- Location
- Konstanzer Str. 55
- District
- Wilmersdorf
- Stone was laid
-
24 October 2012
- Born
- 11 June 1903 in Bendzin (Schlesien) / Będzin
- Deportation
- on 01 November 1941 to Łódź / Litzmannstadt
- Later deported
- on 04 May 1942 to Chełmno / Kulmhof
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Murdered
- May 1942 in Chełmno / Kulmhof
Estera Glojtman (auch Glajtmann oder Gleitmann) wurde am 11. Juni 1903 in Bendzin, etwa 65 km nordwestlich von Krakau in Oberschlesien (Będzin, Polen), geboren. Bendzin hatte mit über 20.000 Juden eine der größten jüdischen Gemeinden Kleinpolens. Esteras familiärer Hintergrund kann nur vermutet werden. Falls Jakob Glajtmann (*6. September 1909) ihr jüngerer Bruder war, dann hieß ihre Mutter Szajndla Glajtmann und ihr Vater Modcha Glajtmann. Modcha war Schneider von Beruf.
Estera wurde Modistin (Hutmacherin). Wann sie nach Berlin ging, ist unbekannt.
Als die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 an die Macht kamen, war Estera 29 Jahre alt und ledig. Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 war sie in der Konstanzer Straße 55 gemeldet. Später wohnte sie zur Untermiete bei Eugenie und Michael Bendit in der Berliner Straße 57 (heute Otto-Suhr-Alle).
Estera gehörte zu den ersten, die den Deportationsbefehl erhielten und sich in der Sammelstelle in der von der Gestapo entweihten Synagoge in der Levetzowstraße 7- 8 einzufinden hatten. Dort wurden sie registriert und ihr Gepäck penibel kontrolliert.
Mit dem IV. Osttransport wurde sie vom Güterbahnhof Berlin-Grunewald am 1. November 1941 in das 478 km weit entfernte Łódź deportiert, wo der Zug am 2. November 1941 eintraf.
Nach dem Überfall auf Polen hatten die Deutschen Besatzer 1939 Łódź zu Ehren des preußischen Generals und NSDAP-Mitgliedes Karl Litzmann in „Litzmannstadt“ umbenannt. Ein Teil des Stadtgebietes hatten sie als Ghetto abgeriegelt. Dort wurde Estera in die Sulzfelder Straße 36/38 einquartiert. In erbärmlichen Verhältnissen verbrachte sie hier den Winter und das Frühjahr 1942. Hier arbeitete sie als Zahntechnikerin.
Als Anfang Mai 1942 die Transporte in das siebzig Kilometer entfernte Dorf Chelmno, von den Deutschen in Kulmhof umbenannt, zusammengestellt wurden, erhielt auch Estera einen „Ausreisebefehl“ für den 8. Mai 1942. In der Vernichtungsstätte Kulmhof wurde sie in einem Gaswagen ermordet. Estera Glojtman musste aufgrund antisemitischen Rassenwahns und Verschwörungstheorien mit 38 Jahren sterben.
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