbare Nachbarschaft schon bald Erichs Eltern zogen.
1934 wechselte die Familie Lublin den Wohnbezirk. Sie zogen in die Breslauer Straße (heute Straße „Am Ostbahnhof“) zu Natalies Mutter – der verwitweten Auguste Fuchs.

Auguste gab ihre Wohnung auf und zog vermutlich bei der jungen Familie ein - eventuell um die Betreuung des Enkelkindes Marianne zu übernehmen. Sie blieben bis ca. 1936 dort wohnen.
Dann zogen die Lublins und Oma Gittel erneut um. Ein Grund könnte nun die bevorstehende Einschulung von Marianne gewesen sein.

Am 1. April 1936 wurde diese in die 3. Volksschule der Jüdischen Gemeinde eingeschult. Es gab nur noch wenige Einschulungsmöglichkeiten für jüdische Kinder in dieser Zeit, denn die antisemitische Gesetzgebung erschwerte jüdischen Kindern seit 1933 den Besuch einer öffentlichen Schule zunehmend, bis dieser 1938 ganz verboten war.

Die Familie zog in die Winsstraße 4 in Prenzlauer Berg, ganz in die Nähe der Schule, die sich im Vorderhaus der Synagoge in der Rykestraße 53 befand.
Marianne wechselte bald die Schule, denn ab 1938 zogen die größeren Klassen (vermutlich ab Klasse 3) der 3. Jüdischen Volksschule in ein neues Schulgebäude in der Choriner Straße 74 um. Die Räume in der Rykestraße 53 waren zu eng geworden.

Im Mai 1939 wurde reichsweit eine Volkszählung durchgeführt. Erich, Natalie und Marianne wurden zu diesem Zeitpunkt als Untermieter mit der Adresse Lothringer Str. 66/67 (heute Torstraße) bei Goldstein erfasst. Sie mussten also offensichtlich ihre Wohnung in der Winsstr. 4 aufgeben.

Nachweislich versuchte Erich zu dieser Zeit über einen jüdischen Hilfsverein für sich und die Seinen die Ausreise aus Deutschland zu erreichen. Vergeblich.
Im Juni des Jahres 1942 wurden alle jüdischen Schulen in Deutschland geschlossen. Die Familie Lublin wohnte zu diesem Zeitpunkt – laut Schulkartei von Marianne – in der Schmidtstr. in Kreuzberg.

Sicherlich waren Erich und Natalie zur Zwangsarbeit verpflichtet. Wo sie arbeiteten ist nicht mehr feststellbar. Die Bedingungen, unter denen sie lebten, sind nicht bekannt.

Ende Februar 1943 führten die Nazis eine groß angelegte Verhaftungswelle – die sogenannte „ Fabrikaktion “ – durch, bei der Tausende jüdischer Menschen an ihren Arbeitsplätzen verhaftet und anschließend deportiert wurden.
Vermutlich konnten sich Erich, Natalie und Marianne dieser Aktion durch Untertauchen entziehen, denn am 22. April 1943 wurde im „Deutschen Reichsanzeiger“ die amtliche Mitteilung über den Einzug ihres Vermögens an das Deutsche Reich veröffentlicht. Im Regelfall wurder der Einzug ihres Vermögens den zu Deportierenden in der jeweiligen Sammelstelle durch einen Gerichtsvollzieher persönlich zugestellt.

Mit Sicherheit kann man sagen, dass alle drei Lublins verhaftet wurden, unter welchen Umständen bleibt jedoch unklar.
Auf einer im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam verwahrten Karteikarte steht der Vermerk:
„Zigeuneraktion 5.5.43 Auschwitz “. Im Gedenkbuch des Bundesarchivs ist dokumentiert, dass alle drei - Marianne, Erich und Natalie - am 4.5.1943 von Berlin ins KZ Auschwitz deportiert worden sein sollen.

Trotz intensiver Recherchen ist es nicht gelungen, das Schicksal der drei Lublins detaillierter zu ermitteln.