Gertrud Landsberg

Location 
Konstanzer Str. 55
District
Wilmersdorf
Stone was laid
24 October 2012
Born
26 May 1873 in Königsberg / Kaliningrad
Deportation
on 03 August 1942 to Theresienstadt
Later deported
on 26 September 1942 to Treblinka
Murdered
in Treblinka
Biography

Johanna Gertrud Landsberg wurde am 26. Mai 1873 in Königsberg in Ostpreußen (Kaliningrad, Russland) geboren. Für ihre Eltern, den aus Kosten in der Provinz Posen (Powiat Kościański, Polen) stammenden Kaufmann Max Moses (später Meyer) Landsberg (*23. September 1837) und dessen aus Marienburg (Malbork, Polen) stammende Ehefrau Cäcilie geborene Pfahl (*28. März 1842), war sie die ältere von zwei Töchtern. Zwei Jahre später bekam sie eine kleine Schwester, die ihre Eltern Klara (*4. September 1875) nannten. 

Wann die Familie nach Berlin ging, ist unbekannt. Der Vater starb 1896 mit 58 Jahren in Berlin. Damals wohnte die Familie in der Oranienburger Straße 69 in Berlin-Mitte. Gertrud, genannt Trude, blieb ledig. Ihre Schwester Klara heiratete mit 45 Jahren am 17. Februar 1921. Trude kümmerte sich vermutlich um die Mutter. Sie wohnten in der Passauer Straße 10 in Berlin-Charlottenburg. Die Mutter starb am 8. Dezember 1926 mit 83 Jahren in einem Pflegeheim in der Passauer Straße 18. Die Oberin des Heimes meldete den Tod der Mutter beim Standesamt.

Als am 30. Januar 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, war Gertrud 59 Jahre alt. Ihre jüngere Schwester Klara wurde 1936 Witwe und zog daraufhin wieder zu ihr. Bei der „Minderheiten-Volkszählung“ am 17. Mai 1939 wohnten die Schwestern in der Konstanzer Straße 55. Ihre Namen waren dort aber nie im Berliner Adressbuch zu finden. Wie lange sie dort gelebt haben, konnte nicht recherchiert werden. Ihre letzte Wohnanschrift war die Joachimsthaler Straße 12. Hier wohnten die Schwestern zur Untermiete in einem möblierten Zimmer im zweiten Stockwerk rechts bei Julie Zernik geborene Goldstein (*9. Dezember 1874).

Schon am 4. Februar 1942 standen die Schwestern auf einer Deportationsliste in das Warschauer Ghetto, wurden dann aber gestrichen, weil Gertruds Schwester Klara krankheitsbedingt nicht transportfähig war.

Anfang Juli 1942 wurde Gertrud aufgefordert, ihre Vermögenserklärung auszufüllen, die sie am 15. Juli 1942 unterschrieb. Seitdem war sie in der Sammelstelle in der Großen Hamburger Straße 26 interniert. Ihre Schwester Klara befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Jüdischen Krankenhaus in der Iranischen Straße 2 in Berlin-Wedding.

Mit dem sogenannten 35. Alterstransport deportierte die Gestapo Gertrud Landsberg und ihre Schwester Klara Diamant am 3. August 1942 nach Theresienstadt. Am 26. September 1942 erfolgte der Weitertransport in das Vernichtungslager Treblinka, wo beide Schwestern kurz nach der Ankunft ermordet wurden. Gertrud Landsberg starb mit 69 Jahren.

Ihre Schwester Klara starb mit 67 Jahren.

Einen Monat später wurde auch die Hauptmieterin Julie Zernik aus der Joachimsthaler Straße 12 nach Theresienstadt deportiert. Sie starb aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto am 7. Juni 1943 mit 68 Jahren.